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Nordkreis Jubiläen ordnen sich Corona unter
Landkreis Nordkreis Jubiläen ordnen sich Corona unter
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19:17 26.03.2020
„Lux lucet in tenebris“ – lateinisch für „das Licht leuchtet in der Finsternis“ – ist der Leitspruch der Waldenser, hier dargestellt von Todenhäusern am Tag der Tracht.
Niederwetter

Auch die geplanten Dorffeste in Niederwetter und Todenhausen fallen aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr aus. In Niederwetter sollte vom 15. bis 17. Mai das 800-jährige Bestehen des Dorfes seit seiner Ersterwähnung gefeiert werden, in Todenhausen vom 26. bis 28. Juni das 300-jährige Bestehen der Colonie, die 1720 von Glaubensflüchtlingen aus Frankreich, den Hugenotten, gegründet wurde.

Die jeweiligen Festausschüsse haben jeweils Rücksprache mit Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka gehalten und sich auch untereinander verständigt, schließlich wollten sie sich gegenseitig bei verschiedenen Diensten unterstützen. „Dass so eine Entscheidung nach all den Vorbereitungen, die bereits gelaufen sind, sehr schwerfällt, ist wohl nachvollziehbar. Aber letztlich sahen wir auch alle ein, dass es jetzt einfach keinen Sinn mehr macht, an den ursprünglichen Daten festzuhalten“, sagt Todenhausens Ortsvorsteher Ralf Funk, der im Festausschuss 300 Jahre Colonie in Todenhausen engagiert ist. „So ein Fest feiert man schließlich nur alle 25 Jahre in einem so großen Rahmen, da tut eine Absage schon weh.“

Die derzeit gültigen Einschränkungen zur Versammlungsfreiheit machen es den beiden Festausschüssen in Todenhausen und Niederwetter praktisch unmöglich, in der heißen Phase wenige Wochen vor den geplanten Festen zusammenzukommen und die Feinheiten abzustimmen. Zudem wisse natürlich keiner, wie sich die Situation zur Zeit der Feste darstellt und dieses Risiko einer kurzfristigen Absage wolle man allen Beteiligten ersparen.

„Wir sind schon sehr traurig“, sagt Niederwetters Ortsvorsteher Daniel Falk. Das Fest abzusagen sei eine harte Nummer, doch werde man sich nicht entmutigen lassen. Gerade jetzt, wo es in Niederwetter eine Aufbruchstimmung gegeben habe, eine schöne Entwicklung zu mehr Gemeinschaftssinn im Ort, wolle man sich nicht komplett ausbremsen lassen. Das Fest werde nachgeholt, irgendwann in 2021. Das müsse natürlich noch eingehend besprochen werden. Die Gemeinschaft, der Festausschuss, der Projektchor, das Erstellen eines eigenen Wappens, all das habe Niederwetter vorangebracht. Falk: „Das, was hier in Niederwetter entstanden ist, ist der Wahnsinn. Wir sind aber auch realistisch genug, und sagen jetzt, dass die Gesundheit aller Vorrang hat.“

In Todenhausen schlägt Funk andere Töne an. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, aber ob das 2021 was wird, kann ich jetzt nicht so einfach sagen.“ Schließlich würden jetzt sehr viele ihre Veranstaltungen verlegen. Da müsse man aber auch erst einmal schauen, wer generell für 2021 schon Großveranstaltungen plant. Und dann gebe es ja auch noch die Kommunalwahl, die möglicherweise im Ortsbeirat für Veränderungen sorgt. „Wir werden uns zu gegebener Zeit wieder zusammensetzen und das genauer diskutieren“, sagt Funk. Jetzt habe zunächst einmal die Gesundheit aller Vorrang, stimmt er seinem Ortsvorsteher-Kollegen Daniel Falk aus Niederwetter zu.

Von Götz Schaub