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Nordkreis Ein Klick für die Kita-Kommunikation
Landkreis Nordkreis Ein Klick für die Kita-Kommunikation
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09:57 18.12.2020
Entwickler Manuel Weitzel (links) und Bürgermeister Dr. Jens Ried zeigen die Plattform für den „digitalen Kindergarten“ aus Erzieher-Sicht. Quelle: Ina Tannert
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Cölbe

Wie melde ich mein Kind in der Kita krank? Was gibt es dort heute zum Mittagessen? Was macht mein Kind dort gerade und was steht im aktuellen Elternbrief? Fragen, die sich Eltern mit Kindergartenkindern wohl regelmäßig stellen dürften.

Bisher war die Antwort meist nur per Telefonanruf zu bekommen. Eltern und Erzieher der beiden Gemeindekitas von Cölbe können nun jedoch einen anderen Weg gehen – per Klick zum „DigiKiGa“, dem digitalen Kindergarten.

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Das ist keine virtuelle Kita für die Kleinen, von denen viele im Moment Zuhause sind, sondern eine digitale Kommunikationsplattform, über die sich Kita-Leitungen, Erzieher und Eltern schnell und unkompliziert austauschen und aktuelle Informationen abrufen. Verwaltung wie Kommunikation wird so digitaler, soll vereinfacht werden.

Per Klick können die Eltern etwa ihr Kind krank melden, die Erzieher sehen auf einen Blick, welches Kind in der jeweiligen Gruppe heute nicht kommt. Das sehen andere Eltern indes aus Datenschutzgründen nicht, beide Seiten haben verschiedene Ansichten des Tools und verschiedene Rechte.

Informationsbedarf steigt wegen Corona

Beide können sich zudem Nachrichten schicken, auch wenn es nicht darum gehe, ständig zu chatten. Auch nicht darum, Kinder oder Erzieher an die Bildschirme zu fesseln – die Zeit, in der das Tool per Laptop oder Handy im Betriebsalltag genutzt wird, ist gezielt begrenzt. Auf einem Newsfeed ist zudem zu sehen, was in der Kita in den letzten Wochen alles passiert ist und was am aktuellen Tag geplant ist.

„Man kann sofort sehen, was so ansteht, ein Klick für die Eltern, ein Blick für die Erzieher“, erklärt Manuel Weitzel aus Cölbe, der das Tool über die eigene IT-Firma entwickelt hat, selber im Elternbeirat sitzt und neue Wege für die Kommunikation suchte. Daher erweiterte er ähnliche digitale Kontakt-Angebote am Markt, um das Ganze als eigene Plattform zu bündeln.

Denn gerade in Pandemie-Zeiten steigt der Bedarf an Austausch immer weiter. Das erkennt auch die Gemeinde, die das Angebot direkt für die Kitas in Cölbe und Bürgeln aufgegriffen hat: „Die Eltern haben ja gerade keinen Zutritt zu den Kitas, wollen aber auch wissen, was die Kinder dort so machen“, sagt Bürgermeister Dr. Jens Ried.

Gemeinde garantiert Datenschutz

Der Vorteil: Sie müssen nicht ständig anrufen, um Kontakt aufzunehmen, können außerdem online Fragen stellen, oder Termine für Entwicklungsgespräche vereinbaren, die Kita kann wiederum schnell über Neuigkeiten informieren. Theoretisch können auch Bilder aus dem Kita-Alltag auf die Plattform hochgeladen werden, darauf wird indes im Moment verzichtet, da im Gemeindevorstand Bedenken geäußert wurden, dass Kinder online abgebildet werden, berichtet Ried. Auch nutzen noch nicht alle Eltern die Online-Alternative, sorgen sich um den Datenschutz. Generell könne jedoch ein nicht-registrierter Nutzer nicht auf die Plattform zugreifen, versichert Weitzel.

Die Webseite sowie die Zugangsprofile seien streng abgesichert und mehrfach verschlüsselt, was als besonders sicher gelte. Ein Muss ist die Plattform indes nicht, wer keinen Zugang anfordert, bekommt weiterhin Informationen per Post oder Telefon. Die Kosten für den Zugang auf die Plattform samt App – ein Euro pro Kind und Monat – zahlt die Gemeinde. Die Verwaltung habe aber keinen Zugriff darauf, schließt eine Einmischung aus, „wir sehen nicht, was zwischen Eltern und Erziehern abläuft, das wollen wir auch nicht“, betont Ried.

Weitere Informationen unter https://digikiga.de

Von Ina Tannert