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Nordkreis Rast an den Franzosenwiesen
Landkreis Nordkreis Rast an den Franzosenwiesen
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11:58 27.08.2021
Forstamtsleiter Eberhard Leicht (rechts) führte die Gäste rund um den großen „Burgwaldstein“.
Forstamtsleiter Eberhard Leicht (rechts) führte die Gäste rund um den großen „Burgwaldstein“. Quelle: Foto: Karl-Hermann Völker
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Burgwald

Zieht man eine Linie von Bottendorf im Norden und Cölbe im Süden, eine weitere zwischen Münchhausen im Westen und Wohra im Osten, so schneiden sie sich an einem markanten Wegedreieck neben den „Franzosenwiesen“. Dort, im Herzen des Burgwalds, lädt inzwischen ein neu angelegter Rastplatz mit einem symbolträchtigen „Burgwaldstein“ Waldbesucher zu Fuß oder per Rad zum Verweilen ein.

Nachdem hier im vergangenen Jahr ein paar Altfichten dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen waren, nutzte das Forstamt Burgwald die Kahlfläche, um einen schönen Platz mit großen Buntsandsteinen als Sitzflächen herzurichten. Der riesige Findling in der Mitte mit vier eingelassenen Bildtafeln soll „auf die vielfältigen Funktionen und die geschichtlichen Belange des Burgwaldes aufmerksam machen“, wie Forstdirektor Eberhard Leicht bei der Vorstellung des Platzes erklärte.

Moore speichern 20 000 Tonnen Kohlenstoff

Besonders sichtbar werden sollten der Anteil des Burgwaldes an der Biodiversität und seine Bedeutung für die globalen Wasser- und Klimakreisläufe. Allein in den Mooren des Burgwaldes würden 20 000 Tonnen an Kohlenstoff gespeichert, schilderte Leicht.

Die vier Symbol-Motive auf Stein- oder Metalltafeln des „Burgwaldsteins“ beziehen sich neben der Biologie auf die Arbeit der Menschen im Wald, auf die Jagd und ihre Geschichte seit der Landgrafenzeit sowie auf die französischen Glaubensflüchtlinge. Ihr Wahrzeichen, das Hugenottenkreuz mit der Taube, ziert eine der Tafeln.

„Mit diesem Symbol identifizieren wir uns noch heute“, sagte Gerhard Badouin, dessen Großvater als einer der letzten Hugenottennachfahren die sumpfigen „Franzosenwiesen“ zu nutzen versuchte. Badouin berichtete bei der Einweihung des Rastplatzes aus der Geschichte der Siedler in Schwabendorf. „Als Erstes mussten sie die Wildscheune des Landgrafen mit Heu für die Jagd im Winter füllen, den Rest durften sie mit nach Hause nehmen.“

Mit Jagd- und Volksliedmelodien auf dem Flügelhorn leitete Michael Funk die vier Themenblöcke jeweils musikalisch ein. Er war es auch, wie Forstamtsleiter Leicht berichtete, der die großen Sandsteine für den Rastplatz im Burgwald gefunden und vorbereitet hatte. Leicht dankte dem gesamten Helferteam mit Revierleiter Ralf Küch, den Forstwirten Kahler, Löchel, Becker und Waßmuth, die sich alle bei der Gestaltung des Platzes und der Pflanzung von drei Edelkastanien beteiligt hatten.

Anschließend wurde angeregt, durch eine Informationstafel an diesem Wegekreuz der Fernwanderwege mehr Wissenswertes zu liefern. Badouin bedankte sich bei den Initiatoren für „diesen besonderen Erinnerungspunkt am europäischen Hugenotten-Kulturfernwanderweg“.

Von Karl-Hermann Völker

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