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Nordkreis Liegt Verkehrsberuhigung in Goßfelden auf Eis?
Landkreis Nordkreis Liegt Verkehrsberuhigung in Goßfelden auf Eis?
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13:57 04.12.2020
In der Lindenstraße und der Marburgr Straße in Goßfelden soll der Verkehr gedrosselt werden. Über das wie und wann wird heiß diskutiert. Quelle: Ina Tannert
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Goßfelden

Eigentlich sollten schon im September in der Gemeindevertretung Lahntal erneut Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt von Goßfelden, Lindenstraße/Marburger Straße besprochen werden.

Das Thema wurde jedoch wieder von der Tagesordnung genommen, tauchte auch in der November-Sitzung nicht auf, zumindest nicht als Beschluss. Die CDU-Fraktion nimmt nun Stellung und vermutet, das die Sache vorerst auf Eis liegt. Der Bürgermeister widerspricht.

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Ein Vorschlag des Gemeindevorstands lautet: Durch die Schaffung von Parkbuchten wie dem barrierefreien Umbau der Bushaltestellen sollen auf der Hauptverkehrsachse die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Durchschnittsgeschwindigkeit auf Tempo 30 reduzieren. Im Rahmen der Bauarbeiten würde auch ein Teil der Gehwege saniert.

Die CDU weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass im September der Beschlussvorschlag über eine von mehreren Ausbauvarianten zur Straßenumgestaltung wieder von der Agenda genommen wurde.

Bürgermeister zog Beschlussvorschlag zurück

Eine dieser Varianten beinhaltet die gesamte Sanierung der Gehwege, also auch jener Teile, die nicht in der obigen Planung inbegriffen sind. Inklusive der Veranlagung der Bürger durch wiederkehrende Straßenbeiträge für diesen Teil des Umbaus, den man laut CDU „bisher offensichtlich nicht bedacht hatte“. Insgesamt ging es um eine Summe von insgesamt knapp 950.000 Euro.

Wie Bürgermeister Manfred Apell (SPD) auf Nachfrage berichtet, würden bei dieser Variante die gesamten Gehwege saniert, würde ein Teil der Kosten (etwa 35 bis 40 Prozent) unter die Straßenbeiträge fallen, laut Apell wären das 150.000 Euro als Bürger-Anteil für die zusätzliche Sanierung jener zusätzlichen Gehweg-Teile (insgesamt 381.000 Euro).

Die CDU-Fraktion hatte für diesen Tagesordnungspunkt in der September-Sitzung namentliche Abstimmung beantragt, worauf die Sitzung unterbrochen wurde, im Anschluss zog Bürgermeister Apell den Beschlussvorschlag zurück. In der November-Sitzung wurde dann ein Bericht des Bürgermeisters vorgelegt, in dem es um eine Neubewertung der Lage geht.

Radwegebau als neue Variante

Die beinhaltet, nun im ersten Schritt die Bushaltestellen barrierefrei umzubauen, erst danach die Gehwegsanierung samt Verkehrsberuhigung. Zudem gebe es eine Alternative: Stattdessen könne auch ein neuer Radweg an der L3381 in der Ortslage Goßfelden forciert werden und dieser ebenfalls automatisch als Maßnahme zur Verkehrsberuhigung dienen.

Dazu heißt es im Bericht: „Sollte sich die Gemeinde Lahntal vorrangig für den Bau eines Radweges im Zuge der L3381 entscheiden und das Land Hessen diesem Vorhaben gegenüber offen sein, würden die Planungen beziehungsweise die Umsetzung der Verkehrsberuhigungsmaßnahmen entfallen“.

Die CDU teilt dazu mit, die Fraktion „begrüßt, dass die in der Bevölkerung durchaus umstrittene Maßnahme nun zunächst erst mal nicht weiterverfolgt wird“. Und weiter: „Auch die Umsetzung eines Radweges würde laut Bürgermeister Apell vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. Somit ist in den nächsten Jahren im Haushalt kein Geld bereitzustellen.“

Straßenbeiträge weiter Thema

Damit seien Straßenbeiträge für die Bürgersteige der Lindenstraße/Marburger Straße „auch vom Tisch“, schreibt die Fraktion. Erst wenn die Gemeindevertretung diese in ihr Straßenbauprogramm aufnimmt, käme es zu einer Veranlagung für die Bürger.

Der Bürgermeister sieht das Ganze aber nicht als endgültig an, er betont auf Nachfrage: „Das Thema Verkehrsberuhigung ist ausdrücklich nicht vom Tisch“, sondern werde weiterverfolgt. Nur habe der Umbau der Bushaltestellen – die in allen hessischen Kommunen bis Ende 2022 barrierefrei sein müssen – Vorrang. Daher habe er den Beschlussvorschlag zurückgezogen. Erst wenn der Umbau der Haltestellen abgeschlossen sei, würde der nächste Schritt folgen. Vorausgesetzt, das Parlament stimmt dem zu. Oder eben der Radweg-Variante.

Zu den Straßenbeiträgen ergänzt Apell: „Sofern nach der beabsichtigten öffentlichen Vorstellung der Verkehrsberuhigungsmöglichkeiten weiterhin der gesamte Gehweg entlang der L3381 saniert werden sollte, käme es zur Erhebung von wiederkehrenden Straßenbeiträgen. Das entfällt, wenn eine Sanierung der Gehwege nicht mehr notwendig oder gewollt wäre.“

Von Ina Tannert

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