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Nordkreis Manfred Apell erhält hohe Auszeichnung
Landkreis Nordkreis Manfred Apell erhält hohe Auszeichnung
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16:00 02.11.2021
Der Präsident der Verbandsversammlung Friedel Kopp (links) mit Manfred Apell und der LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert während der Übergabe der silbernen Ehrenplakette.
Der Präsident der Verbandsversammlung Friedel Kopp (links) mit Manfred Apell und der LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert während der Übergabe der silbernen Ehrenplakette. Quelle: Foto: Mario Zgoll
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Lahntal/Kassel

Manfred Apell hat seit vielen Jahren nicht nur das Lahntaler Bürgermeisteramt inne, sondern ist auch Teil des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen, mit dem er noch viel länger verbunden ist als mit dem Rathaus.

Apell wurde kürzlich für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz in den Gremien des Verbandes die Ehrenplakette in Silber verliehen. Die Auszeichnung erhielt er im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Kassel vom Präsidenten der Verbandsversammlung, Friedel Kopp, und LWV-Landesdirektorin Susanne Selbert. Beide betonten das hohe Engagement, das Apell über 15 Jahre hinweg in die parlamentarische Arbeit beim LWV eingebracht habe. Er wirkte in dieser Zeit daran mit, dass wesentliche Weichen für die Unterstützung behinderter, kranker und sozial benachteiligter Menschen in Hessen gestellt werden.

Er kennt den Verband sowie dessen Entwicklung bestens, begann dort schon seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und arbeitete auch danach dort weiter, „ich bin theoretisch ein Kind des LWV“ verrät Apell lachend. Vor seiner Bürgermeister-Zeit übernahm er zudem einige Jahre die Personalleitung des damaligen Verbands der psychiatrischen Kliniken an verschiedenen Standorten, heute der Vitos GmbH, der LMV ist alleiniger Gesellschafter.

In 2001 zog Apell erstmals für fünf Jahre in die LWV-Verbandsversammlung ein. Nach fünf Jahren Unterbrechung kehrte er 2011 in das Sozialparlament zurück. Als er Bürgermeister in Lahntal wurde, war er schon seit 25 Jahren beim Verband, hielt dem auch vom Rathaus aus die Treue und arbeitete in Gremien mit, vor allem im Beteiligungsausschuss, der passenderweise für jene psychiatrischen Einrichtungen zuständig ist, in denen er zuvor die Personalabteilung führte. Das habe geholfen, die Strukturen zu verstehen und weiter voranzubringen.

Menschen behandeln statt verwahren

Warum eigentlich die ganze zusätzliche Arbeit? Weil er den Verband sehr schätzen gelernt habe, der Menschen mit Einschränkungen in den Fokus stellt und dafür sorgt, dass für diese in ganz Hessen die gleichen Bedingungen und Förderungen geschaffen wurden, „egal ob in einem reichen oder in einem armen Landkreis“, betont Apell.

Er erlebte somit auch hautnah die Entwicklung in den Kliniken und den gesellschaftlichen Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Die habe sich glücklicherweise im Vergleich zu früher „sehr zum Positiven“ entwickelt: Weg von einem reinen Verwahren von Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen, die teils ihr Leben lang in den Einrichtungen bleiben mussten. Hin zu einem zeitgemäßen Betrieb mit moderner Ausstattung und dem Ansatz der Beteiligung und eines selbstständigen Lebens für die Betroffenen. Anstelle der reinen Unterbringung und Verwahrung stehe heute „eine ganz normale Krankenhausbehandlung – und das ist auch gut so“, betont Apell.

Zum Ende dieser Wahlperiode wird er nun aus der Arbeit beim LWV ausscheiden. Die neue Wahlperiode beginnt am 1. November. Somit war er bis heute – begonnen mit der Ausbildung bis zu seinem Ausscheiden – ganze 54 Jahre Teil des Verbandes, rechnet Apell zusammen, „das bedeutet mir sehr viel und es hat mir immer Spaß gemacht“, kann er heute zufrieden sagen.

Der Landeswohlfahrtsverband Hessen wird getragen von den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten und ermöglicht die gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen. Er unterstützt behinderte, psychisch kranke und sozial benachteiligte Menschen in ihrem Alltag und im Beruf. Er finanziert Leistungen nach dem Sozialen Entschädigungsrecht, ist Träger von 15 Förderschulen und sechs Frühförderstellen und ist Alleingesellschafter der Vitos GmbH, die einen wesentlichen Teil der psychiatrischen Versorgung in Hessen sicherstellt.

Von Ina Tannert

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