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Nordkreis Nordkreis-Kommunen erhalten 50.000 Euro
Landkreis Nordkreis Nordkreis-Kommunen erhalten 50.000 Euro
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00:18 13.05.2019
Staatssekretär Dr. Stefan Heck (vorne von links) übergab an die Bürgermeister Manfred Apell, Dr. Jens Ried (kommt in einer Woche in Cölbe ins Amt), Peter Funk und Kai-Uwe Spanka im Beisein von weiteren Vertretern der vier Nordkreis-Kommunen den Förderbescheid. Rechts vorne sind Claus Spandau vom KIKZ und Carmen Möller, die die Machbarkeitsstudie erstellen wird, zu sehen.  Quelle: Götz Schaub
Sterzhausen

Alles kann, nichts muss. Das ist der moderne Ansatz für eine angedachte Intensivierung interkommunaler Zusammenarbeit. Die Kommunen sollen über eine Machbarkeitsstudie professionell ihre Möglichkeiten aufgezeigt bekommen und dann selbst entscheiden, auf welchen Gebieten sie künftig zusammenarbeiten wollen, weiterhin eigenständig oder durchaus auch mit dem mittelfristigen oder langfristigen Ziel, zu einer größeren Einheit zusammenzuwachsen.

Anders als in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden diese Entscheidungen aber nicht mehr auf Hessenebene abgemacht, sondern direkt vor Ort zwischen den Kommunalpolitikern, den Verwaltungen und den Bürgern der Kommunen.

Nach einem längeren Prozess haben sich die politischen Gremien der Kommunen Cölbe, Wetter, Münchhausen und Lahntal zunächst einmal darauf verständigt, gemeinsam eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Diese soll ganz konkret aufzeigen, was alles ­gemeinsam entwickelt werden kann, um Synergien zu nutzen, Geld einzusparen oder für Projekte leichter zu generieren. Dr. Stefan Heck, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Inneren und für den Sport, freute sich, in seinen heimischen Landkreis zu kommen und den vier Kommunen einen Förderbescheid in Höhe von 50.000 Euro zu überreichen.

„Es bleibt abzuwarten, welches Ergebnis­ die Analyse zu Tage fördern wird. Fest steht aber schon jetzt, dass die beteiligten Kommunen und ihre Mandatsträger mit ­ihrem Willen zur stärkeren Kooperation Weitsicht und Verantwortung bewiesen haben“, sagte Heck in einer kleinen Feierstunde in der Gemeindeverwaltung Lahntal, zu der Vertreter aller Kommunen gekommen waren.

Cölbe wurde dabei unter anderem schon vom zukünftigen Bürgermeister Dr. Jens Ried vertreten. Auch die Bürgermeister aus Wetter und Münchhausen, Kai-Uwe Spanka und Peter Funk, zeigten mit ihrer Anwesenheit, dass ihnen das Thema sehr wichtig ist. Lahntals Bürgermeister Apell verwies auf ­
bereits existierende Zusammenarbeiten im Nordkreis, zeigte­ aber auch auf, dass die Kommunen trotz räumlicher Nähe­ in vielen Dingen sehr unterschiedlich aufgestellt seien.

So könnten die Kommunen auch noch viel voneinander lernen. Erstellt wird die Machbarkeitsstudie nicht von einem Büro aus Berlin, München oder Frankfurt, sondern vom Beratungsbüro Komprax Result unter Leitung von Carmen Möller aus der benachbarten Kommune Burgwald.

Zukunftsfähige Lösung für kleine Gemeinden

Münchhausens Bürgermeister Peter Funk ist das allemal recht. „Sie kennt sich hier im Nordkreis aus und weiß Dinge richtig zu bewerten“, ist er sich sicher. Generell mit im Boot als Ansprechpartner ist auch Claus Spandau, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für interkommunale Zusammenarbeit (KIKZ).

Er berät unter anderem in Rechtsfragen und informiert über Fördermöglichkeiten. Die Landesregierung sieht in der ­interkommunalen Zusammenarbeit eine zukunftsfähige ­
Lösung für kleinere Gemeinden im ländlichen Raum. Seit zehn Jahren fördert sie interkommunale Kooperationen.

Neben dem Bescheid überreichte Heck dem Bürgermeister der Stadt Wetter im Nachgang einer 2018 durchgeführten Haushaltsanalyse einen Förderbescheid in Höhe von 9 000 Euro. Mit dieser Zuwendung wird diese Analyse unterstützt. Untersucht werden sollen die Betriebsdaten Nahwärmenetz der Stadtwerke Wetter mit dem Ziel einer finanziellen Optimierung des Eigenbetriebs.

von Götz Schaub