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Nordkreis Leuchtturm-Reise soll Spenden bringen
Landkreis Nordkreis Leuchtturm-Reise soll Spenden bringen
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15:58 11.06.2020
Stefan Henseling aus Oberrosphe mit seinem Leuchtturm „Herti“. Quelle: Foto: Tobias Kunz
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Oberrosphe

Stefan Henseling ist guter Dinge, dass sein Plan diesmal aufgeht. 40 Arbeitsstunden hat er in seinem Hobbykeller investiert – gepinselt, geschnippelt und lackiert – bis aus einem Abflussrohr endlich ein fertiger Miniatur-Leuchtturm geworden ist. Den schickte der Ex-Marine-Soldat Anfang des Jahres von einem ehemaligen Kameraden zum nächsten. Quer durch Deutschland, von München nach Süderbrarup, von Dresden nach Dorsten. Gemeinsam wollen sie so Spenden für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sammeln. Henseling taufte den Leuchtturm auf den Namen „Herti“, in Anlehnung an das Minensuchboot (MS) Herten, auf dem er die längste Zeit seiner Marine-Karriere verbrachte. Am Ende des Jahres soll er versteigert werden.

Wenn, ja wenn, die Skulptur wieder den Weg zurück zu ihm nach Oberrosphe findet. Denn bei seinem ersten Versuch im vergangenen Jahr machte ihm die Post einen Strich durch die Rechnung (siehe Kasten). Damals ging der Leuchtturm früh verloren, diesmal klappt aber bislang (fast) alles. Ein gutes Dutzend Stationen hat „Herti“ schon hinter sich, weitere gut 30 sollen folgen. Bis auf einen Schaden an der Aussichtsplattform hat „Herti“ seine Reise bisher gut überstanden. Aber selbst das machte nichts, Henseling ließ seinen Leuchtturm einfach kurzerhand zurück „in die Werft“ nach Oberrosphe kommen und schickte ihn danach wieder auf große Fahrt.

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Das Pfingstwochenende nutzte er sogar, um seine Skulptur selbst von A nach B zu bringen. So konnte er auch alte Kameraden wiedersehen. Auf der MS Herten war Henseling als Funker im Einsatz, „Puster“ wie man im Fachjargon sagt. „Das ist einer der besten Jobs an Bord, weil man bei Wind und Wetter drin ist“, erinnert sich Henseling schmunzelnd. Weil ihm die gemeinsame Zeit an Bord wichtig ist, gründete er vor einiger Zeit eine WhatsApp-Gruppe mit ehemaligen Kameraden und so wuchs auch die Idee, mit einer gemeinsamen Aktion etwas Gutes zu tun.

Die ersten Spenden sind schon eingegangen, aber es sollen noch mehr werden. Wenn „Herti“ seine Reise überstanden hat, will Henseling eine passende Seekiste bauen, versehen mit einem Logbuch, in das alle Kameraden ihre Erinnerungen an ihre Zeit auf See eintragen können. Ziel ist es, „Herti“ samt Gepäck am 26. März 2021 zu versteigern. Dann treffen sich die Ex-Marine-Soldaten zusammen in Wilhelmshaven. Dort haben sie ein Wohnschiff gekapert, auf dem sie die 30-jährige Indienststellung der MS Herten feiern wollen.

Von Tobias Kunz

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