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Nordkreis Wie marode ist Wetters Stadthalle?
Landkreis Nordkreis Wie marode ist Wetters Stadthalle?
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10:00 15.11.2019
Die Bausubstanz der Stadthalle von Wetter ist nicht mehr die beste, vor allem das Dach ist in die Jahre gekommen. Das soll in den nächsten Jahren erneuert werden. Einen Neubau schließt der Bürgermeister jedoch aus. Quelle: Thorsten Richter
Wetter

Unüberhörbar und voller Elan übte während der vergangenen Wetteraner Stadtverordnetenversammlung im Nachbarraum der Theaterverein sein neuestes Stück. Quietschende, lachende Kinder und sogar die Feuerwehr, die zum „Einsatz“ auf der Bühne dazukam, hatten sichtlich Spaß an der Probe.

Und nicht nur daran, die großzügige Stadthalle­ wird regelmäßig von Bewohnern, Vereinen, Organisationen genutzt. Das kann auch so weitergehen, doch auf gar nicht so lange Sicht hat das Gebäude eine Überholung nötig. Ganz oben steht etwa das Dach, das in den nächsten Jahren erneuert werden müsste.

Stadthalle vor neun Jahren zuletzt überprüft

Der generelle Zustand der Stadthalle stand dann auch im Fokus eines Antrags der CDU-Fraktion. Die rief den Magistrat auf, die an der Stadthalle bestehenden Schäden und gleich noch den aktuellen Sanierungsbedarf festzustellen und nach Dringlichkeit aufzulisten.

Außerdem sollen die dazu notwendigen Baumaßnahmen und vermutlich anfallenden Kosten einzeln dokumentiert werden. Der Grund für den Antrag sei der selbst „für Laien erkennbare Investitionsbedarf“ am Gebäude.

In den Erhalt der Stadthalle­ sei in den letzten Jahren kein Geld gesteckt worden, „um ­öffentliches Eigentum nicht verrotten zu lassen, muss jetzt zügig gehandelt werden“, heißt es im Antrag.

Besagtes Eigentum sei vor neun Jahren zuletzt überprüft, generell eher als Stiefkind behandelt worden, kleine Bürgerhäuser hätten da „mehr Zuwendung“ seitens der Stadt erhalten, erläuterte Volker Drothler (CDU). Bereits 2011 wurde im Zuge eines Investoren-Modells über Sanierung oder Neubau der Stadthalle diskutiert.

Spanka sieht keinen akuten Handlungsbedarf

Einig wurden sich Stadt und ­Firma damals nicht. Der Antrag wurde von den 22 anwesenden Stadtverordneten einstimmig angenommen. Bürgermeister Kai-Uwe Spanka reagierte gelassen auf die Forderung – das Thema sei nicht neu, der Zustand der Stadthalle bereits bekannt.

Die Ausführungen halte er für überdramatisiert, „wir lassen hier nichts verrotten oder vor die Hunde gehen, wir haben sehr wohl am Thema Stadthalle gearbeitet“, hielt der Rathauschef dagegen. Mehrfach habe sich die Stadt um Fördergelder vom Land bemüht – ohne Erfolg.

Für einen Neubau von geschätzt drei Millionen Euro habe die Stadt nicht das Geld, wolle kommenden Generationen keine Schuldenlast „aufbürden“. „Ohne Co-Finanzierung brauchen wir uns darüber keine Gedanken zu machen“, erklärte Spanka. Davon abgesehen sehe er auch keinen akuten Handlungsbedarf, „die Stadthalle ist technisch und vom Brandschutz her in einwandfreiem Zustand – sie ist alt, aber sie funktioniert“.

Dennoch ist da noch das Dach: „Die bauliche Substanz, vor allem das Dach wird in den nächsten Jahren fällig“, befand Spanka. Dieses wird auch auf der vom Parlament geforderten Prioritätenliste ganz oben stehen. Zuvor sollen aber der Toilettenbereich und die Küchenzeile erneuert werden. Zumindest das sei bereits beschlossene Sache.

von Ina Tannert