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Nordkreis Eine Fürsprache für einen Radschnellweg
Landkreis Nordkreis Eine Fürsprache für einen Radschnellweg
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17:58 28.10.2020
Noch dominieren wie hier in Niederwetter motorisierte Fahrzeuge das Straßenbild auf der B 252. Sobald die Ortsumgehung fertig ist, könnten dort Radfahrer einen abgetrennten Teil der Fahrbahn als Radschnellweg erhalten. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Wetter

Radfahren kommt nicht erst seit der Corona-Pandemie immer mehr in Mode. Aber in diesem Sommer war schon einiges los auf den Radwegen und auch auf den Straßen. Dass die meisten Radfahrer lieber auf eigenen Wegen fahren wollen, dürfte unbestritten sein. Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit, sondern auch um das Erlebnis, in der Kulturlandschaft unterwegs zu sein, bestenfalls, ohne Abgasen und Lärm ausgesetzt zu sein. Grund für viele Kommunen und natürlich auch für den Landkreis Marburg-Biedenkopf, in Sachen Radwege aktiv zu werden beziehungsweise zu bleiben.

Für Wetter wurden 2015 im Zuge der Erstellung eines kreisweiten Radwegenetzes einige Einzelprojekte identifiziert, führte Boris Lang aus, der diesbezüglich als Einwohner der Stadt Wetter von der Möglichkeit Gebrauch machte, eine Bürgerfrage an die Stadtverordnetenversammlung zu richten. Bürgermeister Kai-Uwe Spanka nahm Stellung und sprach unter anderem davon, dass 15 Einzelprojekte erarbeitet wurden. In acht Fällen sei es dabei um die Schaffung geeigneter Oberflächen gegangen, weil einige Radwege praktisch auf kombinierten Wirtschaftswegen verlaufen. Aktuell wurde der Verbindungsweg zwischen Unterrosphe und Oberrosphe in Stand gesetzt. Der Radweg zwischen Amönau und Wetter wurde mit dem Bau der „B 252 neu“ mitgeplant und entsprechend hergerichtet.

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Davon unabhängig hat Spanka die Idee, nach Fertigstellung der B-252-Ortsumgehung einen Radschnellweg auf der dann alten Trasse einzurichten, mit großer Begeisterung aufgenommen und auch einen entsprechenden Brief an das hessische Verkehrsministerium verfasst, um dieser Idee Nachdruck zu verleihen.

„Wir regen von unserer Seite an, auf der vorhandenen Trasse, die Fahrbahnbreiten von bis zu 16 Metern aufweist, eine schnelle Radwegeverbindung, zumindest bis in die Gemarkung der Gemeinde Cölbe einzurichten, um dann im weiteren Verlauf in die Universitätsstadt Marburg zu gelangen“, schreibt Spanka. Schon 2017 geisterte diese Idee im Kreistag herum und wurde auch vom Radwegeplaner des Kreises als konkretes Projekt mit aufgegriffen. Die Einrichtung stellt durchaus eine Millionen-Investition dar.

Spanka sieht aber darin auch eine einmalige Chance, das Radfahren zwischen Frankenberg und Marburg sehr attraktiv zu machen und zu fördern. „Auf besagtem Streckenabschnitt besteht nach unserer Auffassung die Möglichkeit, eine baulich abgetrennte, durchgängige Radwegeverbindung von mindestens drei Metern zu schaffen. Der große Vorteil liegt darin, dass der erforderliche Tiefbau durch die vorhandene Asphaltdecke entfällt und sich die investiven Maßnahmen in erster Linie auf Markierungen, Beschilderung und die bauliche Abtrennung beschränken“, führt er weiter aus. Der Bürgermeister hofft, dass es schon bald zu Gesprächen mit Wiesbaden kommt und das Projekt eine echte Chance erhält.

Von Götz Schaub

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