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Nordkreis Elektroschocker in Taschenlampe versteckt
Landkreis Nordkreis Elektroschocker in Taschenlampe versteckt
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10:56 09.02.2020
Symbolfoto: Ein Mann hält einen Elektroschocker in der Hand. Quelle: Boris Roessler/dpa
Marburg

Eine zweifache Mutter bewahrte dort laut ­Anklage eine Taschenlampe auf, in die ein Elektroschocker integriert war. Die Konstruktion ist illegal und brachte der Frau ­eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ein. 

Die Aufklärung der Sache ­gestaltete sich jedoch vor dem Marburger Amtsgericht als schwierig. Zwar fand die Polizei bei einer Hausdurchsuchung von der Wohnung der Frau die Taschenlampe mit einem integrierten Schocker, der als Waffe gilt, doch waren die Besitzverhältnisse unklar. Das modifizierte­ Gerät hätte auch dem derzeit in Haft sitzenden Ehemann der Frau gehört haben.

Die Diskussion zwischen den Prozessbeteiligten, den Häftling zu einem neuen Termin zu laden, hielt Verteidiger Sascha Marks für unsinnig: „Der Mann wird sich hier sicherlich nicht selbst belasten, und im Bezug auf seine Frau hat er einen vollumfängliches Aussageverweigerungsrecht“, argumentierte der Verteidiger.

Richterin Melanie Becker ließ in dem Fall quasi Prozessökonomie walten und entschied sich für eine Verfahrenseinstellung. Letztlich sah auch die Richterin den Aufwand, den das Gericht zur ohnehin unwahrscheinlichen Aufklärung der Sachlage hätte betreiben müssen, als zu groß an. Dieser stünde nicht in einem vertretbaren Verhältnis zu den Tatvorwürfen gegen die 36-Jährige. Das Verfahren gegen die Frau wurde ­gegen eine Geldauflage von 300 Euro eingestellt.

Verteidiger Sascha Marks unterstrich dabei die finanziellen Engpässe seiner Mandantin – verheiratet und Mutter zweier kleiner Kinder. „Dieser Betrag tut ihr richtig weh“, versicherte er und rückte dann auch von seiner Anregung ab, die Frau mit einer Auflage von 200 Euro zu belegen.

von Benjamin Kaiser