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Nordkreis Inspiration für Musik und Kunst
Landkreis Nordkreis Inspiration für Musik und Kunst
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18:58 29.08.2021
Auf diesem Bild, wahrscheinlich aus dem Jahr 1904, sehen wir die ganz frühen Anfänge des Bläserchors Schönstadt, auf dem auch Gründer Pfarrer Eduard Korff (zweite Reihe, Mitte) zu sehen ist. Das Foto hat uns Hans-Peter Wagner vom Bläserchor zur Verfügung gestellt.
Auf diesem Bild, wahrscheinlich aus dem Jahr 1904, sehen wir die ganz frühen Anfänge des Bläserchors Schönstadt, auf dem auch Gründer Pfarrer Eduard Korff (zweite Reihe, Mitte) zu sehen ist. Das Foto hat uns Hans-Peter Wagner vom Bläserchor zur Verfügung gestellt. Quelle: Privatfotos
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Nordkreis

Zwei gelungene Aufnahmen aus der Vergangenheit im Nordkreis springen uns in diesem Teil der OP-Serie „Der Landkreis in alten Bildern“ ins Auge. Die Orte des vergangenen Geschehens sind das schöne Schönstadt, wo es bis heute sehr musikalisch zugeht, und der idyllische Christenberg mit der historischen Martinskirche.

Die frühen Anfänge des Bläserchors

Auf dem Bild sehen wir die ganz frühen Anfänge des Bläserchors Schönstadt, den es im heutigen Cölber Ortsteil noch immer gibt. Und der spielt aktiv seit 120 Jahren, da wurde die Musikgruppe gegründet. Darüber berichtet Hans-Peter Wagner vom Bläserchor, der uns das historische Bild zugeschickt hat. Das stammt vermutlich aus dem Jahr 1904 und zeigt die Gründerväter des Vereins wenige Jahre nachdem der Bläserchor aus der Taufe gehoben wurde.

Der entstand auf Initiative des Pfarrers Eduard Korff (auf dem Bild in der zweiten Reihe in der Mitte), der im Mai 1901 die Pfarrstelle in Schönstadt übernahm. Und er wollte wohl nicht nur seelische Nahrung in die Gemeinde bringen, sondern auch musikalische – am ersten Advent 1901 rief er dazu auf, einen Bläserchor zu gründen. Mit Erfolg, es meldeten sich direkt 16 Männer und schon am Heiligen Abend 1901 gab es den ersten Auftritt in der Christvesper.

In den ersten drei Jahren fehlte dem Chor noch ein Proberaum, so wurde damals in der Tenne der Pfarrscheune oder in der Gartenlaube im Pfarrgarten geprobt. Erst 1904 mit der Fertigstellung des Gemeindehauses neben der Kirche konnte dieses Problem gelöst werden. Das hier abgebildete Foto wurde sehr wahrscheinlich zur Einweihung in diesem Jahr geschossen.

Kirchenmotiv inspirierte Ubbelohde

Während seiner Schönstädter Zeit als Pfarrer war Eduard Korff in mehreren Ortschaften im Marburger Raum musikalisch aktiv und versuchte weitere Chöre zu gründen. 1924 wurde er nach Gemünden/Wohra versetzt. Dort entstand auf seine Initiative hin der Posaunenchor Gemünden, der wie der Bläserchor Schönstadt heute noch aktiv ist. Der musikalische Pfarrer komponierte und arrangierte zudem diverse Musikstücke und stellte diese in seinem „Korffschen Choralbuch“ zusammen. Auf einem weiteren Bild aus dem Norden ist hier die Martinskirche samt Friedhof auf dem Christenberg bei Münchhausen zu sehen. Das Bild entstand am 31. August 1974. Elke Prautsch aus Marburg hat es uns zur Verfügung gestellt, kurz nachdem die OP über die Märchenmotive von Otto Ubbelohde berichtete.

Darunter findet sich eine Zeichnung der Martinskirche mit dem Friedhof auf dem Christenberg, wie er früher aussah, damals noch mit den Kreuzen auf den Gräbern: Das Motiv war Ubbelohde ein Vorbild für die Zeichnung von Aschenputtel am Grab ihrer Mutter. Viele Kreuze sind heute verschwunden, doch einige historische Grabsteine, die Ubbelohde Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Christenberg fand und in seiner Zeichnung darstellte, werden heute noch dort aufbewahrt.

Von Ina Tannert

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