Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Bundesverdienstkreuz für Heinrich Eife
Landkreis Nordkreis Bundesverdienstkreuz für Heinrich Eife
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 23.11.2018
Heinrich Eife steht auf seiner Terrasse in Unterrosphe. In dem Wetteraner Stadtteil ist er Vorsitzender des Tennisvereins und Kassierer des VdK-Ortsverbandes. Quelle: Tobias Kunz
Unterrosphe

Heinrich Eife ist ein echtes Unikat. Einer, der sagt, was er denkt. Immer direkt, aber nie unverschämt. Er trägt sein Herz auf der Zunge. Heute wird er für sein vielfaches Engagement in Politik und Ehrenamt im Kreishaus mit dem Verdienstkreuz am Bande, der ersten Stufe des Bundesverdienstkreuzes ausgezeichnet. Sein halbes Leben lang sitzt der 70-Jährige in der Wetteraner Stadtverordnetenversammlung, insgesamt rund 15 Jahre als Vorsitzender. Im Frühjahr dieses Jahres rückte er erneut ins höchste Amt der Stadt. Warum? „Es wollte kein anderer machen“, sagt er.

Nun also wieder Eife. Wie so oft in seinem Leben. 1982 trat er der SPD bei. Es wurden noch Leute für die Liste zur Kommunalwahl gesucht, sagt er. Der Weg zu den Sozialdemokraten war kurz: Als Gewerkschaftler fühlte er sich mit der Partei verbunden. „Beide waren damals ja ein Kopf und ein Arsch“, sagt Eife. Nach der Wahl saß er in der Stadtverordnetenversammlung, durchlief verschiedene Ausschüsse – auch als Vorsitzender. In der laufenden Legislaturperiode steht er dem Bauausschuss vor. Vier Jahre lang stand Eife an der Spitze des SPD-Ortsvereins Wetter. Anschließend wurde er Kassierer, das ist er bis heute noch.

Nach der nächsten Wahl soll Schluss sein

Seit dreieinhalb Jahrzehnten prägt er die Wetteraner Stadtpolitik mit. Immer ehrlich. Und immer mit klaren Ansagen. Wenn ihm eine Sitzung zu lange dauert, sieht man ihn gerne mal draußen vor dem Saal stehen. Dann raucht er eine Zigarette, tankt neue Energie und stürzt sich im Anschluss wieder in die Diskussionen.

Die Parlamentsarbeit will er niederlegen, bevor ihn irgendwann das Alter einholt. Nach der nächsten Kommunalwahl 2021 soll Schluss sein. Dann ist Eife 73 Jahre und will die Arbeit jüngeren überlassen.
Mit 21 Jahren trat der gelernte Dreher Eife der IG Metall bei. Seine Ausbildung machte er bei der Firma Usbeck & Söhne. Später arbeitete er für die Firmen Seidel, Viessmann und schließlich Behring, wechselte von der IG Metall zur IG BCE und von der Biologie über die Forschung zur Kontrollabteilung.

Erhalt der goldenen Ehrennadel des hessischen Tennisverbandes

In Goßfelden geboren, wuchs Heinrich Eife in Oberrosphe auf. Die Liebe brachte ihn einen Ort weiter, nach Unterrosphe. 1979 heiratete er seine Frau Anita, zog mit ihr ins Nachbardorf. Dort hinterließ Eife direkt seine Fußspuren. Dem 1980 gegründeten Tennisverein steht er seit 33 Jahren vor. Als Dank erhielt er Anfang dieses Jahres die goldene Ehrennadel des hessischen Tennisverbandes. „Die erhält man nur, wenn man zweimal Deutscher Meister geworden ist – oder solange im Vorstand war, wie ich“, sagt Eife schmunzelnd.Dem VdK-Ortsverband Unterrosphe/Oberrosphe trat Eife vor 13 Jahren bei. Fünf Jahre später wurde er Kassierer. Einfach „nur“ Mitglied sein? Für ihn unvorstellbar.

Viele geladene Gäste zu seinem Ehrentag

Zu seinem Ehrentag kamen neben dem hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Landrätin Kirsten Fründt auch zahlreiche Wegbegleiter mit Eife ins Kreishaus. Ob Familie, Parteigenossen oder Vereinskollegen – Eife hat reihenweise Gäste eingeladen, die er bei der Verleihung um sich haben möchte. Über einen Besuch freute er sich indes besonders: Aus der Partnergemeinde Reinsdorf in Sachsen-Anhalt reist Familie Tanz an.

1998 schickte der damalige Bürgermeister Dieter Rincke Eife in die Partnergemeinde Reinsdorf. Dort kam er bei Familie Tanz unter.
Seine Frau und er durften damals im Schlafzimmer des Ehepaars schlafen, erinnert er sich. „Sie haben sich irgendwo auf den Boden gelegt“, sagt Eife. Aus dem Besuch entstand eine innige Freundschaft, seit 1998 besucht Eife jedes Jahr das Weinfest der Partnergemeinde – mittlerweile schlafen seine Frau und er aber in einem Hotel.

von Tobias Kunz