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Nordkreis Lahntal will beim Klimaschutz aufholen
Landkreis Nordkreis Lahntal will beim Klimaschutz aufholen
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15:00 14.05.2022
Blick vom Rimbergturm auf Caldern. Die Gemeinde Lahntal will den Klimaschutz in allen Ortsteilen voranbringen und dazu ein Sanierungsmanagement aufbauen.
Blick vom Rimbergturm auf Caldern. Die Gemeinde Lahntal will den Klimaschutz in allen Ortsteilen voranbringen und dazu ein Sanierungsmanagement aufbauen. Quelle: Thorsten Richter
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Goßfelden

Mit den eigenen Klimaschutzzielen befasst sich die Gemeinde Lahntal schon eine geraume Zeit, so manches Projekt ist umgesetzt worden, andere nicht, vor allem weil das Geld fehlt. Das Thema bleibt aber brandaktuell, erst im letzten Dezember wurde der „Aktionsplan Klimaschutz“ fortgeschrieben, im Februar forderte das Parlament die Gemeinde auf, konkrete Klima-Projekte zu erarbeiten.

Nun könnte die Gemeinde da mit gutem Beispiel vorangehen, in Sachen Energiewende hapert es aber beim Betrieb der kommunalen Liegenschaften – hier fehlt der Umschwung auf erneuerbare Energien. Ohne die sei ein echter Beitrag für den Klimaschutz gar nicht abzubilden, sagt auch Bürgermeister Manfred Apell. Der anhaltende Stillstand kam zuletzt auch im Parlament auf den Tisch, wo die Grünen eine Anfrage zu den kommunalen Gebäuden stellten beziehungsweise wie diese denn beheizt werden.

Die Antwort: In den letzten fünf Jahren wurde kein Heizungskonzept umgesetzt, das ohne fossile Energien auskommt. Zwar kauft die Gemeinde Ökostrom an, ganz sicher könne man sich aber nie sein, was da durch die Leitungen fließe, so Apell. Davon abgesehen, müsse auch immer ein Backup vorgehalten werden, um die Energieversorgung stets sicherstellen zu können.

Seit Jahren gebe es aus dieser Richtung also keinen Anschub bei den Erneuerbaren, „das sollte uns ein Ansporn sein“, sagt Dr. Claus Opper, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Das sehe die Gemeinde ebenso und wolle nun in Sachen Klimaschutz konkreter werden, betont der Bürgermeister. Dafür habe er sich Rat bei der Landesenergieagentur geholt, im Februar fand dann ein Klima-Workshop statt, um nach regionalen Klimaschutzmaßnahmen zu suchen, die sich Lahntal auch leisten kann.

Fokus auf den neuen Fördermitteln

Der Fokus liegt nun vor allem auf neuen Fördergeldern, konkret auf einem Fördertopf der staatlichen Förderbank KfW für das kommunale Energiemanagement. Der größte Vorteil dabei: Es winkt die Finanzierung einer Personalstelle für ein Sanierungsmanagement, das unter anderem Klima-Konzepte auf den Weg bringt und die maßgeblichen Förderanträge für Modernisierungsmaßnahmen stellt.

Denn viele chronisch klamme Kommunen können sich keine Förder-Spezialisten leisten, die sich hauptsächlich damit befassen, an EU-, Bundes- oder Landesmittel zu gelangen. Ohne Zuschüsse kann eine Kommune aber kaum in die eigene Entwicklung investieren.

Über das Förderprogramm könnte also eine sogenannte Klimaschutzmanagerin oder ein Klimaschutzmanager für mindestens vier Jahre finanziert werden. Kostenpunkt: 60 000 Euro an Personalkosten im Jahr – über eine gemeinsame Förderung von KfW und dem Land Hessen wäre eine Kostenübernahme von 95 Prozent möglich. Eine solche Stelle für Lahntal zu sichern, darum drehte sich auch ein erster Antrag des Bürgermeisters.

Bürger sollen beteiligt werden

Dieser wurde noch ergänzt beziehungsweise abgelöst durch einen weiteren Antrag, den Opper als Vorsitzender des Bau-, Energie- und Umweltausschusses mit ausgearbeitet hatte und der vom Parlament mit großer Mehrheit angenommen wurde: Ziel ist nun die Schaffung einer Personalstelle für einen Sanierungsmanager oder eine Sanierungsmanagerin mithilfe des KfW-Fördertopfes zur energetischen Stadtsanierung. Das bezieht sich auf Klimaschutz-Projekte in den sogenannten Quartieren, also Ortsteilen. Lahntal will nun entsprechende Konzepte für alle Ortsteile entwickeln und sich damit dann bewerben.

„Wir entscheiden erst, wo wir die Sanierung beginnen und was wir machen wollen, danach geht es in die Umsetzungsphase“, so Opper. Welche Ziele konkret aufgenommen werden, soll unter Beteiligung der Bewohner wie der jeweiligen Ortsbeiräte erst noch festgelegt werden. Darauf baut wiederum die zweite Phase auf, um Fördermittel einzuwerben und damit für die nächsten Jahre ein Sanierungsmanagement für die Gemeinde zu installieren.

Die nächste Sitzung der Gemeindevertretung Lahntal findet am 18. Mai um 20 Uhr in der Lahnfelshalle in Goßfelden statt

Von Ina Tannert