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Nordkreis Ein fröhliches Fest der Freundschaft
Landkreis Nordkreis Ein fröhliches Fest der Freundschaft
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20:59 03.10.2021
Erich Müller zeigt Almina (8), wie man Boule spielt.
Erich Müller zeigt Almina (8), wie man Boule spielt. Quelle: Nadine Weigel
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Cölbe

Ein bisschen blau, ein bisschen gelb und ein großes rotes Herz. Die zwölfjährige Sonja sitzt auf den Knien und gibt ihrem Straßengemälde den letzten Schliff mit Hilfe von Jannika, Julia und Emmi. „Ohne meine Freundinnen geht das nicht“, sagt Sonja – und trifft damit eigentlich das gesamte Wochenende in Cölbe auf den Punkt.

Flohmarktstände und Kreidekunstwerke

Die zweitägige 777-Jahrfeier ist eine fröhliche Feier der Freundschaft. Die Cölber feiern ihr Jubiläum, ihre 30-jährige Städtepartnerschaft mit Koscierzyna, aber vor allem feiern sie ihre freundschaftliche Verbundenheit untereinander.

Das macht das bunte Markttreiben rund um die Gemeindehalle am Samstag ganz deutlich. Mehr als 40 Flohmarktstände säumen die Straße, die nicht nur von Sonja und ihren Freundinnen mit bunten Kreide-Kunstwerken verschönert wurde. Dutzende Kinder haben sich künstlerisch damit auseinandergesetzt, was Freundschaft für sie bedeutet. „Wir sind sehr froh, dass das Wetter doch noch so gut gehalten hat“, sagt Claus Prümper vom Heimatverein.

Die zahlreichen Besucher strahlen mit der Sonne um die Wette, die Stimmung ist super. Die Mitglieder des Heimatvereines haben ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt für die zwei Tage. Der Samstag steht ganz im Zeichen des Flohmarktes. Kinder verkaufen ihr Spielzeug, andere Selbstgemachtes. Monika Fülling sitzt vor ihrem mit Wollsachen beladenen Tisch und strickt fleißig. Gerade hat eine Dame ein Strickensemble in Babygröße bei ihr gekauft. „Sie brauchte es als Geschenk“, berichtet sie.

Zusammenhalt und Engagement

In Cölbe setzt man sich für andere ein. Der Cölber Arbeitskreis für Flüchtlinge hat einen Stand genauso wie auch der Büchereiverein. „Wir haben 13. 000 Bücher im Sortiment und freuen uns über jeden, der zu uns kommt“, erklärt Carmen Nüsing lachend. Die Cölber kennen Nüsing, die sich nicht nur in der Bücherei engagiert, sondern auch noch in der Schule und als Küsterin in der katholischen Kirche, eigentlich nur unter ihrem Vornamen. „So Menschen wie Carmen halten einen Ort am Leben“, sagt Schulleiterin Karin Steinhoff dankbar und kauft gleich ein paar Bücher am Stand. Hinter der Gemeindehalle startet derweil der Boule-Wettbewerb.

„Das hast du ganz prima gemacht“, lobt Erich Müller die achtjährige Almina, die ihre Kugeln geschickt in das Feld geworfen hat und dafür von den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Applaus bedacht wird. Gut gelaunt sind auch die Damen am Kuchenbüffet. „Wir haben das beste Team hier“, sagt Pia Konkuly freudestrahlend und nimmt Karin Gellert in den Arm. Zusammenhalt und Engagement werden eben großgeschrieben bei den Cölbern. So klappen auch die nächsten 777 Jahre.

Von Nadine Weigel