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Nordkreis Die wichtigsten Fakten zur neuen B 252
Landkreis Nordkreis Die wichtigsten Fakten zur neuen B 252
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18:00 13.09.2019
Die Ortsumgehung der B 252 in Lahntal befindet sich im Bau. Allerdings wird es 2024 werden, bis Göttingen wirklich umfahren werden kann. Quelle: Tobias Hirsch
Goßfelden

Lahntal und die B 252 neu. Das ist ein ganz besonderes Kapitel, denn dort war und ist längst nicht jeder glücklich mit der „Ortsumgehung“. Da passt es ins Bild, dass sich für Lahntal eine schwierige Situation ergibt.

Der Kreisel auf der B 62 ist der Vorbote des Ungemachs. Denn über ihn werden bald mehr Autos und Lkw fahren als bisher. Ende dieses Jahres wird der erste Bauabschnitt der neuen B 252 fertiggestellt sein. Dabei handelt es sich um das Teilstück zwischen Wetter und Goßfelden.

Weiter oben im Norden tut sich auch was. Es wird kräftig gebaut zwischen den Anschlüssen L 3091 bei Wetter und L 3090 zwischen Simtshausen und Niederasphe. Im Herbst werden zwei weitere Brücken in Angriff genommen. Lahntals Bürgermeister Manfred Apell informierte die Lahntaler Gemeindevertreter über den aktuellen Stand und dass Hessen Mobil davon ausgeht, dass der Nordteil der B 252 neu 2023 fertiggestellt sein wird.

Diese Jahreszahl nannte auch Münchhausens Bürgermeister Peter Funk in der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Simtshausen. Funk sagte weiter, dass, sobald die Nordumgehung fertiggestellt ist und einen Anschluss nach Wetter beziehungsweise Goßfelden hat, die Straße zwischen Münchhausen und Ernsthausen gekappt und der dort liegende Bahnübergang damit geschlossen wird.

Das Resultat: Jeglicher Verkehr, der aus dem nördlichen Nachbarkreis über die B 252 kommt, wird automatisch auf die B-252-Ortsumgehung geleitet. Dort einmal drauf, werden wohl die wenigsten wieder auf die bisherige B 252 wechseln, um über Wetter, Niederwetter und Göttingen zur B 3 oder B 62 zu fahren. Da sich aber absehbar die Arbeiten am zweiten südlichen Bauabschnitt um ein Jahr, also bis 2024, verzögern werden, wird der Kreisel auf der B 62 für mindestens ein Jahr den Endpunkt der Ortsumgehung bilden. Und das könnte, manche sagen, das wird Auswirkungen auf Goßfelden haben. Apell sprach im Lahntaler Parlament davon, dass er von einer „extremen Verschärfung der Verkehrssituation ausgeht.

Und wie lange die dann anhalte, könne er nicht wirklich sagen. „Ich glaube nur, was ich sehe“, sagte er bezüglich der Verzögerungszeit im südlichen Abschnitt. Immerhin die weiteren Planungen stehen. Im Süden muss eben auch noch die Bahnstrecke der Kurhessenbahn zugunsten der neuen Straße auf einer Strecke von 600 Metern verlegt werden. Das Projekt, das in diesem Jahr starten sollte, ist nun für das Frühjahr 2020 vorgesehen. Apell teilte mit, dass voraussichtlich Ende 2021 die Verlegung abgeschlossen sein wird. Erst dann könne mit dem Straßenstreckenbau im südlichen Abschnitt begonnen werden.

Zurück zum Kreisel bei Goßfelden. Mindestens ein Jahr trifft dort der Verkehr von zwei Bundesstraßen aufeinander, wie es bisher in Göttingen der Fall ist. Es wird sich zeigen, wie sich insbesondere zu den Berufsverkehrszeiten die Rückstaus entwickeln, und welche Entscheidungen insbesondere die Pkw-Fahrer treffen werden. Fahren sie mit allen Lkw von der B 62 und B 252 Richtung Göttingen, um nach Marburg zu gelangen, oder entscheiden sie sich über Goßfelden und Wehrda zu fahren?

Goßfelden will jedenfalls vorbereitet sein. Im Ortsbeirat und auch in der Gemeindevertretung wird über Möglichkeiten gesprochen, die die Gemeinde hat, die Ortsdurchfahrt so umzugestalten, dass sie den Verkehr zur Sicherheit der Bewohner entschleunigt. Der Gedanke, der dahintersteht, ist natürlich der, die Ortsdurchfahrt als Ausweichstrecke möglichst unattraktiv zu machen. Wie dem auch sei, in der Verlängerung, also in Wehrda haben die Autofahrer kaum eine Chance, Zeit gut zu machen. Entscheiden sie sich für die direkte Fahrt nach Marburg, haben sie eine lange Tempo-30-Zone vor sich, entscheiden sie sich für den Kaufpark, haben sie auch Ampeln vor sich, bis sie auf die B 3 auffahren können.

von Götz Schaub