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Nordkreis Pulver, Pest und Post
Landkreis Nordkreis Pulver, Pest und Post
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21:00 16.07.2022
Die Vorsitzende des Grenzegangsvorstandes Dr. Martina Kepper und Bürgermeister Kai-Uwe Spanka präsentieren die Festschrift zum Grenzegang 2022.
Die Vorsitzende des Grenzegangsvorstandes Dr. Martina Kepper und Bürgermeister Kai-Uwe Spanka präsentieren die Festschrift zum Grenzegang 2022. Quelle: Götz Schaub
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Wetter

Rechtzeitig vor dem Grenzegang 2022 vom 10. bis 16. August erscheint die 14. Festschrift seit 1924. Darum hatten sich die Festschrift-Ausschuss-Mitglieder Dr. Katja Battenfeld, Dr. Martina Kepper, Elke Bellersheim, Christian Kögel, Georg Brössel, Dr. Hans-Gerhard Lenz, Alexandra und Clemens Drescher, Stefanie Schweigert sowie Gastautor Dr. Matthias Westerweg gekümmert.

Na ja, also wenn so viele an einer simplen Festschrift arbeiten, sollte das ja wohl möglich sein, pünktlich zu liefern … – Moment, wer hat jetzt „simple Festschrift“ gesagt? Potz Blitz, so kann man mit der Festschrift zum Grenzegang wahrlich nicht umgehen. Das ist keine Festschrift mit 20 Seiten, zusammengetackert und mit Werbung versehen.

Die Festschrift in Wetter hat einen ganz besonderen Anspruch und ist dabei auch schon wieder einer Tradition verpflichtet. Denn sie ist jeweils als lesenswertes Geschichtsbuch angelegt, auch schon 1966, als es in der Tat noch viel Werbung gab, die aber aus heutiger Sicht selbst schon zur Geschichte der Stadt geworden ist. Aber auch 1966 waren die ersten 70 Seiten der jüngeren und älteren Geschichte der Stadt gewidmet.

Das aktuelle Werk, das es auf stolze 192 Seiten bringt, in gebundener Form vorliegt, berichtet durchaus mit wissenschaftlichem Anspruch über verschiedene Aspekte der Stadtgeschichte und die Menschen, die sie gestalteten.

So lernen wir in der Festschrift beispielsweise Johannes Huhn kennen, der bereits nur ein Jahr nach Einführung der Reformation in Hessen durch Landgraf Philipp (1526) in Wetter und Mellnau im reformatorischen Sinne predigte. Zudem gibt es ausführliche Einblicke in die Familiengeschichte der Kaufmann- und Unternehmerfamilie Gausmann-Lenz. Und wir lernen, dass 1848 nicht nur landesweit ordentlich Revolutionspulver verstreut wurde, in Wetter wurde gar der Bürgermeister aus dem Amt gezwungen, bis er reingewaschen 1855 wieder eingesetzt wurde.

Und die „Nachrichten aus fernen Tagen“, die Georg Brössel zusammengetragen hat, sind spannend von der ersten bis zur letzten Zeile. Dabei geht es unter anderem um die erste Badestube, um ein Trill- und Schuldenhaus und ein Pesthaus. Und wir lernen, dass obgleich an der Stiftskirche drei Peststeine an drei Seuchenjahre erinnern, es im Ganzen sogar sieben Pestheimsuchungen zwischen 1521 und 1636 gab. Bei den ersten drei Pestausbrüchen starben jeweils mehr als 500 Menschen in Wetter, dann dreimal bis zu 250 und zuletzt noch einmal 76 Menschen.

So, und nun werte Leserin, werter Leser, wer weiß von Ihnen, wer Karl Göbel war und was dieser mit der Post zu tun hatte? – Keine Ahnung? Einfach lesen, es lohnt sich.

Das Buch zum Grenzegang 2022 kann im Grenzegangslädchen für 12 Euro erworben werden. Die aktuellen Öffnungszeiten sind im Internet unter www.grenzegang-wetter.de zu finden.

Von Götz Schaub