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Nordkreis Moderne Sporthalle muss kein Traum bleiben
Landkreis Nordkreis Moderne Sporthalle muss kein Traum bleiben
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17:00 07.09.2020
Derzeit ist das „Haus am Wollenberg“ eine Baustelle. Es soll zu einem „erweiterten Bürgerhaus“ umgebaut werden. Quelle: Ina Tannert
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Goßfelden

Dreimal tief durchatmen, ein klärendes Gespräch führen und schon sprudeln neue Gedanken. Diese mündeten dann in einen Änderungsantrag, der nach geringfügigen sprachlichen Änderungen die Mitglieder vom Bau-, Energie- und Umweltausschuss wie auch vom Haupt- und Finanzausschuss ausnahmslos überzeugte.

So einfach und erfolgreich kann Kommunalpolitik sein, auch wenn es um schwierige Entscheidungen und viel Geld geht. Lahntals Bürgermeister Manfred Apell hatte die Stimmung der Bürgerversammlung zum Hallenneubau in Goßfelden noch einmal ausführlich mit Lahntals Parlamentschef Dirk Geißler, der zugleich Ortsvorsteher von Sterzhausen ist, beredet.

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Zur Sache: Nur wenige Tage nach der Bürgerversammlung, bei der es um die Voraussetzungen zum Bau einer modernen Drei-Felder-Sporthalle in Goßfelden ging, legte Bürgermeister Manfred Apell in der gemeinsamen Ausschuss-Sitzung einen umfangreichen Änderungsantrag vor. Der Slogan „Entweder zwei sanierte Hallen oder eine neue Sporthalle“ ist jetzt Schnee von gestern.

Die Mehrzweckhalle „Haus am Wollenberg“ soll jetzt so umgebaut werden, dass sie als „erweitertes Bürgerhaus“ noch eine Hallenfläche von 200 Quadratmeter bietet, was für den Schulsport der Wichtelhäuser Grundschule völlig ausreichend wäre und auch Vereinen Platz für Übungsstunden ließe.

Planung soll öffentlich vorgestellt werden

Ein Teil des Hauses, und zwar der, der vom aktuellen Eingang aus gesehen links angesiedelt ist, soll zurückgebaut werden, um Sanierungs- und spätere Unterhaltungskosten zu sparen. Sobald eine Planung mit einer Kostenschätzung vorliegt, soll sie öffentlich vorgestellt werden.

Derweil soll der Bau einer modernen Sporthalle auf dem gemeindeeigenen Grundstück „Hinterm Biegen“ bei Goßfelden geplant werden. Und zwar so, dass sie grundwasser- und hochwassergerecht errichtet werden kann. Auch hier soll eine Kostenschätzung erfolgen, inklusive Möglichkeiten der Förderung. Alle Vereine sind zu befragen, ob sie einen Vorteil in einer Multifunktionshalle für ganz Lahntal in Goßfelden sehen.

Der Gemeindevorstand soll zudem eine Studie über die Wirtschaftlichkeit des Baus einer Multifunktionshalle in Auftrag geben und diese mit der Sanierung der vorhandenen Hallen in Beziehung setzen. Damit bekommt die Gemeindevertretung den größtmöglichen Spielraum bis zur endgültigen Entscheidung.

Verkleinerung spart nicht viel Geld

Sandra Rhiel vom Bauamt Lahntal stellte eine Variante vor, wie das Haus am Wollenberg trotz einer Verkleinerung attraktiver werden kann, etwa auch für Familienfeiern. „Und wenn wir feststellen, dass die Verkleinerung des Hauses nicht das Geld einspart, was wir benötigen, um eine neue Halle bauen zu können?“, wollte Claus Opper von den Grünen wissen.

„Dann könnt ihr euch trotzdem noch für die neue Halle entscheiden, wenn ihr wollt“, antwortete Manfred Apell. Auch da gebe es sicher noch Möglichkeiten. Die genannte Kostensumme von 6,5 Millionen Euro sei einem aktuellen Hallenbau in der Kommune Bad Endbach nachempfunden, doch könne man auch da noch Einsparungen vornehmen.

Dirk Geißler freute sich sehr über den detaillierten Antrag: „Damit halten wir uns Wege offen.“ Auch Michael Nies von der CDU, der sich erst auf nichts festlegen lassen wollte, bevor er das in seiner Fraktion besprochen hat, konnte sich mit diesem Änderungsantrag zur Hallen-Problematik anfreunden.

Der Änderungsantrag kann auf der Homepage der Gemeinde im Ratsinformationssystem der Gemeinde eingesehen werden. Das Parlament befindet darüber in seiner Sitzung am Dienstag, 8. September, ab 20 Uhr in der Lahnfelshalle Goßfelden.

von Götz Schaub