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Nordkreis Es mangelt an Wasser
Landkreis Nordkreis Es mangelt an Wasser
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18:58 16.05.2021
Vor dem fast leeren Nassholzlagerplatz im Burgwald informierten Forstamtsleiter Eberhard Leicht und Christina Lorey, seine neue Stellvertreterin und Produktionsleiterin, über die Räumung des Beregnungsplatzes
Vor dem fast leeren Nassholzlagerplatz im Burgwald informierten Forstamtsleiter Eberhard Leicht und Christina Lorey, seine neue Stellvertreterin und Produktionsleiterin, über die Räumung des Beregnungsplatzes Quelle: Foto: Martina Biedenbach
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Burgwald

Die Beregnung von Holzstämmen auf dem Nassholzlagerplatz zwischen Bottendorf und Ernsthausen ist Geschichte. Die 20 000 Festmeter Fichtenstämme, die kürzlich noch auf dem fünf Fußballfelder großen Platz lagerten, sind fast alle weg. Ein Sägewerk aus der Region hat die gesamte 800 Lkw-Ladungen umfassende Menge aufgekauft. Der Nassholzlagerplatz wird nach 36 Jahren aufgelöst.

„Es geht ums Wasser. Wir können den hohen Wasserverbrauch nicht mehr verantworten“, sagt Forstamtsleiter Eberhard Leicht. „An einem einzigen heißen Sommertag mit leichtem Wind verdunsten dort 400 000 Liter Wasser.“ Angesichts der vielen trockenen Jahre und des sinkenden Grundwasserspiegels half es nur bedingt, dass die Beregnungsanlage im Jahr 2014 noch einmal aufgerüstet worden war und ein Teil des Wassers in zwei Auffangteiche zurückfloss.

Im Sommer 2019 ließ das Forstamt sogar Wasser aus der dritten Reinigungsstufe der Kläranlage Frankenberg anfahren, um mit der Beregnung die Qualität der Stämme erhalten zu können. Dieser Wassertransport sei aber nur in begrenztem Umfang erlaubt, erläutert Leicht. Mit Sorge weist er darauf hin, dass die Hälfte der Quellen im Burgwald versiegt seien.

Der nun brachliegende Lagerplatz soll renaturiert werden. Die Planung werde demnächst vor Ort mit Vertretern der zuständigen Behörden besprochen.

Christina Lorey leitet Produktion

Die Auflösung des Nassholzlagerplatzes ist Aufgabe von Christina Lorey, der neuen Produktionsleiterin im Forstamt Burgwald. Wo sollen künftig die überschüssigen Holzmengen gelagert werden? „Wir haben Trockenlagerplätze im Feld und werden Plätze anderer Forstämter nutzen“, sagt sie. Es gebe auch Folienlagermethoden, die das Forstamt aber nicht anwende.

Eine Mammutaufgabe für Lorey, die auch stellvertretende Amtsleiterin ist, wird die Wiederaufforstung sein. Durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer gibt es laut Forstamtsleiter Leicht 500 bis 600 Hektar Brachflächen im Burgwald. Er hofft, dass zumindest ein Teil durch Naturverjüngung wieder bewaldet werde.

Überhaupt nicht planen könne man laut Lorey die Holzproduktion in diesem Jahr. Vieles hänge vom Borkenkäfer ab, der aufgrund der aktuell kalten Temperaturen glücklicherweise noch nicht geschwärmt sei. Sobald es wärmer werde, werde er wegen der hohen Population aber weitere Schäden anrichten. Befallene Bäume sollen schnellstmöglich aus dem Wald geholt werden. Das habe Priorität vor Holzeinschlag, auch wenn die Holz-Nachfrage und -Preise jüngst stark angezogen haben. Beim Verkauf des Nasslagerholzes habe das Forstamt vom Preisanstieg nicht mehr profitiert.

Forstamtsleiter Leicht sagte, er freue sich, mit Christina Lorey nun eine Frau im Team zu haben. Die bisherige Zusammenarbeit habe gezeigt, dass die Chemie stimme. Für Lorey folgte nach dem Forststudium an der Uni Göttingen das Referendariat im Forstamt Burgwald. Zuletzt hat sie das Sachgebiet Betriebsinventuren in der Abteilung II des Landesbetriebs in Gießen geleitet. Mit dem Wechsel in das Forstamt Burgwald kehre sie gerne an den Ort zurück, an dem ihre forstliche Ausbildung begann, sagt sie. Die 49-Jährige ist Nachfolgerin von Johannes Flikschuh, der jetzt den Hessen-Forst-Betrieb Technik in Bebra leitet.

Von Martina Biedenbach

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