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Nordkreis „Es gibt genug Internet, das man teilen kann“
Landkreis Nordkreis „Es gibt genug Internet, das man teilen kann“
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11:58 03.06.2021
Immer mehr Freifunk-Nutzer: So entwickelte sich das „Burgwald-Netz“ im vergangenen Jahr, zu dem auch Mellnau, Oberrosphe, Unterrosphe und Wetter zählen.
Immer mehr Freifunk-Nutzer: So entwickelte sich das „Burgwald-Netz“ im vergangenen Jahr, zu dem auch Mellnau, Oberrosphe, Unterrosphe und Wetter zählen. Quelle: Privat
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Unterrosphe

Freies WLAN fürs Land und mehr Unabhängigkeit vom Kabel, darum geht es beim Freifunk-Netz für das Rosphetal, das weiter gewachsen ist und mit neuen Hotspots auch in Unterrosphe weitere Netzwerk-Knoten knüpft.

In Mellnau fing 2018 alles an, wo das Funknetz längst von der Burgruine aus und über dutzende offene WLAN-Hotspots die Bewohner mit mobilem Internet versorgt. Mit neuen „Accesspoints“ an immer mehr Gebäuden wächst das Netz nun auch langsam nach Unterrosphe hinein. Eine neue Funkstrecke reicht mittlerweile bis zum Heim des Tennisvereins und sorgt dafür, dass sich der Verein überhaupt vernünftig vernetzen kann.

Internet eine große Sache beim Sportverein

Denn bisher konnte man nicht wirklich von einer Internetverbindung im Vereinsheim sprechen, Spielberichte nach einem Wettkampf schnell online zu stellen, war unmöglich, „das Thema Internet war für uns immer eine riesengroße Sache, aber es wäre ein Riesenaufwand gewesen, Kabel über einen Graben zu verlegen, alleine wegen der Anschlusskosten“, berichtet Martin Schäfer vom Tennisverein.

Die Alternative war der Freifunk, der braucht von der Burg Mellnau aus jedoch „freie Sicht“, um das starke Signal zum nächsten Ort weiterzuleiten. Unterstützung für den Verein kam von einer Familie aus dem Ort, deren Wohnhaus steht ideal in der „Einflugschneise“ zur Burg. Über eine neue Antenne auf dem Dach kann das Internet nun fließen. Und über Hotspots verteilt sich das offene WLAN weiter im Ort.

Netz-Gemeinschaft schafft Zusammenhalt

Dafür beteiligt sich der Tennisverein am Großprojekt mit einer jährlichen Spende für den Verein Freifunk Nordhessen, der das Netz betreibt und die Server zur Verfügung stellt. „Wir sind froh und dankbar, dass wir für kleines Geld nun einen großen Nutzen haben“, freut sich Schäfer. Noch ist die neue Verbindung mit etwa 50 Mbit ausbaufähig, wird das Netz jedoch weiter „feinjustiert“ ist mehr möglich, sagt Jan-Phillip Schröder vom Vorstand der angehenden Stiftung Rosphetal, derzeit die gemeinnützige Gesellschaft „Liebenswertes Rosphetal“, die das Freifunk-Projekt fördert.

Das funktioniert als Netzwerk umso stabiler, je mehr Internetnutzer sich daran beteiligen, in Mellnau werde in der Regel eine 25 Megabit-Leistung erreicht. In Unterrosphe ist das Tennisheim in dem Bereich noch „ein Pionier, da ist noch Luft nach oben, aber es gibt genug Internet, das man teilen kann“, berichtet Andreas W. Ditze, der sich um die Software kümmert. Die Kirche wurde zuvor bereits als eigenständiger Hotspot angeschlossen, auch andere Bewohner haben bereits Interesse bekundet, so dass auch das Unterrospher Netz weiter wachsen könnte. „Ich halte das für eine sehr gute Entwicklung, in Mellnau ist es für die Leute mittlerweile selbstverständlich, ihr Internet zu teilen, das schafft Zusammenhalt, eine Form der Gemeinschaft“, sagt Ditze.

Großer Netzverband

Mittlerweile ist auch die Kernstadt an das Hauptnetz angeschlossen, die Stadt Wetter förderte das Freifunk-Projekt mit 5.000 Euro im Haushalt. Die Mittel würden die Organisatoren gerne nutzen, um weitere Netzwerkknoten zu schaffen, die Accesspoints für die Gebäude werden kostenlos verteilt. Diese laufen über eine gesicherte Verbindung, ohne Registrierung, die eigene IP-Adresse wird nicht sichtbar „wir wissen nicht, wer unser Netz benutzt“, erläutert Ditze zum Datenschutz.

Zudem verbinden sich die Schnittstellen ausschließlich mit den Servern vom Freifunk Nordhessen, der mittlerweile Verbindungen zwischen Hof Geismar bis Marburg-Biedenkopf unterhält. Und als Teil davon sei der besonders eng vernetzte Nordkreis ein Vorbild, „es ist ungewöhnlich, dass man so einen großen Netzverband hat, da sind wir technologisch ganz weit vorne“, sagt Ditze, er ist Beisitzer im Verein.

Standorte für Antennen

Und das Netz solle weiter wachsen, auch für Oberrosphe werden Teilnehmer gesucht, zudem ein Standort für eine weitere Antenne. An diese würden sich unter anderem die Kirche und die Grundschule anschließen können und parallel als Hotspots dienen, an das wiederum andere „andocken“ können.

Weitere Informationen

Gibt es hier und Kontakt kann per E-Mail an freifunk@mellnau.de aufgenommen werden.

Von Ina Tannert

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