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Nordkreis Fläche bei Bernsdorf steht im Fokus
Landkreis Nordkreis Fläche bei Bernsdorf steht im Fokus
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14:58 25.06.2021
Eine schöne Allee führt vom B-3-Kreisel nach Bernsdorf. Linkerhand befinden sich Felder, aber auch Hallen. Dahinter schließt der Solaracker an. Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, ob dort Gewerbe angesiedelt werden kann.
Eine schöne Allee führt vom B-3-Kreisel nach Bernsdorf. Linkerhand befinden sich Felder, aber auch Hallen. Dahinter schließt der Solaracker an. Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, ob dort Gewerbe angesiedelt werden kann. Quelle: Foto: Götz Schaub
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Cölbe

Die Gemeinde Cölbe hat sich frühzeitig aus der Debatte um eine mögliche Fusion der Nordkreis-Kommunen verabschiedet. Nicht die Bürgerinnen und Bürger entschieden darüber, sondern die Parlamentarier als deren politischen Vertreter. Nun wollen die Mitglieder des neuen Parlaments alles dafür tun, Cölbe auch so auszustatten, dass es die Aufgaben der Zukunft auch meistern kann. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Um überhaupt absehen zu können, was in Cölbe in Sachen Ansiedlung von Gewerbe noch möglich ist, haben die vier Fraktionen ausgehend von einem Antrag der Bürgerliste und CDU einen neuen Antrag gemeinsamen ins Parlament eingebracht, also auch gestützt von SPD und den Grünen.

Haben Betriebe einen Erweiterungsbedarf?

Es geht um nicht weniger als die Erstellung eines Gewerbeflächenkonzepts. Damit soll sich nun der Gemeindevorstand auseinandersetzen. Laut Beschluss soll das Gewerbeflächenkonzept umfassend die bereits bestehenden Flächen beleuchten und mögliche zukünftige Flächen beinhalten.

Unter anderen soll ermittelt werden, welchen Erweiterungsbedarf bereits ortsansässigen Betriebe haben, wo sich leerstehende Objekte befinden beziehungsweise noch ungenutzte Grundstücke, die für eine Vermarktung vorgesehen werden können. Dann soll konkret über eine Machbarkeitsstudie aufgezeigt werden, was zwischen der B 3 und dem Ortseingang von Bernsdorf möglich ist. Zudem soll nach weiteren Standorten innerhalb der Gemeinde gesucht werden und auch das Thema Beteiligung an einem interkommunalen Gewerbegebiet diskutiert werden.

Was die mögliche weitere Ausweisung von Gewerbeflächen angeht, sollen mittels eines Kriterienkatalogs ökologische und wirtschaftliche Gesichtspunkte und gleichzeitig die Fördermöglichkeiten des Landes berücksichtigt werden. An der anschließenden Diskussion und dem Abwägungsprozess soll neben der Gemeindevertretung auch die Öffentlichkeit „in angemessener Weise“ beteiligt werden. Das Thema ist wahrlich dringlich, denn zuletzt konnte die Gemeinde Cölbe einigen ansässigen Unternehmen nicht ausreichend Fläche zur Verfügung stellen, so dass diese die Gemeinde verließen, um an anderer Stelle nach ihren Wünschen zu investieren.

Die vier Fraktionen wollen, dass sich Cölbe nun breiter aufstellt und Antworten für eine mittelfristige und langfristige Gewerbeflächenplanung erarbeiten und liefern muss. Es soll aber nicht auf Teufel komm raus geplant werden. So wird die etwa elf Hektar große Fläche an der B 3 Richtung Schönstadt, die im Flächennutzungsplan als mögliche Gewerbefläche vorgesehen ist, kritisch bis ungeeignet angesehen. Hier wären erhebliche Erdarbeiten notwendig und das dort ländlich geprägte Landschaftsbild würde zerschnitten werden.

Viel eher würde sich die Fläche zwischen der B 3 und dem Ortseingang Bernsdorf eignen, auch vom verkehrstechnischen Anschluss her gesehen.

Auch dort käme man auf rund elf Hektar Fläche, die gut genutzt keine tiefgreifenden Beeinträchtigungen für die Anwohner nach sich ziehen würden. Bisher stehen dort nur die Hallen des Wasser- und Bodenverbandes, im Hintergrund schließt dann der „Solaracker“ an, der frühestens 2032 abgebaut wird und dann als Erweiterungsfläche dienen könnte. Um Planungssicherheit zu erlangen, ist es nun wichtig, ein belastbares Konzept zu erarbeiten. Die Machbarkeitsstudie für den Bereich bei Bernsdorf soll dabei helfen.

Wann die Ergebnissevorliegen, ist noch offen

Micha Kiefer von der CDU freute sich ausdrücklich, dass dieses wichtige Thema von allen vier Fraktionen vorangebracht werden soll. Dr. Jürgen von den Grünen war es wichtig, dass der Fokus auch auf die Innenentwicklung gelegt wird. Wie schnell Ergebnisse vorliegen, ist noch nicht absehbar, eine Zeitschiene wurde im Beschluss nicht vorgegeben.

Von Götz Schaub

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