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Nordkreis Kripo bestätigt zweiten Fall in Caldern
Landkreis Nordkreis Kripo bestätigt zweiten Fall in Caldern
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18:13 05.04.2019
Quelle: Thorsten Richter
Caldern

Ein zehn Jahre alter Junge ist laut Polizeisprecher Martin Ahlich am Mittwoch, 3. April, auf dem Weg zur Schule im Kreuzungsbereich der Forsthausstraße vom Fahrer eines weißen VW-Busses angesprochen worden. Dieser habe den Jungen zum Mitkommen aufgefordert. Der Zehnjährige rannte daraufhin zur nahegelegenen Bushaltestelle. Der Unbekannte fuhr mit seinem Bus davon.

Der Junge beschrieb den Fahrer des weißen Busses als südländisch, etwa 30 bis 35 Jahre alt und mit schwarzem Vollbart. Er soll eine weiße Jogginghose, weiße Turnschuhe der Marke Nike und ein schwarzes T-Shirt getragen haben.

Bereits vor einigen Tagen berichtete die Polizei über das Ansprechen eines Kindes am Samstagabend, 30. März, in der Rimbergstraße in Caldern. Der zweite Fall war bereits am Mittwochnachmittag massiv in sozialen Medien geteilt worden (die OP berichtete). Die Polizei weist nochmals darauf hin, dass sie die Vorfälle sehr ernst nimmt und die Verunsicherung und Besorgnis der Eltern versteht. Trotzdem bitten die Ermittler darum, Nachrichten in den sozialen Medien nicht einfach unreflektiert weiterzuleiten. Die Polizei gehe allen Ermittlungsansätzen intensiv nach und habe die offene und verdeckte Präsenz in Caldern verstärkt, betont Ahlich.

  • Zeugen, die nähere Angaben zu dem Verdächtigen und dem von ihm genutzten VW-Bus machen können, melden sich bitte umgehend bei der Kriminalpolizei in Marburg, Telefon 06421/4060.

Tipps der Polizei

"Kinderansprecher" sorgen regelmäßig für große Unruhe und Unsicherheit. Der Grat zwischen Informationen zur Sensibilisierung der Kinder und ihrer Einschüchterung ist schmal. Die Polizei will hiermit Eltern eine Hilfestellung geben, ihre Kinder auf Situationen dieser Art vorzubereiten, ohne übertriebene Angst hervorzurufen oder die Phantasie der Kinder anzuregen.

Für Kinder sind einfache Regeln und klare Absprachen die beste Orientierung. Es ist wichtig, dass Eltern, wenn ihnen ein Kind Derartiges erzählt, besonnen und überlegt reagieren. Eine "Informationsverbreitung" beispielsweise über die sozialen Netzwerke ist häufig kontraproduktiv und führt zu einer Vielzahl von "Fehlmeldungen", die die Ermittlungsarbeiten behindern und erschweren können. Wenn ein Kind davon erzählt, von einem Unbekannten angesprochen worden zu sein, sollten Eltern Folgendes beachten: Loben Sie das Kind dafür, dass es sich Ihnen anvertraut hat! Stellen Sie in einem ruhigen Tonfall nur offene Fragen (keine Suggestivfragen) über den Ablauf der Geschehnisse. Geben Sie dem Kind keine Details vor! Akzeptieren Sie es, wenn das Mädchen/der Junge nicht weitersprechen will. Überfordern Sie das Kind nicht mit "bohrenden" Fragen nach Einzelheiten. Informieren Sie sofort die Polizei, in akuten Fällen über den Notruf 110!
Bitte beachten: Namensschilder auf Rucksäcken und Schulranzen gehören in die Innenseite. Wird ein Kind mit seinem Namen angesprochen, suggeriert ihm dies eine nicht vorhandene Vertrautheit.

Eltern sollten sich an Absprachen mit ihrem Kind halten, wer es abholen darf und zu welcher Uhrzeit. Pünktlichkeit ist wichtig, "Ausnahmen" sollten vermieden werden. In der Gruppe, zum Beispiel mit Nachbarskindern auf dem Schulweg, sind und fühlen sich Kinder sicherer!
Eltern können Verhaltensregeln für den Schulweg und die Freizeit festlegen. Realitätsnahe Rollenspiele sollten aber auf jeden Fall vermieden werden, um Kinder nicht zu ängstigen. Eltern können mit ihrem Kind den Schulweg abgehen und klare Absprachen treffen, etwa wer darf es im Auto mitnehmen, wer darf es von der Schule abholen. Absprachen müssen insbesondere den Fall berücksichtigen, wenn Eltern durch einen Unfall, Arbeit, usw. verhindert sein sollten.

Sinnvoll ist auch ein Spiel zu spielen, in dem Informationen abgefragt werden, die wichtig für Fahndungen der Polizei sein könnten: Angaben zum Fahrzeug (Kennzeichen, Typ, Farbe), die Personenbeschreibung sowie Zeitpunkt und Ort des Geschehens.