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Nordkreis Neue Pumpe für starke Regenfälle
Landkreis Nordkreis Neue Pumpe für starke Regenfälle
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17:00 11.10.2021
Bürgermeister Peter Funk (von links), Johannes Feisel vom Bauamt, der auch der Feuerwehr angehört, Birgit Berger, Stefan Block (stellvertretender Gemeindebrandinspektor), Sven Werner von der Volksbank Mittelhessen, Gemeindebrandinspektor Bernd Fett und Jutta Dersch (stellvertretende Gemeindebrandinspektorin) freuen sich über die leistungsstarke Pumpe, die dem neuen Einsatzfahrzeug zugeschlagen wird.
Bürgermeister Peter Funk (von links), Johannes Feisel vom Bauamt, der auch der Feuerwehr angehört, Birgit Berger, Stefan Block (stellvertretender Gemeindebrandinspektor), Sven Werner von der Volksbank Mittelhessen, Gemeindebrandinspektor Bernd Fett und Jutta Dersch (stellvertretende Gemeindebrandinspektorin) freuen sich über die leistungsstarke Pumpe, die dem neuen Einsatzfahrzeug zugeschlagen wird. Quelle: Götz Schaub
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Münchhausen

„Das war an dem Abend, als Deutschland bei der EM gegen England spielte“, pflegt Bürgermeister Peter Funk zu sagen. In der Tat wird jenes Fußballspiel am 29. Juni vielen Münchhäusern sehr gut in Erinnerung bleiben. Den einen, weil plötzlich ein Stromausfall für einen schwarzen Bildschirm sorgte, den anderen, weil sie genau deshalb ausrücken mussten. Jutta Dersch gehörte als stellvertretende Gemeindebrandinspektorin zu jenen, die ausrückten. „Ich verabschiedete mich noch mit den Worten ,bis gleich‘“, erzählt sie.

Was auf sie und ihre Kameradinnen und Kameraden an diesem Abend noch zukommen sollte, hatte sie zu diesem Zeitpunkt niemals erwartet. Das „bis gleich“ umfasste jedenfalls eine Zeitspanne von 19 Uhr bis 4.30 Uhr am nächsten Morgen. „Als wir bei dem Baum im Einsatz waren, kam die erste Folgemeldung rein: ’Keller vollgelaufen’“, sagt Dersch. Dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag.

Hilfe wurde sogar aus Dautphetal angefordert

„Ich dachte wirklich zuerst, die machen bei der Leitstelle einen Scherz mit uns“, gibt Dersch zu. Denn das Wetter am Einsatzort ließ eigentlich nicht erwarten, dass mitten in Münchhausen binnen weniger Minuten das große Chaos ausgebrochen war. Dann wurde schnell klar, die übrigen Wehren mussten alarmiert werden. Zudem wurde spezielle Hilfe aus Dautphetal angefordert.

„Wer das nicht gesehen hat, der glaubte es nicht“, sagt Bürgermeister Funk, der alles hautnah miterlebte, schließlich wohnt er nur einen Katzensprung entfernt von den Häusern, die es an diesem Abend voll erwischte.  Riesige Wassermassen bahnten sich den Weg und ließen alles unter Erdniveau binnen Sekunden volllaufen.

Die betroffenen Menschen konnten kaum reagieren, mussten ihre Keller samt Inhalt schnell verloren geben. Mittendrin ein Haus, das üblicherweise um diese Zeit nicht mehr zugänglich ist: die Volksbank. Carina Gottschalk von der Feuerwehr reagierte schnell, rief bei ihrer Freundin Birgit Berger in Wetter an, die in der Volksbank-Filiale arbeitet. Sie solle mit dem Schlüssel kommen.

„Das klang für mich unwirklich. Das Wetter bei uns war normal. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, was in Münchhausen passiert sein sollte“, schildert Birgit Berger ihre ersten Gedanken, als sie den Anruf erhielt. Natürlich fackelte sie nicht lange, setzte sich ins Auto und fuhr nach Münchhausen.

„Sicher hätten wir auch in die Bank einbrechen können“, sagt Bernd Fett, Gemeindebrandinspektor der Gemeinde Münchhausen, aber im Keller gab es eh nichts mehr zu retten, also wartete man auf den Schlüssel. An diesem Abend hätte die Feuerwehr an vielen Orten gleichzeitig sein können, aber es ging nun mal nicht alles gleichzeitig, die eingesetzten Pumpen brauchten auch ihre Zeit.

Volksbank zeigt sich mit Pumpe erkenntlich

Die Volksbank dachte jedenfalls darüber nach, wie sie sich für den Feuerwehr-Einsatz erkenntlich zeigen könnte. Da kam die Idee auf, ihr eine leistungsstarke zusätzliche Pumpe zur Verfügung zu stellen, sagt Sven Werner, Vertriebsleiter FB Marburg Nord-Frankenberg der Volksbank Mittelhessen.

Gesagt, getan. Nun besitzt die Münchhäuser Wehr für das gerade in Empfang genommene neue Einsatzfahrzeug noch eine besondere Ausrüstung. Die Pumpe mit Schlauch, Personenschutzschalter und diversen Zubehör wie einen robusten Korb, der die Pumpe vor herumschwimmenden Schmutz schützt, schafft 400 Liter in der Minute und saugt tatsächlich die Räume komplett leer. Bei den herkömmlichen Pumpen bleiben immer wenige Zentimeter Wasser zurück, die dann anders aufgenommen werden müssen. Eine wirklich schöne Dankes-Idee, findet Peter Funk.

Von Götz Schaub

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