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Nordkreis Fusions-Befürworter sollen überzeugen
Landkreis Nordkreis Fusions-Befürworter sollen überzeugen
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14:58 12.09.2021
Auf der Homepage wir-im-Nordkreis ziehen die drei Bürgermeister bildlich an einem Strang für eine Fusion (Sceenshot).
Auf der Homepage wir-im-Nordkreis ziehen die drei Bürgermeister bildlich an einem Strang für eine Fusion (Sceenshot). Quelle: Thorsten Richter
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Nordkreis

Der Bürgerentscheid mit der Frage, ob die Kommunen Wetter, Lahntal und Münchhausen eine Fusion eingehen sollen, rückt näher. Die drei Bürgermeister der Kommunen, Kai-Uwe Spanka (Wetter). Manfred Apell (Lahntal) und Peter Funk (Münchhausen) haben keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie die Fusion befürworten. Nun haben sie Statements weiterer Unterstützung auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Dort nehmen Vertreter von übergeordneten Institutionen ebenso Stellung wie beispielsweise Ortsvorsteher Wetteraner Stadtteile oder gleich ganze Ortsbeiräte. Der Hessische Innenminister Peter Beuth betont die Unterstützung des Landes Hessen bei einem freiwilligen Zusammenschluss, mahnt aber auch an, dass die Bürgerinnen und Bürger an einem Strang ziehen sollten. Landrätin Kirsten Fründt stärkt den drei Bürgermeistern den Rücken. Sie ist überzeugt, dass sie damit den richtigen Weg der drei Kommunen angestoßen haben. Wörtlich sagt sie, dass „die politisch Verantwortlichen in Wetter, Münchhausen und Lahntal mit ihrer Initiative verantwortungsvoll und weitsichtig handeln“.

Sorgen widerlegen

Angelika Löber sitzt für die SPD im Hessischen Landtag. Sie selbst kommt aus Lahntal und sagt: „Natürlich kann ich die Bedenken jener Bürgerinnen und Bürger verstehen, die befürchten, der eigene Ort und die Bedürfnisse der Einwohner werden in einer großen Gemeinde weniger wahrgenommen. Diesen Sorgen gilt es entgegenzutreten und sie zu widerlegen. So sehen die Planungen für die Fusion ja ausdrücklich vor, dass die bestehenden Verwaltungen in den Orten erhalten bleiben und als Bürgerbüros den Menschen vor Ort auch künftig als direkte Anlaufstelle dienen.“

Der Ortsbeirat Kernstadt Wetter sieht viele Vorteile und glaubt fest an einen schnellen und guten Zusammenhalt in einer größeren Kommune. So sagt er unter anderem: „Wir sind für die Fusion – weil wir zusammenpassen und weil wir unsere Heimat stärken wollen.“ Frank Schmidt, Ortsvorsteher von Todenhausen, sagt: „Zukunft gemeinsam gestalten, ohne die eigene Identität zu verlieren. Kräfte bündeln, um für kommende Herausforderungen gewappnet zu sein. Deshalb jetzt die Chance nutzen und mit „Ja“ stimmen für den Zusammenschluss der Nordkreis-Kommunen.“ Unterstützung gibt es auch von seinen Kolleginnen und Kollegen aus Mellnau, Amönau, Oberndorf und Warzenbach.

Papendick: „Bares Geld sparen“

Joachim Papendick, Vorsitzender vom Bund der Steuerzahler Hessen, sagt: „Eine fusionierte Kommune wird nicht nur vom Land teilentschuldet, sondern kann diverse Synergieeffekte realisieren und somit unter dem Strich bares Geld sparen, das dann anderweitig eingesetzt werden kann. Die Bürgerinnen und Bürger profitieren nicht zuletzt von einem besseren Dienstleistungsangebot der Verwaltung bei gleichzeitig weniger stark steigenden Steuerbelastungen.“

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Partei Die Linke in Wetter eine Fusion strikt ablehnt und dies auf ihrer Homepage in mehreren Textteilen aus ihrer Sicht dargelegt. Ihrer Ansicht nach liste die Machbarkeitsstudie Risiken und negative Entwicklungen nicht auf. Um ihre Thesen zu erhärten weisen sie auf verschiedene Quellen hin, unter anderem gar auf eine Ausarbeitung der Friedrich-Naumann-Stiftung, die politisch der FDP nahe steht. Hier finden Sie die Thesen und Argumente.

Informieren und dann abstimmen

Die Lahntaler Fraktionen haben bereits deutlich gemacht, dass sie sich in erster Linie wünschen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich informieren und dann abstimmen, keine Abstimmung aus dem hohlen Bauch heraus tätigen, weil es hier um die Zukunft der drei Kommunen und damit um die Zukunft der dort lebenden Menschen geht. Die OP wird die Spitzen der Fraktionen aus Wetter und Münchhausen noch um Statements bitten.

Von Götz Schaub