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Nordkreis Hilfe für krebskranke Mütter mit Babys oder Kleinkindern
Landkreis Nordkreis Hilfe für krebskranke Mütter mit Babys oder Kleinkindern
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18:59 03.10.2021
Andreas Marquardt spendete sein Geburtstagsgeld in Höhe von 1 300 Euro an den noch jungen Verein Pro Mater Sano, der sich um krebskranke Mütter mit kleinen Kindern kümmert. Den Scheck nahmen Carmen Bornmann (von links), Heike Michel, Carina Binder und Katharina Viessmann im Garten der „Genießerei“ in Wetter entgegen.
Andreas Marquardt spendete sein Geburtstagsgeld in Höhe von 1 300 Euro an den noch jungen Verein Pro Mater Sano, der sich um krebskranke Mütter mit kleinen Kindern kümmert. Den Scheck nahmen Carmen Bornmann (von links), Heike Michel, Carina Binder und Katharina Viessmann im Garten der „Genießerei“ in Wetter entgegen. Quelle: Götz Schaub
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Wetter

Das Familienleben scheint perfekt zu werden, wenn sich gewollter Nachwuchs ankündigt. Aber dann, irgendwann mitten in der Schwangerschaft, in der Vorfreude, oder aber auch kurze Zeit nach der Geburt kommt eine niederschmetternde Nachricht für die junge Frau: Diagnose Krebs.

Als Charlotte Arnold 2017 in der zehnten Schwangerschaftswoche gesagt wird, dass sie Brustkrebs hat, durchläuft sie einen Prozess, an dessen Ende ein ganz besonderer Anfang steht. Charlotte Arnold entscheidet sich für ihr Kind und bringt auch eine gesunde Tochter zur Welt, während sie schon in Behandlung ist. Das, was sie in dieser Zeit erlebte, die vielen Tage und Stunden der Hilflosigkeit, wo doch ein Baby auf sie angewiesen war, ließ einen Entschluss in ihr reifen. Keine Frau soll sich in einer solchen Situation alleingelassen fühlen müssen. Egal ob sie gerade ein Baby bekommen hat oder schon ein oder mehrere Kleinkinder hat.

Die Behandlung ist anstrengend

Die Behandlung fordert sehr viel ab, physisch wie auch psychisch, aber es gibt nur wenig Zeit, zu sich zu kommen, sich zu erholen, wieder fit zu werden, weil beispielsweise Haushaltshilfen etwa nur für drei Wochen über Krankenkassen finanziert werden. Die Nebenwirkungen der Therapie sind so einschneidend, dass schon ein normaler Tagesablauf nicht zu bewältigen ist. Mit einem Baby und / oder kleinen Kindern wird es noch um ein Vielfaches schwerer. Und weil Hilfe, für sie überraschend, doch nur sehr spärlich zu bekommen war, gründete sie mit engen Freunden einen Verein, der ganz speziell Angebote für krebskranke Frauen mit kleinen Kindern macht, der dabei hilft, Notwendiges zu finanzieren – und das gleich deutschlandweit.

Eine enge Freundin von Charlotte Arnold ist Carina Binder aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie hat bei der Gründungsversammlung im Sommer 2019 in Birkenbringhausen im Nachbarkreis Waldeck-Frankenberg Verantwortung übernommen und agiert seither als Schatzmeisterin im Verein Pro Mater Sano mit Sitz in Frankfurt. Als sie bei einer Gelegenheit ihrer Zahnärztin von diesem Verein erzählt, hat diese eine Idee. Ihr Mann stand kurz vor einem runden Geburtstag, den er groß feiern wollte. Allerdings wollte er sich nicht beschenken lassen, sondern um eine Spende für einen wohltätigen Verein bitten.

Und so kam es, dass vier Frauen aus dem Vorstand beziehungsweise erweiterten Vorstand in die neu eröffnete „Genießerei“ nach Wetter kamen, in der Andreas Marquardt seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte. Genau dort übergab er den Frauen 1 300 Euro. Das Geld, das seine Gäste gespendet hatten. In Empfang nahmen es Carina Binder sowie Carmen Bornmann, Heike Michel und Katharina Viessmann, die alle Teammitglieder des Vereins sind.

Jede Form der Zuwendung ist willkommen, soll sie doch krebskranken Müttern zugute kommen. „Die finanzielle Hilfe wird ganz individuell und unbürokratisch gewährt“, sagt Binder. So werden davon Haushaltshilfen, Zuzahlungen zur Therapie, oder für eine Perücke aber auch für Entspannungsverfahren geleistet. Um möglichst vielen Frauen in dieser Extremsituation helfen zu können, „müssen wir uns bekannt machen und Spenden sammeln“, sagt Carina Binder.

Einmal im Monat kommen die Vorstandsmitglieder mindestens virtuell zusammen, um ihre Hilfen zu koordinieren, ihr weiteres Vorgehen zu planen. Langfristig wollen sie Reha-Plätze unterstützen. Tatsächlich gibt es laut Binder nur ein einziges Haus dafür in ganz Deutschland, was völlig am Bedarf vorbei gehe.

Informationen zum Verein, zu den Hilfeleistungen und zur Unterstützung gibt es im Internet unter www.pro-mater-sano.de

Von Götz Schaub

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