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Nordkreis Insolvenzverfahren über Schoeller
Landkreis Nordkreis Insolvenzverfahren über Schoeller
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08:00 08.05.2020
Schoeller Electronics in Wetter. Quelle: Thorsten Richter
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Wetter

Nach Informationen des zuständigen Gewerkschaftssekretärs Tobias Götz von der IG Metall Mittelhessen ist Dr. Lojowsky ein „starker“ Insolvenzverwalter, also an Beschlüsse der bisherigen Unternehmensführung nicht gebunden. Er trifft alle Entscheidungen. Produkten für die Medizintechnik gibt er eine gute Marktchance. „Für das Fortführen des Geschäftsbetriebs und das Vorantreiben des Insolvenzverfahrens ist das eine wichtige Weichenstellung“, sagt Dr. Lojowsky. Der Geschäftsbetrieb läuft ungeachtet des laufenden Verfahrens weiter.

200 Mitarbeiter ohne Lohn

Dr. Lojowsky begab sich unmittelbar nach seiner Bestellung ins Unternehmen und informierte die rund 200 Arbeitnehmer über das Verfahren. Diese rund 200 Beschäftigten, die nach Auskunft von Ernst im April keinen Lohn erhalten haben, werden für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert.

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Der vorläufige Insolvenzverwalter verschafft sich derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und prüft Sanierungsoptionen. Schoeller Electronics Systems ist einer der führenden Leiterplattenhersteller in Europa. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Sondertechnik-Schaltungen wie Flex- und Starrflex-Schaltungen, Platinen mit Laser-Mikrolöchern, Metallkernen oder besonderen Basismaterialien, etwa für Hochfrequenzschaltungen. Gefertigt wird vom Entwicklungsmuster bis zur Serie. Zu den Kunden gehören die großen europäischen Elektronikkonzerne.

Chef wegen Corona nicht erreichbar

Hintergrund der Schieflage ist, dass die Gesellschaft sich aktuell führungslos präsentiert. Der Geschäftsführer hält sich in Großbritannien auf und kann von dort Corona-bedingt nicht ausreisen. Gleichzeitig ist er aktuell weder per Telefon noch per E-Mail erreichbar. Ein zeichnungsberechtigter Prokurist hatte das Unternehmen zum Jahresende 2019 verlassen. „Daher gab es zuletzt niemanden, der Bestellungen freigeben oder Zahlungen auslösen konnte“, berichtet Lojowsky. Ergebnis: Obwohl die Auftragsbücher voll seien, seien keine Materialien bestellt worden, sagt Tobias Götz, der dies für unverständlich hält. Gerade in der Corona-Krise bestehe für das Unternehmen mit seinen Medizin-Produkten eine gute Marktchance, sagt Götz. Der Gewerkschafter äußerte sich zuversichtlich über den Fortbestand der Firma. Die IG Metall werde alles tun, um gemeinsam mit Dr. Lojowsky Schoeller zu retten.

Nach OP-Informationen sollen mehrere Gläubiger das Insolvenzverfahren angestrengt haben, darunter die Stadtwerke Wetter

von Till Conrad

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