Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Polizei kontrolliert im Einsatz gegen Einbrecher
Landkreis Nordkreis Polizei kontrolliert im Einsatz gegen Einbrecher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 21.11.2021
Am Donnerstag fanden Zoll- und Polizeikontrollen auf der B 252 zwischen Todenhausen und Wetter statt.
Am Donnerstag fanden Zoll- und Polizeikontrollen auf der B 252 zwischen Todenhausen und Wetter statt. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Wetter

Wohin und über welche Routen reisen Einbrecher, wenn sie nach vollendeter Tat das Diebesgut wegschaffen wollen? Damit setzten sich Polizei und Zoll auseinander und versuchen, es den Tätern so schwer wie möglich zu machen. Die Abschreckung und der Versuch, reisende Täter zu erwischen, standen auch bei umfangreichen Verkehrskontrollen am Donnerstag an wichtigen Verkehrswegen im Landkreis im Mittelpunkt.

Beamte von Polizei und Zoll hatten bis in den späten Abend hinein an verschiedenen Stationen Stellung bezogen und kontrollierten den Verkehr zwischen Wetter und Todenhausen, außerdem an der B 3 am Ortsausgang von Schönstadt. Die Kontrollen fanden im Rahmen der Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls statt.

Wie die Polizei berichtet, ergaben sich dabei allerdings keine Hinweise auf reisende Täter. Es wurden jedoch etliche Verkehrsdelikte aufgedeckt: Ein Autofahrer stand unter Drogeneinfluss, einer war ohne gültigen Führerschein unterwegs. Darüber hinaus wurden fünf Verkehrsordnungswidrigkeiten geahndet, etwa Verstöße gegen die Gurtpflicht sowie gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz durch einen Altmetallsammler, außerdem ein Verstoß gegen die Lenk- und Ruhezeiten durch einen Lastwagenfahrer.

„Auch wenn die Kontrollen am Donnerstag nicht zu Festnahmen potenzieller Einbrecher führte, gilt auch weiterhin, es den potenziellen Einbrechern so schwer wie möglich zu machen. Wir werden unser Engagement zur Bekämpfung des Einbruchs nicht einstellen“, betont Frank Göbel, Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf.

Parallel zu den Verkehrskontrollen waren am vorletzten Mittwoch, am Montag und Donnerstag auch Zivilstreifen in Wohngebieten im Einsatz. Diese führten unter anderem eine Observation durch, die sich von Marburg bis Herborn hinzog und nach einem Ladendiebstahl zur Festnahme von drei Männern führte. Diese hatten zum wiederholten Mal Tabakwaren gestohlen, die Ermittler stellten 64 Packungen sicher. Gegen die Männer besteht der Verdacht des Bandendiebstahls.

Im Schnitt 170 Wohnungseinbrüche

Am Donnerstag gingen die Zivilfahnder wiederum einer Meldung zu möglichen Betrügern oder Trickdieben nach: Drei Männer versuchten am Tannenberg scheinbar unter einem Vorwand in Wohnungen zu gelangen. Die Beamten konnten die Männer stellen, Ermittlungen ergaben schließlich, dass in diesem Fall kein strafbarer Hintergrund bestand. Diese mobilen und stationären Kontrollen seien neben verschiedenen Präventionsprojekten Teil eines großen Maßnahmenpakets, um Wohnungseinbrüche zu verhindern. Das zeige offensichtlich Wirkung – in den letzten Jahren sei es zu einem kontinuierlichen Rückgang von Einbrüchen, zu vermehrten gescheiterten Taten und zu einer Steigerung der Aufklärungsquote gekommen.

Die Zahlen in Marburg-Biedenkopf bewegen sich auf einem recht niedrigen Niveau: Letztes Jahr waren es 124, im Jahr zuvor 102 und in den letzten zehn Jahren durchschnittlich rund 170 Wohnungseinbrüche. Dabei sei jeder Wohnungseinbruch „einer zu viel, denn die Verletzung des intimsten persönlichen Bereichs führt bei manchen Betroffenen zu deutlich mehr als nur einem rein materiellen Schaden“, sagt Göbel. Die Unsicherheit nach einer solchen Tat sei groß, manche Opfer fühlten sich selbst in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher.

Insgesamt waren bei den beiden Kontrollstellen an den Bundesstraßen 26 Beamte der Polizei Marburg, der Kriminalpolizei, des Regionalen Verkehrsdienstes und der unterstützenden Bereitschaftspolizei sowie drei Beamte der Zollfahndungsgruppe Gießen im Einsatz. An allen drei Kontroll-Tagen überprüften die Fahnder insgesamt 134 Personen in 107 Pkw und 27 Lastwagen.

Auch der Kriminalpolizeiliche Berater der Polizei, Jan-Oliver Karo, berät über Einbruchsschutz und ist telefonisch unter 064 21/ 40 61 23, per Mail unter beratungsstelle.ppmh@polizei.hessen.de erreichbar.

Von Ina Tannert