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Nordkreis Hallen-Debatte geht weiter
Landkreis Nordkreis Hallen-Debatte geht weiter
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15:58 26.05.2021
Professorin Susanne Hanefeld stellte während der Ausschusssitzung die Idee des Elternbeirats für das Haus am Wollenberg vor.
Professorin Susanne Hanefeld stellte während der Ausschusssitzung die Idee des Elternbeirats für das Haus am Wollenberg vor. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Goßfelden

Nicht zu klein, nicht zu groß – was geht bei den Umbau-Plänen für das Haus am Wollenberg in Sterzhausen, ohne die millionenschwere Bundesförderung für Lahntals neue Kultur- und Sporthalle zu gefährden? Das Ausloten des Möglichen zur Gestaltung des Bürgerhauses stand im Fokus der gemeinsamen Sitzung der Lahntaler Ausschüsse.

Alle drei Gremien befassten sich im Vorfeld der heutigen Sitzung der Gemeindevertretung ausgiebig mit dem gewichtigen Thema Neubau einer 3-Felder-Halle in Goßfelden und damit dem Rückbau der Hallen von Sterzhausen und Goßfelden zu reinen Bürgerhäusern (die OP berichtete). Dies wäre die Voraussetzung für eine Bundesförderung von bis zu 3 Millionen Euro, die sich im Falle Lahntals explizit auf einen „Ersatzneubau“ bezieht, also nicht auf die Sanierung einer bestehenden Sporthalle.

Meinungen gehen auseinander

Die mehrstündige Debatte drehte sich darum, inwiefern ein solcher „Ersatz“ nun zu interpretieren und wie groß der Spielraum dabei ist: Diesen Ausnahmefall – Neubau statt Sanierung – sieht das Programm vor, dennoch dürfe sich die Gemeinde bei der Planung nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, muss die Wirtschaftlichkeit dieser Variante belegen, betonte Bürgermeister Manfred Apell. Wenn nun versucht würde, für das Haus am Wollenberg weitere Um- oder Anbauten umzusetzen, könnte die vom Bund für die Umsetzung des Förderprogramms beauftragte Firma zu dem Schluss kommen, dass das ganze Projekt nicht mehr förderfähig sei.

Entsprechend legte der Gemeindevorstand einen Beschlussvorschlag vor, um die Pläne für einen Umbau zum „erweiterten Bürgerhaus“ voranzubringen. Die CDU übte Kritik an dem Vorschlag, der „noch nicht beschlussreif“ sei und keine baulichen Varianten mehr beinhaltet, betonte Fraktionsvorsitzender Michael Nies. Zudem fehle es an konkreten Zahlen. Eine detailliertere Kostenschätzung durch das beauftragte Büro erfolge dann, wenn die Gemeindevertretung dem Ganzen zustimmt, erwiderte Apell – die Auflistung der Zahlen und Pläne zur Umgestaltung würden dann erneut dem Parlament vorgelegt, bevor weitere Schritte angegangen werden.

Das vor dem Hintergrund, dass die Baupläne der Förderung für die neue Kultur- und Sporthalle in Goßfelden nicht entgegenstehen. Im Vergleich beider Varianten – mit und ohne 3-Felder-Halle – geht Apell davon aus, dass bei der Neubau-Variante die Gemeinde eine Million Euro weniger ausgeben müsste, der Abriss der beiden bisherigen Sporthallen eingerechnet. Blanke Zahlen sagen indes noch nichts über die Wirtschaftlichkeit aus, so der Bürgermeister.

Hinzu kommen außerdem noch weitere mögliche Kosten, von Planungskosten bis zum Bau des Fußgängerwegs zur neuen Halle. Zudem stünde die Sanierung der Lahnfelshalle an, im Falle eines Hallenneubaus zumindest der Bürgerhaus-Teil. Ein Abriss der Sporthalle wird – angesichts eines großzügigen Ersatzbaus im Ort – in Goßfelden natürlich weniger diskutiert als in Sterzhausen.

Mehrere Bewohner aus Sterzhausen äußerten während der gut besuchten Sitzung Bedenken, dass mit dem Verlust ihrer bisherigen Sporthalle auch „das Aus für die Jugendarbeit“ einhergehen würde. Die Gemeinde plant in der Neubau-Variante eine 200 Quadratmeter große Halle für den Schulsport mit ein. Zu klein, finden einige Sterzhäuser, und zu wenig Raum für Vereine oder kulturelle Veranstaltungen.

Wie schon in der vorherigen Online-Bürgerversammlung stellte dazu Professorin Susanne Hanefeld für den Elternbeirat der Grundschule Sterzhausen einen Alternativ-Plan vor, der eine größere Halle und die Integration der Kinderkrippe auf dem Areal beinhaltet. Inwieweit dieser Plan das Förderziel unterlaufen und die Interpretation über den „Ersatzbau“ zu weit strecken könnte, darüber herrscht in Lahntal noch geteilte Meinung. Der Gemeindevorstand betrachtet die bisherige Neubau-Planung als die bessere Variante. Die CDU sieht das noch anders: „Was beim Projektträger durchsetzbar ist, hat sich noch immer nicht geklärt“, fasste Nies zusammen.

Der Beschlussvorschlag zum Haus am Wollenberg wurde von allen Ausschüssen mit großer Mehrheit angenommen. Somit befasst sich heute auch das Parlament mit dem Thema.

Die Gemeindevertretung Lahntal tagt heute ab 20 Uhr in der Lahnfelshalle in Goßfelden

Von Ina Tannert

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