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Nordkreis Tollwut beendet auf der Welt Tausende Kinderleben
Landkreis Nordkreis Tollwut beendet auf der Welt Tausende Kinderleben
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09:58 28.09.2020
Auch in Afrika spielen Kinder gerne mit Hunden. Doch wenn diese an Tollwut erkrankt sind, kommt es schnell zu Tragödien. Quelle: Privatfoto
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Wetter

Wie ein Virus den Alltag beherrschen kann, wissen wir nicht zuletzt seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Für viele Menschen vor allem in Afrika, Asien und Südamerika ist die aktuelle Pandemie nicht die einzige Gefahr: Bis heute sterben jedes Jahr weltweit über 60 000 Menschen, die sich durch einen Biss von einem Hund mit Tollwut infiziert haben.

„Die Mehrzahl der Todesopfer sind Kinder unter 15 Jahren“, sagt Silke Körlings-König, Tierärztin aus Wetter. Das von Tierärzten und anderen Helfern des britischen „Worldwide Veterinary Service“ ins Leben gerufene Aktionsbündnis „Mission Rabies“ hat sich als Ziel gesetzt, bis 2030 die durch Hunde übertragene Tollwut (Rabies) zu eliminieren.

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Anlässlich des Welt-Tollwut-Tages am 28. September ruft Mission Rabies wiederholt zu einer Spendenkampagne auf. Die gesammelten Gelder sollen der Arbeit des weltweit aktiven Bündnisses zukommen und helfen, das Ziel der Ausrottung der gefährlichen Krankheit zu erreichen.

Über 99 Prozent der menschlichen Tollwutinfektionen werden durch Bisse infizierter Hunde verursacht. Ist die Erkrankung ausgebrochen, so verläuft sie in der Regel tödlich, Medikamente zur Heilung der Virusinfektion gibt es nicht. Aus Furcht vor dieser Bedrohung werden jedes Jahr in betroffenen Ländern Tausende gesunde Hunde getötet. Trotz dieser Tötungen konnte die Verbreitung der Tollwut nicht eingedämmt werden.

Impfen der Hunde ist der beste Schutz für Menschen

Mission Rabies ist seit sieben Jahren dabei, dies über eine andere Vorgehensweise zu ändern. „Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge ist die effektivste Methode zur Rettung von Menschen- und Hundeleben eine langfristige Tollwutbekämpfungsstrategie, indem Hunde in den betroffenen Gebieten geimpft werden“, weiß Körlings-König. So begann das Aktionsbündnis 2013 in Indien, wo jährlich ein Drittel der menschlichen Tollwutopfer zu verzeichnen sind, mit einer großen Impfaktion. Beim ersten Einsatz wurden dort innerhalb von nur 25 Tagen 61 000 Hunde gegen Tollwut geimpft. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Die Zahl der menschlichen Tollwutopfer sank signifikant.

Freiwillige klären auf und sorgen für Massenimpfungen

Mittlerweile arbeitet Mission Rabies in sechs verschiedenen Ländern mit Freiwilligen aus aller Welt. Das Aktionsbündnis führt in den Tollwut-Risikogebieten Massenimpfungen durch, um so die Erkrankung zu eliminieren. Gleichzeitig werden Aufklärungskampagnen der Bevölkerung zur Prävention von Hundebissen durchgeführt.

Luke Gamble, Gründer von Mission Rabies, sagt: „Mission Rabies rettet Leben, und diese Kampagnen werden uns helfen, noch mehr Leben zu retten. Es gilt, sich weltweit ins Zeug zu legen, bis der Tag erreicht ist, an dem kein Mensch mehr an Tollwut sterben wird. Wir engagieren uns dafür, dass dies geschieht.“ Dr. Silke Körlings-König hat im indischen Goa mehrere Wochen lang ehrenamtlich für Mission Rabies gearbeitet. Im Januar 2019 und 2020 war sie mit einem internationalen Team in Tansania für Mission Rabies unterwegs (diese Zeitung berichtete).

Sie hat gesehen, wie der selbstlose Einsatz vieler Helfer aus aller Welt dazu beiträgt, menschliches und tierliches Leid zu lindern und schließlich zu verhindern. „Doch noch immer sterben täglich über 100 Kinder an der Tollwut – das muss nicht sein“, so die engagierte Tierärztin. „Eine simple Impfung schützt den Hund vor der Infektion und den Menschen vor der tödlichen Krankheit.“

Anlässlich des Welt-Tollwut-Tages findet in der Tierarztpraxis Wetter am 29. und 30. September eine Impfaktion statt, bei der die Hälfte der Erlöse aus den Impfungen an Mission Rabies gespendet wird. Wer mitmachen möchte, sollte sich zuvor zwecks Terminvereinbarung an die Tierarztpraxis Wetter wenden.

Von unseren Redakteuren

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