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Nordkreis Münchhausen wird für junge Familien attraktiver
Landkreis Nordkreis Münchhausen wird für junge Familien attraktiver
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13:00 18.12.2021
Die Tage, an denen der überregionale Verkehr durch Simtshausen fährt, werden zählbar. Mit Fertigstellung der B-252-Ortsumgehung wird der Ort sicher als Wohnort attraktiver. Ein lang angedachtes Baugebiet soll jedenfalls bis 2023 zur Verfügung stehen.
Die Tage, an denen der überregionale Verkehr durch Simtshausen fährt, werden zählbar. Mit Fertigstellung der B-252-Ortsumgehung wird der Ort sicher als Wohnort attraktiver. Ein lang angedachtes Baugebiet soll jedenfalls bis 2023 zur Verfügung stehen. Quelle: Thorsten Richter
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Niederasphe

Auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum in schöner ländlicher Lage wird ganz offensichtlich auch die Gemeinde Münchhausen für junge Familien immer interessanter. Die nahende Fertigstellung der B-252-Ortsumgehung sorgt schließlich für zwei neue Vorteile: Ruhige Ortslagen in Simtshausen und Münchhausen sowie schnelleren Verkehrsfluss in Richtung Marburg.

Und so informierte Bürgermeister Peter Funk im Zuge seiner Haushaltseinbringung im Münchhäuser Parlament am Dienstagabend in Nieder-asphe darüber, dass zuletzt schon einige junge Familien in Münchhausen sesshaft geworden sind und die Nachfrage gut sei. Deshalb wird nun auch der zweite Bauabschnitt der „Schimmelseite“ in Wollmar mit zehn Bauplätzen fertiggestellt. Zudem sollen im kommenden Jahr die Planungen für das Baugebiet „Auf dem Kautz“ in Simtshausen aufgenommen werden, damit dort ab 2023 Bauplätze zur Verfügung stehen können.

Anbau für die Kita „Kesterburg“

Da junge Familien auch für einen Zuwachs an kleinen Kindern sorgen, soll nun der Anbau an der Kindertagesstätte „Kesterburg“ in Münchhausen umgesetzt werden. Die bereits für dieses Jahr eingestellten Mittel in Höhe von 300 000 Euro wurden in den Haushalt 2022 übertragen. Funk führte zudem aus: „Zusätzlich sieht die Investitionsplanung 2022 den Neubau einer Kinderkrippe mit Ausgaben für die Planung und den eventuell notwendigen Grundstücksankauf in Höhe von 150 000 Euro vor. Dem stehen als Einzahlung 100 000 Euro Landeszuschüsse entgegen. Für 2023 ist eine Verpflichtungsermächtigung mit 1,5 Millionen Euro Ausgaben für den Bau vorgesehen. An Landeszuschüssen sind dort 750 000 Euro eingeplant.

Im nächsten Jahr soll der Plan der Straßenendausbauten weiter abgearbeitet werden. Nach dem Amselweg in Niederasphe in diesem Jahr geht es dann mit der Straße „Auf der Höhe“ in Wollmar weiter. Zudem sollen die Planungen für die Raiffeisenstraße in Niederasphe aufgenommen werden, um die Bauarbeiten dann 2023 umsetzen zu können.

Neues Fahrzeug für Wehr in Simtshausen

Dann steht ein neues Feuerwehr-Einsatzfahrzeug für Simtshausen in der Pipeline. Für das TSF-L sind 93 000 Euro vorgesehen, wobei das Land Hessen das Fahrgestell finanziert. Zur Beladung mit der notwendigen Ausrüstung werden 15 000 Euro für Rollcontainer angesetzt, die je nach Einsatzart flexibel verwendet werden können.

Im Rathaus sollen einige Büros umgestaltet werden. Dafür sind 25 000 Euro vorgesehen. Weitere 85 000 Euro sind für Investitionen im EDV-Bereich eingeplant. „Um den Service für die Bürgerinnen und Bürger insbesondere in Bezug auf Digitalisierung verbessern zu können, sind Ausgaben für den Betrieb einer zeitgemäßen, neuen Homepage und die Einrichtung digitaler Bezahlmöglichkeiten geplant“, hatte Funk bereits bei der Vorstellung des Ergebnishaushaltes herausgestellt.

Dass der Haushalt 2022 erneut ausgeglichen werden kann, freut Bürgermeister Funk. Unter anderem wird mit einem um 150 000 Euro verbesserten Einkommensteueranteil gegenüber 2021 gerechnet. Dass im Ganzen im Ergebnishaushalt mit einem Überschuss in Höhe von 195 000 Euro gerechnet werden darf, liegt nicht nur daran. Die größten Änderungen ergeben sich durch die Heraufsetzung der Holzverkaufserlöse und der Bußgelder. Die Erträge aus Bußgeldern werden um 120 000 Euro erhöht, was auch mit dem neuen Bußgeldkatalog mit seinen deutlich höheren Ordnungsgeldern zu tun hat. Das Ergebnis 2020 lag bei 164 000 Euro. Für 2021 wurden 200 000 Euro angesetzt, für 2022 gar 320 000 Euro. „Es ist verwunderlich, dass es immer noch viele Verkehrsteilnehmer gibt, die die zulässigen Geschwindigkeiten deutlich überschreiten“, sagte Funk. Und so sei es nach wie vor wichtig, dass der Verkehr insbesondere in den Ortslagen überwacht werde.

Da der Bedarf an Investitionskrediten 315 000 Euro beträgt, die Tilgung aber mit 404 000 Euro vorgesehen ist, bleibt die Gemeinde nicht nur unterhalb der Nettoneuverschuldungsgrenze wie vom Landkreis gefordert, die Gemeinde kann sogar Schulden verringern, da sie auch 86 000 Euro Eigenbeteiligung für die Tilgung der Hessenkasse vorgesehen hat.

Von Götz Schaub