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Nordkreis Trotz Einbußen wird weiter investiert
Landkreis Nordkreis Trotz Einbußen wird weiter investiert
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14:00 08.02.2021
Die Gemeinde Lahntal hat sich 2020 kostengünstig selbst in diesem Haus neuen Raum gegenüber der eigentlichen Verwaltung in Sterzhausen geschaffen. Im Haushalt 2021 stehen weitere wichtige Infrastruktur-Projekte.
Die Gemeinde Lahntal hat sich 2020 kostengünstig selbst in diesem Haus neuen Raum gegenüber der eigentlichen Verwaltung in Sterzhausen geschaffen. Im Haushalt 2021 stehen weitere wichtige Infrastruktur-Projekte. Quelle: Götz Schaub
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Goßfelden

Alle wesentlichen Teile, die den Haushalt 2021 der Gemeinde Lahntal ausmachen, also Haushaltssatz und Plan, das Investitionsprogramm und der Stellenplan, wurden am Donnerstagabend von den Gemeindevertretern jeweils einstimmig während der Sitzung in der Lahnfelshalle verabschiedet. Und das, obwohl das Werk im so wichtigen Ergebnishaushalt, der ja eigentlich ausgeglichen gestaltet werden soll, ein Minus in Höhe von 529.200 Euro aufweist.

Nun, das ist jetzt die Momentaufnahme aufgrund veränderter Einnahmen durch die Corona-Pandemie. Und so war der nicht selbst verschuldete Fehlbetrag nur Ausgangspunkt der Haushaltsreden, aber eben kein zentraler Vorwurf. Michael Nies von der CDU, der an dritter Stelle sprach, und von dem man eher die meiste Kritik erwarten konnte, legte seinen Fokus auch in Wahlzeiten lieber auf Sachargumente und lobte dabei auch den Kämmerer Manfred Apell für den Mut, trotz des Fehlbetrages mehr als 200.000 Euro in die Sanierung und Erhaltung der Infrastruktur zu stecken, um eben höhere Folgekosten zu vermeiden.

Dabei wies er darauf hin, dass die CDU bereits im Mai 2020 einen Antrag gestellt hatte, dass alle gemeindeeigenen Liegenschaften regelmäßig zu begehen seien, um mögliche Schäden frühzeitig aufzunehmen und der Gemeindevertretung mitzuteilen. Immerhin seien nun acht Monate später die Ergebnisse zu den Bürgerhäusern gekommen. Ach ja, Bürgerhäuser: Nies zum „Haus am Wollenberg“ in Sterzhausen: „Mit der ruhenden Sanierung sind wir nicht zufrieden. […] Ein Kostenvergleich der Sanierungsvarianten liegt bis heute nicht vor.“ Dabei habe die Lahntaler Union schon einen Grundsatzbeschluss für sich getroffen: „Die CDU spricht sich dafür aus, dass die Halle in voller Größe saniert wird.“

Trotz Krise kein Stillstand

Patricia Agricola sprach für die SPD-Fraktion und zollte Bürgermeister Apell ebenfalls Respekt dafür, die Investitionen nicht aus den Augen zu verlieren. So sagte sie: „Der Haushalt soll den Motor am Laufen halten und die Gemeinde wieder in den Vorwärtsgang bringen.“ Und es gab auch Grund, sich zu freuen: „Trotz Corona-Krise gibt es keinen Stillstand. Dafür stehen der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Caldern, die Straßensanierungen in Caldern und Goßfelden, der Bau barrierefreier Bushaltestellen, die Planung der Multifunktionshalle Lahntal und die Digitalisierung.“

Einzig bedauerlich fand sie es, dass tatsächlich der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen aus diesem Haushalt gestrichen wurde. Immerhin sei aber noch die Arbeitsgruppe Biodiversität als letzte AG der Zukunftskonferenz tätig und habe den Klimaschutz im Blick mit kreativen Ideen und Aktionen. Carsten Laukel von der Bürgerliste verzichtete auch auf Wahlkampfgetöse, ordnete den Haushalt einer Reihe von „mit Bedacht und Vernunft erstellten Zahlenwerken“ zu, die allesamt dazu führen, dass die Gemeinde noch handlungsfähig sei. „Das antizyklische Handeln in der Krise stützt auch unser heimisches Handwerk. Wir freuen uns zudem auf die Straßensanierungen“, so Laukel. Doch eine Sache monierte er. Ihm fehle die Vision zur zeitnahen Umsetzung des neuen Feuerwehrgerätehauses für Sterzhausen.

Schlussredner Claus Opper sagte auch, dass der Haushalt aufgrund von Corona „nicht zur vollsten Zufriedenheit Anlass“ gebe, doch setze er schon starke Zeichen. Dabei lobte er den Bürgermeister auch dafür, die Kämpfe rund um den Bauplatz für die Feuerwehr Caldern zum Wohle der Gemeinde ausgehalten zu haben. Er nehme auch sehr positiv zur Kenntnis, dass alle weiteren Projekte nicht einfach auf Eis gelegt wurden, sondern in der Diskussion beziehungsweise teilweise auch in der Finanzierung bleiben. Zudem merkte er an, dass Corona nicht die eigentliche Krise, die Klimakrise überdecken dürfe. In Sachen Klimaschutz müssten die Gemeinde und bald die neue Gemeindevertretung dranbleiben.

Von Götz Schaub