Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Neues Feuerwehrhaus ist eingeweiht
Landkreis Nordkreis Neues Feuerwehrhaus ist eingeweiht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:30 10.07.2021
Das neue Feuerwehrhaus Caldern wurde nun offiziell eingeweiht
Das neue Feuerwehrhaus Caldern wurde nun offiziell eingeweiht Quelle: Ina Tannert
Anzeige
Caldern

Nach langer Planungszeit, langen Debatten um Standort und Kosten und schließlich zweijähriger Bauphase ist das neue Heim der Feuerwehr Caldern nun einsatzbereit. Und der neue Stützpunkt konnte sich auch bereits bei mehreren Einsätzen beweisen.

Gestern wurde er offiziell eingeweiht, dem Festakt am Abend mit geladener Prominenz aus der Gemeinde und dem ganzen Landkreis vorausging die Feier der Planer und Baufirmen, die gemeinsam mit den Feuerwehrleuten auf einen gelungenen Abschluss des Großprojekts anstießen. So konnte Bürgermeister Manfred Apell dann auch am Fest-Nachmittag „die lieben Macher“, die Menschen im Hintergrund begrüßen, denen es zu verdanken sei, dass das neue Feuerwehrhaus nun bereit ist. Und das in Form eines modernen und energetisch besonders hochwertigen Gebäudes, praktisch „ein Denkmal für die Feuerwehr“, das Strahlkraft nach Außen erzeuge, lobte Apell.

Hoch zufrieden konnte er zudem verkünden, dass es trotz der angespannten Marktlage und einer „turbulenten Bauzeit“ gelungen sei, die drei Jahre alte Kostenschätzung von rund 4,5 Millionen einzuhalten. Der Preis des Neubaus hatte neben der Standortwahl teilweise für Unmut gesorgt. Kritiker des Vorhabens hatten die Kosten, die auch aufgrund der Topografie höher stiegen als bei anderen Häusern, als übertrieben angesehen oder befürchtet, dass der Kostenrahmen gesprengt werden würde. Das sei nicht eingetreten und die Feuerwehr sei den Preis wert, auch wenn sehr genau auf die Kosten geschaut, „kein Euro zu viel, kein Euro zu wenig“ ausgegeben wurde, betonte Apell.

Besuchertag im Feuerwehrhaus

Wer das neue Feuerwehrhaus in Caldern einmal persönlich besichtigen möchte, hat am Samstag die Gelegenheit dazu. Die Einweihung des neuen Gebäudes wurde auf mehrere Veranstaltungen aufgeteilt, am Samstag laden Gemeinde und Feuerwehr zwischen 10 und 16 Uhr zur Besichtigung ein. Pandemie-bedingt ist der Zutritt zum Haus nur nach vorheriger Anmeldung und einem negativen Corona-Testergebnis möglich. Vollständig geimpfte oder genesene Personen können einen entsprechenden Nachweis als „Eintrittskarte“ vorlegen. Alle anderen Besucher benötigen zur Veranstaltung ein offiziell anerkanntes und nach gültigen Vorgaben aktuelles Testergebnis. Dieses ist bei der Einlasskontrolle vorzulegen.

In Kooperation mit dem St.-Elisabeth-Verein wird an dem Samstag zwischen 9 und 11 Uhr im Dorfcafé des Bürgerhauses Caldern eine zusätzliche Möglichkeit für einen Test angeboten.

Termine gibt es unter https://coronatestcenter.altenhilfe-elisabeth.de/caldern; ein Besuchstermin bei der Feuerwehr kann unter dem Link https://www. terminland.eu/feuerwehr -lahntal/ gebucht werden.

Entgegen der Befürchtungen von Kritikern sei das hoch oben in Caldern in der Dilschhäuser Straße gelegene Gebäude, das teils in den Hang gebaut wurde, auch „kein Fremdkörper“ geworden, sondern füge sich harmonisch in die Umgebung ein, betonte ebenfalls Architekt Ulf Pauli vom Architektur- und Ingenieurbüro apd. Er hob eine bundesweit bislang einmalige Besonderheit des Gebäudes hervor: Der Neubau wurde im Sinne der Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen nach sozialen und ökologischen Kriterien errichtet.

Für den energieeffizienten Bau seien daher umweltverträgliche Materialien verwendet worden, das Energiekonzept setzt wiederum auf eine Kombination aus Luft/Wasser-Wärmepumpe und energiesparender Fußbodenheizung. Nie zuvor habe eine Feuerwache ein solches Zertifikat erhalten, „das ist ein Meilenstein“, lobte Pauli die Entscheidung der Gemeinde, bei dem Vorhaben mitzumachen.

In dem großzügigen Neubau finden nun 35 Einsatzkräfte und 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Platz. Das Innere ist praktikabel an das Einsatzgeschehen mit Schwerpunkt auf die vorgeschriebene Schwarz-Weiß-Trennung angelegt. Von der großen Fahrzeughalle aus führt der sogenannte „schwarze Gang“, optisch auch als solcher zu erkennen, in Richtung Sanitärbereich, Duschen und Umkleidekabinen für Frauen und Männer. Durch eine Schleuse geht es weiter in Richtung Treppe, die zu Schulungsräumen, Büros und Jugendfeuerwehr-Bereich führt. Erste-Hilfe-Raum, Technik- und Lagerbereiche ergänzen das Obergeschoss.

Ein zweiter Eingang sorgt dort für einen barrierefreien Zugang. Dort wurde die starke Hanglage außerdem für zusätzliches Übungspotenzial genutzt: In einer Stützwand der Außentreppe ist beim Bau ein zusätzliches „Fenster“ samt Sicherungshaken angebracht worden, das die Einsatzabteilung sowohl für Übungen zum Abseilen wie zum Einsatztraining für ein Obergeschoss nutzen kann, berichtet Wehrführer Marcus Ochs bei einem Rundgang.

Ihm kam mit dem Neubau gleich eine doppelte Funktion zu, denn er war sowohl als Wehrführer wie als Planer von apd beteiligt. Dieser Umstand sorgte zwar anfangs für „einige Bauchschmerzen“, wie Apell es beschreibt, erwies sich dann aber durch ebenso doppeltes Fachwissen „als die absolut richtige Entscheidung und ideale Kombination“. Ochs ist froh, dass seine Truppe nach zwei Jahren Baustelle in ein neues, funktionales Haus einziehen konnte, „ich bin sehr erleichtert, dass das geschafft ist – es war anstrengend, aber hat sich gelohnt“, lobt der Wehrführer.

Und mit dem Standort Caldern sei nun das zweite Feuerwehrhaus der Gemeinde – nach dem in Goßfelden im Jahr 2011 – neu gebaut worden. Das dritte und letzte in Sterzhausen stehe als Nächstes auf dem Programm. Dann sei die Feuerwehr Lahntal „auf dem richtigen Stand“, betont Apell.

Von Ina Tannert

09.07.2021
07.07.2021
06.07.2021