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Nordkreis Mit Wettkampfgeist zu mehr Klimaschutz
Landkreis Nordkreis Mit Wettkampfgeist zu mehr Klimaschutz
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09:58 27.08.2021
Lahntal ruft zu mehr Klimaschutz auf: Dr. Michael Bilharz (links) und Bürgermeister Manfred Apell boxten für die "Klimawette" eine symbolische Tonne CO2 um.
Lahntal ruft zu mehr Klimaschutz auf: Dr. Michael Bilharz (links) und Bürgermeister Manfred Apell boxten für die "Klimawette" eine symbolische Tonne CO2 um. Quelle: Ina Tannert
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Caldern

Was kann in Lahntal noch für den Klimaschutz getan werden und an welchen Stellen gibt es CO2-Einsparpotential? Sicher an vielen, die müssen aber auch gefunden und ernsthaft angegangen werden. Dazu ruft die Gemeinde Lahntal auf, die versuchen will, die Bürger dazu zu motivieren, mehr Kohlendioxid einzusparen.

Diese „Wette“ ging Bürgermeister Manfred Apell zumindest mit Dr. Michael Bilharz, Initiator der Aktion „Klimawette“, ein. Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler vom Verein „3 fürs Klima“ tourt im Rahmen der Initiative seit Wochen durch die Republik und kam mit Lastenrad, Tonne und Motivationshilfen auch in Lahntal vorbei.

Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Umweltbundesamt und will andere für das große Ziel der Aktion begeistern: Auf der 100-tägigen Tour sollen eine Million Menschen dazu animiert werden, eine Tonne und damit zusammen eine Million Tonnen CO2 einzusparen. Denn etwa eine Tonne weniger pro Person und Jahr wären Voraussetzung für das 1,5-Grad-Ziel. Geknackt werden sollen die Million bis zur nächsten Weltklimakonferenz in Glasgow Anfang November. Auf die Einwohnerzahl von Lahntal herunter gerechnet, wären das für die Gemeinde 104 Tonnen.

Die Kommune ist über die Aktion nun aufgefordert eine eigene Klimawette zu initiieren. „Jeder kann etwas tun, wir müssen einfach noch eine Schippe drauf legen“, betonte Bilharz während des Treffens in Caldern. Auf seiner Tour renne er mit dem Thema auch „viele offene Türen ein“, das Problem sei aber wie beim Fußballspiel – „man schießt Tore und liegt trotzdem zurück, uns rennt die Zeit davon“.

Auf den ersten Blick sei das lokale Klima-Ziel von 104 Tonnen „eine große unüberwindbare Hürde“, betonte Bürgermeister Manfred Apell. Aber die Gemeinde wolle sich anstrengen, „dann wird uns das schon gelingen“. Besiegelt wurde das Lahntaler Versprechen dann auch, indem die beiden Wett-Partner auf dem Parkplatz der Gaststätte „zur Lahnbrücke“ eine große Tonne umboxten, damit symbolisch auch dem Kohlenstoffdioxid einen kräftigen Schlag verpassten.

Nun bleibt abzuwarten, ob das große Ziel und auch das lokale Lahntal-Ziel erreicht werden kann. Die Gemeinde plane dazu verschiedene Aktionen, etwa einen Aufruf, welche genau sei noch nicht entschieden, sagt Apell. Potential gibt es, etwa bei weiteren Solarstrom-Flächen auf kommunalen Gebäuden, „wir hätten noch viel mehr Dächer anzubieten“.

Angesichts klammer kommunaler Finanzen, könne es ad hoc aber wohl keinen großen Wurf geben. „Aber ich fange an, der Rest geht hinterher“, so seine Hoffnung, auch mit Blick darauf, dass demnächst im Parlament der Klimaschutzplan fortgeschrieben werden soll. Generell sei die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben und die Akzeptanz der Bevölkerung nicht einfach zu erreichen, etwa beim Thema Windkraft. „Der Weg ist ein schwerer, egal, um was es geht.“

Im Rahmen der Klimawette gibt es online weitere Ideen, wie jeder und jede selber CO2 im Alltag einsparen kann, vom stromsparenden Haushaltsgerät, dem autofreien Arbeitsweg bis zur Sparbrause für die Dusche. Eingespartes CO2 kann über die Webseite der Aktion „eingezahlt“ werden, wird dann erfasst und nochmals geprüft, oder es können ausgewählte Klimaschutzprojekte gefördert werden.

Unterstützt wird die Aktion unter anderem von der Region Burgwald-Ederbergland im Rahmen der Klimabonus-Initiative, die lokale Klimaschutz-Maßnahmen durch ein finanzielles Ausgleichs- und Belohnungssystem fördert.

Weitere Informationen unter www.dieklimawette.de und www.klimabonus.info

Von Ina Tannert

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