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Nordkreis Verkehrslage in Wetter entspannt sich
Landkreis Nordkreis Verkehrslage in Wetter entspannt sich
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09:51 08.07.2019
Der Kreisel in der Bahnhofstraße in Wetter ist fast fertig, die Kandelsgasse für den Verkehr wieder freigegeben. Quelle: Ina Tannert
Wetter

Mit der Aufhebung der langen Umleitung gibt es zwischen Stadtmitte und B 252 für Anlieger wieder eine schnellere Verbindung. Wenn auch noch nicht über die Bahnhofstraße. Auf der werden zwischen Wetschaft und Bahnhof-Abbiegung noch bis zum Herbst Fahrbahn und Gehwege erneuert. Parallel läuft der Kreisel-Bau an der Kreuzung zur Kandelsgasse. Der liegt nun in den letzten Zügen und steht kurz vor der Fertigstellung. Es fehlen nur noch die letzten Markierungen und Schilder.

Seit Mittwoch kann wieder ganz durch die Parallelstraße gefahren werden, in beide Richtungen. Das freut so einige Wetteraner. Alleine in den sozialen Netzwerken äußerten sich einige Nutzer erleichtert über die Aufhebung der ungeliebten Ausweichstrecke in Richtung Amönau. Im Netz hagelte es stellenweise auch Kritik über den eigentlichen Sinn eines Kreisels oder die lange Planungsdauer der gesamten Straßenerneuerung.

Baubeginn hatte sich verschoben

Der Baubeginn sollte ursprünglich im letzten Jahr liegen, Baustart war in diesem Frühling. Wie Bürgermeister Kai-Uwe Spanka berichtet, lag das unter anderem an den vollen Auftragsbüchern der Baubranche. Ebenso an zeitlichen Verzögerungen und zahlreichen Versorgungsleitungen, darunter Wasserversorgung und Hausanschlüsse, die verlegt werden mussten. Erst vor kurzem musste für die Verlegung neuer Telefonkabel wieder ein Stück aufgerissen werden.

Rückblick: Die Idee, die Bahnhofstraße komplett zu erneuern und einen Kreisel zu errichten, entstand im Zuge der Kanalarbeiten des Zweckverbands Mittelhessische Abwasserwerke unter der Ortsdurchfahrt. Dabei wurde festgestellt, dass die Hausanschlüsse „in einem sehr desolaten Zustand waren“, sagt Spanka. Die Planungen für eine Vollsanierung wurden aufgenommen.

Kosten für Kreisel sollen kaum ins Gewicht fallen

Ein Ingenieurbüro schätzte,­ dass diese rund 700.000 bis 800.000 Euro kosten dürfte. Doch angesichts von steigenden Preisen in der Bauwirtschaft und schlechten Ergebnissen der ersten Ausschreibungsphase konnte das nicht sofort umgesetzt werden. Zwischenzeitlich stieg die Kostenschätzung auf 1,3 Millionen. Dabei war zeitweise auch der Kreisel-Bau umstritten. Magistrat und Stadtparlament stritten darum, ob auf den nicht verzichtet werden müsse. Mit den Stimmen von SPD, FDP und Linke stimmte das Parlament am Ende pro Kreisel. Die Stadt verhandelte nach. Nun lägen die Kosten bei rund 800.000 Euro.

Der Kreisel mache davon – wenn man die Kosten für die sowieso anfallende Straßenerneuerung dieses Teilstücks abzieht – im Endeffekt nur rund 45.000 Euro aus, sagt Spanka. Und der Kreisverkehr mache an eben dieser Stelle Sinn, sei „kein spontanes Hirngespinst“ gewesen, sondern stelle eine Verbesserung der Verkehrslage dar. Auch für das hoch frequentierte und künftig noch weiter wachsende Ärztehaus, das quasi automatisch durch die Lage mit angeschlossen wird. „Von dort wird künftig noch mehr Verkehr kommen“, schätzt Spanka.

Die gesamte Erneuerung der Bahnhofstraße soll bis Mitte September abgeschlossen sein. Das erste Drittel – zwischen Wetschaftsbrücke und Kandelsgasse – ist fast fertiggestellt. Neuer­ Kanal, frischer Straßenbelag, neue und breitere Gehwege. „Damit bin ich sehr zufrieden“, sagt Spanka. Sämtliche Kanalarbeiten samt Nahwärme sind abgeschlossen. Der nächste Bauabschnitt in Richtung Bahngleise, inklusive zweier Bushaltestellen, soll nun folgen.

Kreisel soll in sechs Wochen fertig sein

Im Kreis gefahren wird bis dahin allerdings aus Sicherheitsgründen noch nicht: Erst wenn die Baustelle hinter die Einfahrt zur Kandelsgasse weiterzieht, werde der Kreisel voll geöffnet. Das dürfte noch etwa sechs Wochen dauern, schätzt das Stadtoberhaupt. Der von manchen Bewohnern auch „Geradeaus-Kreisel“ genannte Kreisverkehr ist dabei extra sehr flach gehalten. Der Grund: Der Schwerlastverkehr. Größere Lkw kommen kaum um die enge Kurve des kleinen Kreisels herum, weshalb für diese die Möglichkeit der geraden Durchfahrt geschaffen wurde, „es ist schließlich immer noch eine Landesstraße“, sagt Spanka.

Zumindest noch. Mit der geplanten Ortsumgehung der B 252 könnte die Durchfahrt einmal zur Stadtstraße werden, der Kreisel dann vielleicht umgestaltet. Vor 2025 sei damit aber wohl nicht zu rechnen.

von Ina Tannert