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Nordkreis „Jeder muss sich an die Regeln halten“
Landkreis Nordkreis „Jeder muss sich an die Regeln halten“
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12:00 28.03.2020
Münchhausens Bürgermeister Peter Funk in seinem Büro im Rathaus. Derzeit ist sein Schreibtisch sein Hauptarbeitsfeld, Viele Dinge erledigt er per E-Mail oder Telefon. Quelle: Götz Schaub
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Münchhausen

Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie treffen auch Behörden und Politik. Wie wirkt sich das in einer Gemeinde aus? Das beantwortet Münchhausens Bürgermeister Peter Funk.

Herr Funk, wann haben Sie für sich festgestellt, dass das Thema Coronavirus auch hier vor Ort im Landkreis und in Ihrer Kommune Münchhausen ein ernstes Thema wird?

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Peter Funk: Richtig wahrgenommen habe ich das Thema schon vor einigen Wochen. Und dann wurde mir schnell klar, dass das Virus für uns sehr gefährlich ist. Daraufhin haben wir sofort alle Seniorenveranstaltungen abgesagt. Danach ging es ja dann doch sehr schnell bis zu den aktuellen Vorgaben, die dann von Land und Bund kamen. An dieser Stelle möchte ich mich bei unserer Landrätin Kirsten Fründt recht herzlich bedanken, die immer ein offenes Ohr für unsere Probleme hatte beziehungsweise hat und uns sofort mit entsprechenden Anweisungen weiterhalf. Man fühlte sich nie allein gelassen.

OP: Wie stellt sich für Sie die aktuelle Situation im Rathaus Münchhausen dar?

Funk: Begrüßung per Handschlag ist ja nun schon lange nicht mehr. Das Rathaus ist für den Publikumsverkehr geschlossen, in dringenden Fällen werden Gesprächstermine vereinbart. Wir haben alles auf ein Minimum heruntergefahren. Auch das politische Leben ruht, wir haben die Sitzungen inklusive Gemeindevertretersitzung nach hinten verschoben wie natürlich auch die gemeinsame Jahreshauptversammlung unserer Feuerwehren. Da dort auch Wahlen anstanden, die wir nicht abhalten konnten, wurden die bisherigen Amtsträger, insbesondere der Gemeindebrandinspektor und seine Stellvertreter, kommissarisch weiter verpflichtet. Der Brandschutz muss ja auch in der Verantwortungskette gewährleistet bleiben. Wir versuchen auch reduziert zu arbeiten, aber wir sind eine personell kleine Verwaltung, da kann ich nicht wirklich viele Mitarbeiter nach Hause schicken. Aus Sicherheitsgründen arbeiten wir aber selbst beim Bauhof mit seinen fünf Beschäftigten in einem Zweischicht-System.

OP: Wie gehen Sie persönlich mit der aktuellen Situation um?

Funk: Persönlich habe ich jetzt natürlich ungewöhnlich wenige bis gar keine Termine wahrzunehmen, dennoch bin ich eingespannt, die veränderten Abläufe müssen ja organisiert werden. Viele Dinge müssen jetzt telefonisch und per E-Mail geklärt werden, für die man sich sonst eher getroffen hätte. Besuche von Geburtstagen älterer Mitbürger und Jubel-Feiern finden zurzeit nicht statt. Privat halte ich mich auch an die Vorgaben, der Osterurlaub mit der Familie ist schon gecancelt. Jeder muss sich jetzt an die Regeln halten, sonst kann es mit den Bewegungseinschränkungen noch drastischer werden. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, dass die Ansteckungsgefahr minimiert wird.

OP: Welche Reaktionen nehmen sie aus der Bevölkerung wahr?

Funk: Eigentlich sind die Menschen verständig. Das zeigte sich schon, als die Kindergärten geschlossen wurden. Da gab es keine Eltern, die sich darüber beklagten. In der Anfangszeit gab es allerdings auch ein paar Reaktionen auf abgesagte Veranstaltungen, die aufzeigten, dass die Menschen den Ernst der Lage noch nicht verstanden hatten oder nicht akzeptieren wollten. Wir haben die Bürgerhäuser und Hallen ja nicht zugemacht, damit sich die Feiernden dann privat irgendwo draußen treffen. Ich denke, dass das jetzt aber im Sinne des Allgemeinwohls vorbei ist. Wir müssen jetzt geduldig sein und hoffen, dass wir in vier Wochen eine bessere Situation haben.

Von Götz Schaub

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