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Nordkreis Elternbeirat: keine Entweder-Oder-Debatte
Landkreis Nordkreis Elternbeirat: keine Entweder-Oder-Debatte
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13:58 17.05.2021
In der Diskussion: Das Haus am Wollenberg soll zu einem attraktiven Bürgerhaus zurückgebaut werden, das aber nach Möglichkeit noch Platz für den Schulsport bietet.
In der Diskussion: Das Haus am Wollenberg soll zu einem attraktiven Bürgerhaus zurückgebaut werden, das aber nach Möglichkeit noch Platz für den Schulsport bietet. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Sterzhausen

Am 26. Mai gibt es für die Lahntaler Parlamentarier weitreichende Grundsatzentscheidungen zu treffen. Es geht darum, in welcher Form das Haus am Wollenberg saniert beziehungsweise umgebaut wird, ob die Bundesförderung zum Bau einer Drei-Felder-Halle in Goßfelden angenommen wird und ob auf dem Areal des Hauses am Wollenberg nebst Parkplatz eine neue Kinderkrippe gebaut wird.

Zum gesamten Themenkomplex fand am vergangenen Mittwochabend eine Online-Bürgerversammlung statt. Dazu wird es am Donnerstag, 20. Mai, ab 19 Uhr in der Lahnfelshalle in Goßfelden noch eine Sitzung des dann bereits konstituierten Haupt- und Finanzausschuss geben. Auch der Bau-, Energie- und Umweltausschuss wird dann dabei sein, der sich eine halbe Stunde vor dieser Sitzung konstituieren will.

Die Online-Bürgerversammlung, die sehr gut angenommen wurde, hat eine Basis für die weiteren Beratungen geschaffen. Insbesondere der Beitrag von Professorin Susann Hanefeld, die für den Elternbeirat der Sterzhäuser Grundschule sprach, brachte wichtige Erkenntnisse. Sie hatte eine Visualisierung des Hauses am Wollenberg vorbereitet, die eine „Ideal-Vorstellung“ der deutlichen Mehrheit aus der Elternschaft zeigen sollte.

Dabei betonte sie mehrfach, dass es sich zum einen um eine zu diskutierende Variante handelt und zum anderen, dass die Planungen in keiner Weise dem Bau einer Drei-Felder-Halle in Goßfelden im Weg stehen sollen, der Hallenneubau sogar sehr begrüßt werde als Bereicherung für alle Lahntaler.

„Wir wollen hier keine Entweder-Oder-Debatte in Lahntal führen, sondern das Beste für das Haus am Wollenberg herausholen und die Halle in Goßfelden als zusätzlichen Gewinn für alle sehen“, so Hanefeld. Nun hatte die Gemeinde schon einen etwa 200 Quadratmeter großen Raum im Haus am Wollenberg vorgesehen, in dem Schulsport für die Grundschüler möglich sein soll. Dem wiederum hielt Hanefeld entgegen, dass man sich diesen Raum durchaus größer wünsche – bis doppelt so groß.

Lahntals Bürgermeister Manfred Apell und Sandra Riehl vom Bauamt der Gemeinde hielten dagegen, dass 200 Quadratmeter schon weit mehr sei als die geforderte Mindestgröße eines Sportraums für Grundschüler. Und es gab auch noch einen Grund, warum Apell zögerte, dem Wunsch nachzukommen.

Die Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro für die neue Sporthalle wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass das Haus am Wollenberg und die Lahnfelshalle zu reinen Bürgerhäusern zurückgebaut werden, sprich die bisherigen Sporthallen nicht mehr existieren. Nun soll noch bis zu der Ausschusssitzung geklärt werden, welchen Spielraum man beim Haus am Wollenberg hat, ohne die Förderung zu gefährden.

Letztendlich geht es nur um den Schulsport, nicht um sportliche Vereinsaktivitäten, die man dann schon geballt in Goßfelden ansiedeln möchte. Die Lahntaler Vereine sind mit großer Mehrheit sehr angetan von der Idee, in Goßfelden eine Drei-Felder-Halle mit Zuschauertribüne zu bauen. Entsprechend wird der Rückbau der Lahnfelshalle zu einem reinen Bürgerhaus kaum das Problem sein. Sandra Riehl hatte sehr anschaulich dargestellt, welche zusätzlichen Schäden am Haus am Wollenberg während der ursprünglichen Sanierungsarbeiten auftraten, die letztendlich Raum für andere Ideen gaben. Der Bürgerhausteil ist bereits saniert und kann in jede neue Planung integriert werden. Zwischen Elternbeirat und Gemeinde gibt es viele Schnittstellen, die sicher positiv diskutiert werden können.

Eine Idee ist es, die dringend benötigte Kinderkrippe auf dem Areal zu bauen, um die Wege zwischen Kindergarten und Krippe kurz zu halten. Sie soll als ebenerdiges Gebäude in einer Größe von 700 bis 900 Quadratmetern gebaut werden und Platz für drei bis vier Gruppen bieten. Die „Blaue Villa“ im Baugebiet soll dann aufgegeben werden. Die Straße zwischen Krippe und Kindergarten könnte entweder verkehrsberuhigt gestaltet werden oder gar ganz aufgegeben werden. Bei all den Möglichkeiten kam natürlich auch die Frage nach den Kosten auf. Diese ließen sich nur sehr grob darstellen, sagte Apell. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Halle inklusive Bau einer Fußgängerbrücke über die Bahnlinie von der Gemeinde zu stemmen sei, sofern die Förderung für die Halle erhalten bleibe.

Was auch immer in Sterzhausen gebaut oder umgebaut wird, Wolfgang Kutsche als Teilnehmer der Online-Versammlung riet vehement davon ab, sich wieder für ein Flachdach zu entscheiden, damit habe man nun bei all den festgestellten Schäden doch keine guten Erfahrungen gemacht. Was die Zukunft der Grundschule angeht, ist der Landkreis auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück in Sterzhausen.

Von Götz Schaub

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