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Nordkreis 2 500 Euro für ukrainische Waisenkinder
Landkreis Nordkreis 2 500 Euro für ukrainische Waisenkinder
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16:00 08.04.2022
Mit süßem Gebäck wurden die Parlamentarier von Lahntal am Dienstagabend überrascht, das die polnische Partnergemeinde Stara Kiszewa als Dank für die Unterstützung ukrainischer Waisen organisiert hatte.
Mit süßem Gebäck wurden die Parlamentarier von Lahntal am Dienstagabend überrascht, das die polnische Partnergemeinde Stara Kiszewa als Dank für die Unterstützung ukrainischer Waisen organisiert hatte. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Goßfelden

Verurteilung des Ukrainekriegs und Solidarität mit den Menschen aus der Ukraine – dieses Ziel wird derzeit sehr oft ausgerufen. Auch Behörden oder Kommunen schreiben sich dies auf die Fahnen, in Lahntal wird diese Botschaft nun konkret von einer Spende flankiert.

Und von dort kommt auch etwas zurück, nämlich süßes Gebäck, über das sich die Parlamentarier während der letzten Sitzung am Dienstabend freuen: Auf jedem Tisch liegt ein großer Keks mit blau-gelber Glasur. Die in den Nationalfarben der Ukraine gehaltene kleine Aufmerksamkeit hat die polnische Partnergemeinde Stara Kiszewa initiiert.

Es ist ein süßes Dankeschön, dem ein bitterer Hintergrund vorausgeht. Polen hat als Hauptanrainer der Ukrainer bereits mehr als eine Million Geflüchtete aus dem Nachbarland aufgenommen. Schon vor Wochen erreichte Lahntal die Nachricht, dass auch der Landkreis Koscierzyna, in dem die Partnergemeinde liegt, rund 260 Waisenkinder aus der Ukraine aufgenommen hat. Von diesen leben 120 in Stara Kiszewa. Um dem polnischen Partner und den betroffenen Waisen zu helfen, unterstützt Lahntal die Gemeinde erst mit Sachspenden und nun mit 2500 Euro.

Verfügungsmittel

Die Mittel stammen dabei nicht aus der Spendensammlung innerhalb der Gemeinde, sondern aus Verfügungsmitteln des Bürgermeisters, der auf diese Summe verzichtet. Das Geld solle direkt den Kindern zugutekommen, berichtet Manfred Apell. Er stellte auch den entsprechenden Antrag im Parlament, der einstimmig verabschiedet wurde, und überbrachte gemeinsam mit dem Gebäck den Dank der polnischen Freunde. Bei den bereits losgeschickten und künftigen Hilfsgütern konnte er eine gute Resonanz vermelden, alles habe geklappt und man könne sicher sein, „dass alles auch dort ankommt“, so Appell. Weiteren Dank spricht die Gemeinde zudem allen Lahntalern aus, die sich an Hilfsaktionen zugunsten der Ukraine beteiligt oder Geflüchtete aufgenommen haben.

In der Gemeinde leben rund 20 Ukrainer, die privat untergebracht werden konnten. Das auf Eigeninitiative der Bewohner möglich war, was sehr gut funktioniert habe. Offiziell seien der Kommune aber noch keine Flüchtlinge zugewiesen worden. Das könne aber noch passieren, für den Fall hält die Gemeinde die Lahnfelshalle vor – sollte diese gebraucht werden, müsste sich auch das Parlament einen anderen Tagungsort suchen.

Von Ina Tannert