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Nordkreis Saubere Luft für alle Kitas
Landkreis Nordkreis Saubere Luft für alle Kitas
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17:58 21.01.2021
Melanie Zazcyk, Leiterin der Kita "Villa Kunterbunt" in Sterzhausen nahm die Luftreiniger von Bürgermeister Manfred Apell entgegen.
Melanie Zazcyk, Leiterin der Kita "Villa Kunterbunt" in Sterzhausen nahm die Luftreiniger von Bürgermeister Manfred Apell entgegen. Quelle: Foto: Gemeinde Lahntal
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Lahntal

Ein kurzer Druck auf den Knopf und schon beginnt der unscheinbare weiße Kasten mit den vielen Löchern leise zu summen und zieht sich Luft durch die Filter. In Lahntal summt es nun in jeder Kita, die Raumluft wird den ganzen Tag über gesäubert, fast bis zum letzten ultrafeinen Partikel, so verspricht es der Hersteller.

Insgesamt 25 Luftfilter wurden vergangene Woche in die Gemeinde geliefert und in allen vier Kindertagesstätten und einer reinen Krippe verteilt. Die Geräte sind bereits im Einsatz, jede Einrichtung hat mehrere erhalten, so dass jeder Gruppenraum damit ausgestattet werden konnte. Sie sollen für bessere und vor allem saubere Luft sorgen, möglichst virenfrei. Ein summender Schutz auch gegen das Coronavirus, berichtet Bürgermeister Manfred Apell.

Die Geräte sollen mindestens 95 Prozent der Viren aus der Luft filtern können. Sie messen permanent die Luftqualität, ohne den Raum dabei aufzuwärmen oder zu kühlen, die Reinigung richte sich nach der Raumgröße und der Schadstoffmenge. Der Hersteller verspricht, dass selbst kleinste Partikel, Viren, Keime und Bakterien entfernt und durch zusätzlich eingebautes UV-Licht zerstört werden. In kurzer Zeit solle die Luft gereinigt werden – in einem 100 Quadratmeter großen Raum durchschnittlich drei bis vier Mal in der Stunde.

Rund 45 000 Euro investierte die Gemeinde in die Filter, um sämtliche Einrichtungen auszustatten, die alle über den Trägerverein „Kinder sind unsere Zukunft“ betrieben werden. Im nun noch ausgeweiteten Lockdown rät das Land Hessen Eltern zwar dazu, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen und nicht in die Kita zu bringen.

Das funktioniere aber nicht bei allen, die Kitas sind dennoch zu rund 60 Prozent ausgelastet, die Krippen noch mehr, teils bis zu 90 Prozent, „die Eltern müssen ihre Kinder nach wie vor bringen“, sagt Apell, der mit einem zusätzlichen Schutz vorsorgen will. Der damit erhoffte zusätzliche Effekt sei es wert, die Filter bieten „optimale Voraussetzungen“, machten gerade im Winter Sinn, wo sich die Kinder seltener draußen aufhalten, während die Gefahr einer Covid-19-Infektion in geschlossenen Räumen besonders hoch sei.

Lüften trotz Luftfilter

Innen können sich die Viren über winzige Tröpfchen in der Atemluft im ganzen Raum verteilen – rund 100 dieser sogenannten Aerosole stößt ein Mensch pro Sekunde beim normalen Atmen aus, betont Apell.

Weitaus mehr noch beim Sprechen oder Niesen. Ob die Geräte vollends wirken, sei nicht ganz sicher, aber „es kann doch nur besser werden damit und sie stören auch nicht“. Die Anschaffung der Filteranlagen bedeute dabei nicht, dass auf das regelmäßige Stoßlüften in den Kita-Räumen oder andernorts verzichtet werden solle: Man wolle sich und andere „nicht in falscher Sicherheit“ wiegen. Generell seien überall bewährte Schutzmaßnahmen wie Masken, Abstand und Hygienemaßnahmen oder eben Lüften weiter sinnvoll und gegeben, auch in Räumen mit Luftfiltern.

Zwei davon stehen indes auch im Sitzungsraum im Rathaus, wo die bisherige Lüftungs-Regelung ebenfalls weiter eingehalten werde. Die Luftreiniger seien als zusätzlicher Schutz gedacht, sollen „die Virenlast und damit das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum senken – damit ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite“, sagt Apell.

Von Ina Tannert

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