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Nordkreis Windkraftgegner: Kein Wind im Wollenberg, woher soll Wind im Tal kommen?
Landkreis Nordkreis Windkraftgegner: Kein Wind im Wollenberg, woher soll Wind im Tal kommen?
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Bürgerinitiative schlägt Alarm: Investoren haben die Fläche zwischen Mellnau und Todenhausen im Blick. Quelle: Andreas Arnold/dpa
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Wetter

Die Bürgerinitiative (BI) Windkraft Wetter befürchtet, dass das Thema Windkraft auf der nicht gewünschten Vorrangfläche 3105 zwischen Wetter, Todenhausen und Mellnau, eher über kurz als über lang wieder zu einem Thema wird. In ihrem aktuellen Info-Schreiben führt die BI aus, dass sich derzeit gleich mehrere Investoren darum bemühen, Flächen anzupachten. So führt sie aus: „Die BI kennt zwei Unternehmen namentlich und hörte von mindestens einem weiteren Unternehmen. Alle drei sind mit Personal regelmäßig in der Region vor Ort, um Flächenbesitzer zur Verpachtung ihrer Grundstücke im Vorranggebiet zu bewegen.“

Einer der Investoren, so die beiden Vorsitzenden der BI, Horst Althaus und Andreas Ditze, plant mit Anlagen vom Typ Enercon160. Das bedeutet bis zur Spitze des Rotorblatts sind die Anlagen etwa 246 Meter hoch. Auf der beschriebenen Fläche könnten sechs dieser Anlagen entstehen. Nach Informationen der BI werden Grundstücksbesitzer mit hohen Gewinnsummen „geködert“.

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Althaus und Ditze appellieren an den Menschenverstand: „Wir sehen, dass es Dinge gibt, die bei uns in der Region funktionieren. Die Biogas- oder Hackschnitzelanlage, die Nahwärme. Wenn selbst auf dem Wollenberg Windkraft nicht funktioniert, sehen wir keine Chance, dass sie im Tal zwischen Wetter, Todenhausen und Mellnau einen Beitrag zur Energiewende bringt.“ Vor Jahren hatten die Stadtwerke Marburg die Verwirklichung von Windrädern im Gebiet Wollenberg auf der Agenda, nahmen aber dann davon wieder Abstand, weil es schlicht an Wind fehlte.

Die BI sagt: „Hier weht weniger Wind, als für einen Windpark vom Land Hessen vorgeschrieben ist. Darum klagt die Stadt. Wir als BI sehen aber auch die geringen Abstände zu den Siedlungsflächen, den Infraschall und den Denkmalschutz der Burg als Problem.“

Nach Todenhausen seien es knapp 1.000 Meter. Dort werde also nur der Mindestabstand gewahrt. Nach Wetter seien es auch nur 1.200 Meter und nach Mellnau rund 1.750 Meter

Die BI Windkraft Wetter ist ein eingetragener Verein und seit April 2012 kritischer Begleiter der Energiewende in Wetter. Sie informiert über ihr Anliegen auch im Internet auf ihrer Homepage www.bi-windkraft-wetter.de/

Von Götz Schaub

Reaktion des Bürgermeisters

Auch wenn die Stadt Wetter gegen einen geplanten Standort klagt, ist sie grundsätzlich für Windenergie. Das betont Bürgermeister Kai-Uwe Spanka als Reaktion auf vorstehenden Artikel. Mehr dazu lesen Sie hier.

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