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Nordkreis Mit Waffen und Nazi-Symbol unterwegs
Landkreis Nordkreis Mit Waffen und Nazi-Symbol unterwegs
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15:58 19.02.2021
Ein 25-Jähriger aus dem Nordkreis musste sich vor dem Amtsgericht verantworten (Archivfoto).
Ein 25-Jähriger aus dem Nordkreis musste sich vor dem Amtsgericht verantworten (Archivfoto). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Ein kleines Waffenarsenal, das er im Auto herum fuhr, wurde einem 25-Jährigen aus dem Nordkreis bei einer Polizeikontrolle zum Verhängnis. Gefunden wurde bei ihm im Mai 2020 eine Schreckschusswaffe, verschiedene Munition, ein Teleskopschlagstock, ein leeres Magazin und zwei sogenannte Kugelbomben – ein Utensil für Pyrotechnik – samt dazugehöriger Abschussvorrichtung.

Dafür hätte er eine Genehmigung gebraucht, für das Führen einer Schreckschusswaffe zudem den kleinen Waffenschein. Beides besitzt er nicht, stand daher wegen Verstoßes gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz vor dem Marburger Amtsgericht. Brisant bei der Ermittlung: Zusätzlich hatte er auch einen Orden aus dem Zweiten Weltkrieg dabei, auf dem ein Hakenkreuz abgebildet war.

Ein Erinnerungsstück an den Großvater

Während der kurzen Verhandlung zeigte sich der Mann geständig und erklärte, dass alle gefundenen Dinge ihm gehörten und wie diese sich im Auto angesammelt hatten: Er sei am Tag der Kontrolle zum Grillfest eines Kumpels gefahren, nahm die Böller spontan mit, „ich dachte mir, jeder mag doch Feuerwerk“, erklärte der 25-Jährige. Die Schreckschusswaffe habe seit Silvester monatelang im Handschuhfach gelegen. Den Teleskopschlagstock nutze er ausschließlich beim Angeln zum Töten der Fische.

Der Orden wiederum sei ein Erinnerungsstück an seinen Großvater. Dass dieser zusätzlich zu den Waffen und Sprengstoff ein verdächtiges Bild abgebe, das sei „schon eindeutig“, gab er zu. Mit nationalsozialistischen Ideologien habe er aber nichts zu schaffen, beteuerte der Mann. Die Medaille war der einzige der eingezogenen Gegenstände, den er wiederhaben wollte, verpflichtete sich dazu, das Hakenkreuz entfernen zu lassen. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 350 Euro vorläufig eingestellt.

Von Ina Tannert

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