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Nordkreis „Lahntal sehe und behandele ich als eine Einheit“
Landkreis Nordkreis „Lahntal sehe und behandele ich als eine Einheit“
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14:00 20.11.2021
Jörg Sauerwald ist 52 Jahre alt und seit 2018 Hauptamtsleiter der Gemeinde Lahntal. Nun bewirbt er sich ums Bürgermeisteramt.
Jörg Sauerwald ist 52 Jahre alt und seit 2018 Hauptamtsleiter der Gemeinde Lahntal. Nun bewirbt er sich ums Bürgermeisteramt. Quelle: Privatfoto
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Lahntal

Der 52-jährige Jörg Sauerwald ist der offizielle Bürgermeister-Kandidat der SPD Lahntal (diese Zeitung berichtete). Er soll im September 2022 zum Nachfolger von Manfred Apell gewählt werden. Die Sozialdemokraten haben sich für ihn entschieden, weil sie der Meinung sind, dass er Bürgermeister kann. Sie kaufen bei ihm alles andere als die Katze im Sack, sie sehen praktisch jeden Tag, was er kann, was er für Lahntal leistet, weil er Bestandteil der Verwaltungs-Mannschaft ist, und das mehr oder weniger an der Schaltzentrale, dem Hauptamt.

Seit 2018 ist Sauerwald Hauptamtsleiter der Gemeinde Lahntal und die Arbeit gefällt ihm richtig gut. So gut, dass er sich vorstellen kann, auch die Verantwortung als Bürgermeister übernehmen zu können. „Ich bin überzeugt, dass ich mit der Kombination aus fachlichen und persönlichen Stärken sowie dem Wissen um die Herausforderungen und Potentiale unserer Gemeinde mit meiner Kandidatur allen Lahntaler Bürgerinnen und Bürgern ein gutes, unabhängiges Angebot machen kann. Deshalb trete ich an“, sagt Sauerwald.

Große Herausforderungen

Was heißt jetzt „unabhängig“? Er ist doch der SPD-Kandidat. Stimmt, aber er gehört der Partei nicht an, auch wenn er durchaus sozialdemokratisch denkt, schließlich engagiert er sich auch für die SPD in seiner Heimatkommune Wetter, übrigens ein interessanter Perspektivwechsel für seine tägliche Arbeit. „Ich bin es als Hauptamtsleiter gewohnt, offen für alle Fraktionen zu sein, ich will es auch als Bürgermeister sein. Aber ich gebe offen zu, dass ich schon eine starke politische Kraft hinter mir wissen möchte, die zu mir steht und mich unterstützt.“ Jörg Sauerwald ist verheiratet, hat mit Frau Svenja zwei Kinder, 11 und 14 Jahre alt, er wohnt in Oberrosphe. Nach einer kurzen Zeit als Groß-/Außenhandelskaufmann ging er für acht Jahre zur Bundeswehr, war dort in der Stabsverwaltung tätig. Dann folgte ein Studium an der VFH Frankfurt mit dem Abschluss Diplom Verwaltungswirt.

21 Jahre blieb Frankfurt dann auch seine Arbeitsstätte, nie Heimstätte. „Ich bin immer gependelt und das stets mit dem Zug“, sagt er. In Frankfurt arbeitete er in verschiedenen Behörden in unterschiedlichen Funktionen. In den vergangenen zehn Jahren dann als Verwaltungsleiter und stellvertretender Betriebsleiter des Eigenbetriebes Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Dann sah er die Stellenausschreibung aus Lahntal und griff zu. „Das passte sofort ganz wunderbar“, sagt er. Wenn er ins Reden über Lahntal kommt, spricht er ganz automatisch von „seiner“ Gemeinde. „Das ist einfach so. Ich wohne in Wetter, aber arbeite in Lahntal und lerne diese Gemeinde durch meine Funktion sehr gut kennen. So ist es eben meine Gemeinde.“

Er glaubt, dass man keine bessere Ausgangslage haben kann. Mit seinem Wissen schaue er ganz neutral auf alle Ortsteile, kann frei entscheiden, was wo wie Sinn macht, ohne dass man ihn eine Vorliebe für irgendeinen Ort vorwerfen könne. Lahntal sehe und behandele ich als eine Einheit“, sagt Sauerwald.

Für viele Leiter eines Hauptamtes ist der Schritt, sich irgendwann irgendwo um ein Bürgermeisteramt zu bewerben, der finale auf der Karriereleiter. Für Sauerwald kommt dieser Schritt jetzt, weil sein Chef Anfang 2023 aufhört. Eine andere Kommune als Lahntal kann sich Sauerwald indessen nicht wirklich vorstellen. So ist es eine ganz bewusste Bewerbung, die tatsächlich auf seinem Know-how über diese Gemeinde basiert.

Sauerwald weiß, worauf er sich einlässt: „Lahntal ist eine unheimlich spannende Gemeinde. Die Herausforderungen sind sehr groß und komplex. Deshalb ist es mir wichtig, dass nicht nur die politisch Aktiven in der Gemeinde wissen, wofür ich stehe. In einer möglichen Amtsführung stehe ich für klare soziale und ökologische Werte. Ich lege einen großen Schwerpunkt auf die menschliche Komponente dieses Amtes und stehe so für Dialog und Partizipation.“ Das muss Sauerwald nicht erst lernen, so kennt man ihn bereits an seinem Arbeitsplatz.

Dann sagt er: „Ich glaube daran, dass ich die Gemeinde mit einer gezielten Bündelung der unterschiedlichen Kompetenzen zukunftsfähig entwickeln kann und neue Potentiale auch durch unterschiedliche Formen der Bürgerbeteiligung freilegen kann.“ Jörg Sauerwald ist es gewohnt, lange Arbeitstage zu haben, Dinge stringent anzugehen.

Seinen Ausgleich zum durchaus schönen, aber auch anstrengenden Job findet er wo? „Ganz klar im Kreise meiner Familie. Die macht mich glücklich. Und ein Waldspaziergang ist auch sehr hilfreich, wenn ich mal abschalten will. Oder auch ein schönes Gespräch über Fußball.“

Von Götz Schaub

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