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15:00 12.12.2021
Der Froschkönig ist das bis dato letzte Musical, das in Amönau entwickelt und aufgeführt wurde. Dann kam die Corona-Pandemie. Wenn diese eingedämmt ist, wird es wohl wieder ein neues Werk geben.
Der Froschkönig ist das bis dato letzte Musical, das in Amönau entwickelt und aufgeführt wurde. Dann kam die Corona-Pandemie. Wenn diese eingedämmt ist, wird es wohl wieder ein neues Werk geben. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Amönau

Als frisch gekürter Otto-Ubbelohde-Preisträger 2003 riss die Erfolgsstory für den Verein Turmwerkstatt – Kultur im Dorf keineswegs ab, sondern nahm Fahrt auf.

Hatte das bis dahin letzte Stück „Suaine“ die Umwelt und deren Ausbeutung durch die Menschen zum Inhalt, ging es 2004 um das Thema „fremd sein, Ausgrenzung und Flucht“. Die Hauptakteure in dem neuen Musical von Bruno Heß und Ecki Scherer „Los Banditos“ waren Katzen. Erneut wurden Riesenanstrengungen unternommen, nicht nur, weil die Anzahl der Schauspieler und die Zahl der unmittelbar Beteiligten anstiegen, auch die Bühne wurde aufwendiger gestaltet und die Technik verfeinert. Das neue Musical in 2004 wurde wiederum ein Riesenerfolg. Die Songs von Ecki wurden in Kindergärten, Schulen und vielen Haushalten gesungen.

Viel Herzblut für neues Projekt

Das vierte Musical der Turmwerkstatt wurde 2006 aufgeführt. Und erneut waren es Bruno und Ecki, die viel Herzblut in ihr neuestes Projekt investierten. Wer das Stück gesehen hat, war begeistert. Musikalisch konnte nur von Höchstleistungen der Ausführenden gesprochen werden. Was in „Ciella aus den Wolken“ geboten wurde, konnte mit jeder professionellen Musicalaufführung konkurrieren, sagt auch Kurt Muth, der in Amönau auch für die Organisation des Rapunzelmarktes zuständig ist. Im Rahmen der 1000-Jahr-Feier 2008 in Amönau beteiligte sich die Turmwerkstatt mit seinem ersten „Best-of“. Neben dem Bachfest und einem stehenden Festzug gab es abends von der Turmwerkstatt die „Märchennacht“.

Kaum waren die letzten Töne der Märchennacht verklungen, ging es schon wieder mit großen Schritten auf die nächste Musicalproduktion los. Wieder machten sich Bruno und Ecki als eingespieltes Team daran und kreierten ein Musical, in dem es um den Kampf der Phantasie gegen die kalte Welt der Computer geht. Genannt haben sie das Musical „Mondenland“.

Der Spielort war diesmal ein ganz anderer, nämlich die Gerichtslinde in Amönau. Um das Gelände bespielbar zu machen, waren enorme Arbeiten zu bewältigen, schließlich mussten ja auch noch die Zuschauer ihren Platz bekommen. Auch dieses Musical war ein voller Erfolg. Die kreierten fantastischen Wesen und Figuren bekamen ein Sonderlob. Insgesamt waren wieder rund 100 Personen an der Entstehung und Umsetzung des Musicals beteiligt.

2011 beging die Turmwerkstatt mit einem bunten Abend ihren zehnten Geburtstag. Bruno arbeitete schon wieder an einem neuen Stück, allerdings erst für das Jahr 2013. Keine Frage, wer die Musik beisteuerte. So entstand „Madnight“ – das gespenstisch verrückte Musical. Durch die vielen geisterhaften Gestalten, die für dieses Stück von den Kostümschneidern und der Maske auf die Bühne gezaubert wurden, wurde aus einem Musical ein Grusical, dieses Mal mit Livemusik von der Band Ruffnix. Zum 400-jährigen Bestehen des Rapunzelturms war es dann 2016 wieder so weit, dass Rapunzel ihr Haar am Rapunzelturm herunterlassen sollte. Durch das bekannte Märchen führten die Kracher, eine Gruppe nicht ganz ernst zu nehmender, komischer Gestalten.

Kurt Muth und Kevin Reuter, die die hier genannten Highlights der nun 20-jährigen Geschichte des Vereins zusammengestellt haben, berichten auch noch, wie es jüngst weiterging und aktuell weitergeht: 2017 wurde im Vorstand der Turmwerkstatt eine umfassende Umstrukturierung vorgenommen, damit die Hauptverantwortung nicht mehr nur auf wenigen Schultern lastete, wurden mehrere neue Abteilungen ins Leben gerufen, um die Verantwortlichkeiten so breiter zu verteilen, mit dem Ziel auch jüngere Mitglieder an Führungspositionen heranzuführen. Um dieses Vorhaben umzusetzen, musste der Verein die seit 2001 bestehende Satzung grundlegend ändern.

Der so neu aufgestellte Verein machte sich auch gleich daran das nächste Musical zu planen. Den Stoff lieferte das Märchen des Froschkönigs. Wieder wurde es ein erfolgreiches Musical am Bach, bei dem alle Vorstellungen ausverkauft waren. 2019 war dann das Jahr, in dem man das vorerst letzte Mal so ausgelassen beisammen sein konnte, denn gerade an den Kulturschaffenden geht Corona nicht spurlos vorüber. Es gibt zwar schon Planungen für ein neues Musical, „Sonnen Wind Land“ aber noch weiß niemand, wann wirklich mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Es gibt einen Facebook-Auftritt des Vereins und einen Instagram-Kanal. Die Homepage (www.turmwerkstatt.de) wurde zudem komplett neu gestaltet.

Von Götz Schaub