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Nordkreis Für Lahntal will Carsten Laukel alles geben
Landkreis Nordkreis Für Lahntal will Carsten Laukel alles geben
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20:00 05.11.2021
Thomas Rößer, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste Lahntal (links), freut sich, dass Carsten Laukel, der derzeit Vorsitzender des Parlaments Lahntal ist, für die Bürgerliste als Bürgermeister kandidieren möchte.
Thomas Rößer, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste Lahntal (links), freut sich, dass Carsten Laukel, der derzeit Vorsitzender des Parlaments Lahntal ist, für die Bürgerliste als Bürgermeister kandidieren möchte. Quelle: Götz Schaub
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Sterzhausen

Er hat in diesem Jahr gerundet, ist 40 Jahre alt, wurde in Marburg geboren und lebte seither ausschließlich in der Gemeinde Lahntal. Erst lange Zeit in Sterzhausen, dann in Goßfelden und in Caldern und schließlich wieder Sterzhausen. Mit seiner Ehefrau Natascha, die aus Caldern kommt, und den gemeinsamen drei Kindern fühlt er sich pudelwohl in Lahntal und ist irgendwie auch froh, dass es mit dem Bürgerentscheid zur Fusion mit den beiden Nordkreiskommunen Wetter und Münchhausen nicht geklappt hat.

Nichts gegen Wetter und Münchhausen, aber Lahntal sieht er doch lieber als eigenständige Gemeinde. Als eigenständige Gemeinde, deren Geschicke er sehr gerne in vorderster Linie mitgestalten möchte, und das als direkt gewählter Bürgermeister. Die Überlegung, sich als Bürgermeisterkandidat zur Wahl zu stellen, ist Laukel wahrlich nicht erst seit dem gescheiterten Bürgerentscheid gekommen. Nein, damit hatte er sich schon weit früher auseinandergesetzt und für sich entschieden, alles dafür zu geben und die Menschen in Lahntal von sich zu überzeugen. Sehr gerne ist der gelernte Bankkaufmann mit Zusatzqualifikationen als Kommunalkundenberater für die Sparkasse tätig, doch sollte die Gemeinde ihn über die Direktwahl rufen, werde er natürlich umsatteln.

Das einzige „Hindernis“ bei seinen Überlegungen war seine Frau. „Ganz ehrlich, ohne ihr Okay hätte ich es nicht in Betracht gezogen, denn die nächsten Jahre werden für die Kommune nicht einfach, es gibt sehr viel zu stemmen.“ Er rechnet also mit viel Arbeit. Die will er gerne annehmen, weil es ja um seine Heimat, seine Gemeinde und damit um sein Lebensumfeld geht.

Bürgerliste ist keine Partei

Nun offiziell zum Kandidaten der Bürgerliste Lahntal ernannt, ist es ihm wichtig zu betonen, dass die Bürgerliste keine Partei ist, sondern ein Zusammenschluss politisch interessierter Lahntaler, die sich ohne Fraktionszwang nach bestem Wissen und Gewissen für die Gemeinde engagieren wollen. „Genau da fühle ich mich richtig.“ Auf kommunaler Ebene sieht er eine Parteizugehörigkeit eher als kritisch an, weil man sich dann in letzter Konsequenz auch als Verwaltungschef nicht frei von allgemeinen Haltungen der Parteien bewegen könne. Die vielen parteilosen Bürgermeister, die in Hessen bereits im Amt sind, bestärken ihn in seiner Entscheidung. Er möchte frei von Parteien sagen können, für alle in Lahntal das Beste geben zu wollen. „Mir ist es wichtig, immer in den Spiegel schauen zu können und mich nicht parteipolitisch leiten lassen zu müssen.“ Gute Ideen können von allen Seiten kommen und werden gerne angenommen, meint er.

Thomas Rößer, Fraktionschef der Bürgerliste im Lahntaler Parlament, freut sich, dass sich Laukel als Kandidat zur Verfügung stellt. Rößer ist davon überzeugt, dass er die richtige Person ist, dem scheidenden Manfred Apell im Amt zu folgen.

Carsten Laukel sei kommunikativ, bürgernah, offen und ehrlich, lebe vor, wie es klimagerecht gehen kann und verfüge über eine Ausbildung und Qualifikationen, die ihm im Bürgermeisteramt durchaus hilfreich sein werden. Aktuell ist Laukel Vorsitzender der Lahntaler Gemeindevertretung, der er seit 2016 angehört. „Alles steht und fällt in den nächsten Jahren mit den Finanzen“, sagt er. Also möchte er alles unternehmen, um möglichst viele Fördermittel in die Gemeinde zu holen, um diese positiv weiterentwickeln zu können.

Es gehe aber auch darum, den global nötigen Klimaschutz aktiv lokal anzugehen. Da sieht sich Laukel schon privat ganz gut aufgestellt. „Ich kann nicht nur davon reden, ich muss auch ein Beispiel geben“, sagt er und verweist auf sein Niedrigenergiehaus mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. In der Garage steht ein E-Auto. Na ja und ein Oldtimer.

„Der Oldtimer ist mein Hobby“, sagt er. Die wenigen Kilometer, die er den Wagen im Jahr bewegt, gönne er sich dann schon mal. „Spaß im Leben muss auch sein, wichtig ist aber, dass wir im Alltag daran arbeiten, Ressourcen schonend zu agieren.“ Dafür will er sich stark machen. Seine drei Kinder sind eigentlich die besten Argumente, der nachfolgenden Generation einen möglichst intakten Erdball zu übergeben.

Von Götz Schaub