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Nordkreis Nördlicher Bebauungsplan ist Geschichte
Landkreis Nordkreis Nördlicher Bebauungsplan ist Geschichte
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17:58 07.07.2020
Der Spielplatz im Baugebiet Marburger Grund-Süd liegt mitten in der Natur. Er wäre wohl auch Anlaufpunkt für Kinder aus dem Nord-Teil geworden, der jetzt nicht mehr verwirklicht wird. Quelle: Foto: Götz Schaub
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Wetter

Mit ihrer numerischen Mehrheit schaffte die SPD-Fraktion im Stadtparlament Wetter Fakten: Die rund 5,4 Hektar große Fläche des nördlichen Teils des Bebauungsplanes „Marburger Grund“ wird als Baugebiet aufgegeben. Die CDU-Fraktion hatte zuvor vorgeschlagen, das Thema zunächst einmal im Bau-Ausschuss weiter zu diskutieren, zumal auch der Ortsbeirat Kernstadt Wetter seine Bedenken gegen eine schnelle Aufgabe eines beplanten Gebietes geäußert hatte, in das bereits Gelder geflossen sind.

Ortsbeirat für generelle

Diskussion von Baugebieten

Der Ortsbeirat, so teilte es Ortsvorsteherin Sabine Gleisner-Kuß schriftlich mit, hatte sich das Gebiet bei einem Ortstermin angesehen und darauf verwiesen, dass das Thema Teil einer generellen Diskussion über Baugebiete sein müsse. So gebe es eine große Nachfrage nach Bauplätzen in Wetter, doch seien einige Plätze im Gebiet „Am Oberrospher Wege“ in der Hand eines Privatinvestors, mit dem man mal reden sollte. Zum anderen stelle das „Mellnauer Höhlchen“ als weiteres mögliches Baugebiet eine attraktive Lösung dar, doch könnte auch der Marburger Grund vermarktet werden.

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SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Althaus, hatte seiner Ansicht nach genügend Argumente gesammelt, die eine Verweisung in den Ausschuss unnötig machen würden. Natürlich bedauerte er auch, dass bereits Geld in die Planungen geflossen sei, aber deshalb müsse man nicht noch mehr Geld hineinstecken.

Die Topografie sei sehr schwierig und bedinge ein ordentliches Maß an Erdarbeiten bei Hanglagen bis zu 20 Prozent Gefälle. Dabei müsse man auch daran denken, dass man dort ein Regenrückhaltebecken benötige. Dann sei es doch nur eine Frage der Zeit, bis es zu Konflikten mit der nahen Wollenbergschule komme beziehungsweise aufgrund der Nähe des Sportplatzes zum Neubaugebiet.

Zudem sei die Stadt nicht im Besitz der Flächen, müsse diese noch ankaufen. Und schlussendlich sei die verkehrliche Anbindung schwierig. An die Weinstraße sei es nicht möglich, sodass der Verkehr über die Weimarer Straße führen müsste und so oder so immer erstmal in die Innenstadt führe, weil die Straße nach Niederwetter nach dem Neubau der B 252 zu einem Fahrrad-Verbindungsweg zurückgebaut werden soll.

CDU sieht keinen Konflikt

mit der Wollenbergschule

Volker Drothler von der CDU-Fraktion hielt dagegen, dass man sehr wohl diskutieren müsse. Ein Gefälle von 20 Prozent sei in anderen Gebieten auch nie ein Ausschlusskriterium gewesen. Zudem habe er Informationen, dass der Eigentümer der Fläche zu einem für die Stadt attraktiven Preis verkaufen wolle.

Einen Konflikt mit der Schule will Drothler auch nicht sehen: „Es gibt doch schon so viele Häuser in unmittelbarer Nachbarschaft, da hat es doch noch nie größere Probleme gegeben.“ Anders als Althaus hält es Drothler für möglich, das Baugebiet an die Straße, die nach Sterzhausen führt, anzubinden. Dann hätten die Bewohner auch gleich einen direkten Anschluss an die neue B 252. Klaus Gerber von den Grünen wunderte sich über den Sinneswandel der SPD, die schließlich den Beschluss zum Baugebiet „Marburger Grund“ mitgetragen habe. Althaus sagte, dass man sich auch mal korrigieren könne, wenn man gute Argumente dafür erhalte.

In der anschließenden Abstimmung verhinderte die SPD-Mehrheit zunächst die Verweisung in den Bau-Ausschuss, anschließend unterstützte sie den Beschlussvorschlag des Magistrats der Stadt Wetter zur Teilaufhebung des Bebauungsplanes „Marburger Grund“. Der Magistrat hatte noch angeführt, dass der Abverkauf im ersten Bauabschnitt einen Zeitraum von 17 Jahren in Anspruch genommen habe. Ein Zeichen, dass diese Lage nicht so gerne angenommen werde. Im aktuellen Baugebiet „Am Oberrospher Wege“ habe man 22 Bauplätze in einem Jahr verkauft. Zudem sei ein beträchtlicher Teil des Areals im Naturschutzinformationssystem als geschützter Biotop vermerkt.

Von Götz Schaub

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