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Nordkreis Drogen, Rinderspalter, Elektroschocker
Landkreis Nordkreis Drogen, Rinderspalter, Elektroschocker
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11:52 05.02.2020
(Symbolfoto) Ein 50-Jähriger aus dem Nordkreis steht momentan wegen Handels mit Betäubungsmitteln und unerlaubten Waffenbesitzes vor Gericht. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Dem 50-jährigen Angeklagten aus dem Nordkreis wurde zur Last gelegt, Betäubungsmittel verkauft zu haben. Diese waren in seiner Wohnung sichergestellt worden. Des Weiteren wurden dort Waffen entdeckt, unter anderem Messer, Schreckschusspistolen, Rinderspalter und Elektroschocker sowie ein Baseballschläger.

Der Angeklagte, der auch selbst Drogen konsumiert haben soll, räumte ein, dass er seine illegalen Geschäfte ausschließlich in seiner Wohnung betrieben hat, und sich nicht als Drogenhändler betrachte. Seine Kunden sollen nämlich immer selber zu seiner Wohnung gekommen sein und ihn um Drogen­ gebeten haben. Zu seinem ­unerlaubten Waffenbesitz sagte er, dass er diese nie benutzt habe und sie aus einer Sammelleidenschaft heraus besitze.

Der zweifache Vater, der alleine lebt, gab an, nach seiner abgeschlossenen Lehre als Dachdecker nie wirklich erwerbstätig gewesen zu sein und nur das eine oder andere Mal bei Bekannten oder Freunden ausgeholfen zu haben. Er war nie in einem festen Beschäftigungsverhältnis und lebte zumeist von Hartz IV. Die zweifach vertretene Staatsanwaltschaft stellte ihm immer wieder Fragen bezüglich seines Lebensunterhaltes.

Der Verteidiger wies darauf hin, dass es nicht sein Mandant war, der die Konsumenten zu den Drogen brachte. Diese würden sie ohnehin nehmen.

Außerdem unterstrich er, dass der Angeklagte eine geachtete und anerkannte Persönlichkeit in Marburg und Umgebung sei. Unter anderem weil er zehn Jahre lang im Vorstand eines Vereins mitgearbeitet hat, wo er sehr beliebt gewesen sein soll. Er habe vielen jungen Männern bei ihrem Lebensweg geholfen, auch wenn er selber kein vorbildliches Leben führte. Er sei, nach Gesprächen mit einem Drogentherapeuten, jetzt auch bereit, eine Therapie zu machen.

Ein 20-jähriger Zeuge war einer der vielen Kunden, die regelmäßig in der Wohnung des Angeklagten Drogen konsumierten, beschrieb diesen als einen sympathischen Mann, mit dem man gut kommunizieren könne. Laut des Zeugen wurden die Drogengeschäfte vor allem über eine andere Person gemacht. Diese soll sich oft in Anwesenheit des Angeklagten um die Verteilung der ­Betäubungsmittel und um die Geldeinnahmen gekümmert, aber auch selber Drogen konsumiert haben.

Der Zeuge sagte, dass die Kunden immer drei Mal angeklingelt hätten, um sich erkennen zu geben. Der Zeuge, von dem sich der Angeklagte mit einer Umarmung verabschiedete, sollte immer wieder Fragen über die Geldbeträge beantworten.

Der Angeklagte wird in seinem Wohnort als auffällig und sehr laut beschrieben, da er oft zahlreiche Gäste bei sich hatte oder laute Musik aus seiner Wohnung kam. Ständig würden sich Nachbarn über ihn beschweren, indem sie bei ihm anklingelten oder gleich die Polizei riefen. 

Der Prozess wird am Donnerstag, 6. Februar, ab 9 Uhr fortgesetzt.

von Baris Özcan