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Nordkreis „Die ländliche Entwicklung soll weitergehen“
Landkreis Nordkreis „Die ländliche Entwicklung soll weitergehen“
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17:57 27.11.2020
Sie kümmern sich um eine ganze Region: Lena Bischoff-Stein (links) übernimmt ab dem nächsten Jahr den Posten von Regionalmanagerin Franziska Ta Van.
Sie kümmern sich um eine ganze Region: Lena Bischoff-Stein (links) übernimmt ab dem nächsten Jahr den Posten von Regionalmanagerin Franziska Ta Van. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Kleine Bürgerprojekte mit großer Wirkung fürs Dorf und die Region fördern und über bürokratische Hürden hieven – das ist quasi das Kerngeschäft von Regionalmanagerin Franziska Ta Van von der Region Burgwald-Ederbergland. Die 30-Jährige betreut seit eineinhalb Jahren unzählige Projektträger im LEADER-Programm und im Regionalbudget, berät darüber, wie neue von Ehrenamtlichen initiierte Projekte umgesetzt werden können.

„Das mag ich total gerne, dass man mit vielen Menschen in Kontakt kommt und so viele Ideen hört“, erzählt sie aus ihrem Beruf. Ideen aus Städten und Dörfern im Nordkreis und der nördlichen Nachbarschaft erhalten über die Region Burgwald-Ederbergland die Möglichkeit, an EU-Fördergelder zu kommen, der Vorstand wählt in jeder „Saison“ die Gewinner aus.

Der Verein soll wie alle in Europa verteilten lokalen Zusammenschlüsse für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums sorgen. Die Mittel kommen etwa aus dem LEADER-Programm („Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale“ – auf deutsch „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“). Noch bis Ende Januar tickt außerdem die Uhr für das Regionalbudget 2021, für das neue Projekte angemeldet werden können. Ta Van sorgt für die Koordination vor Ort und ihr „Arbeitsplatz“ ist groß: Sie kommt im gesamten Einzugsgebiet der Region zwischen Lahn und Eder herum und das besteht aus acht Städten und sieben Gemeinden mit insgesamt 100 Stadt- beziehungsweise Ortsteilen, in denen 95 000 Menschen leben.

Erste Einblicke in den heimischen Kreis bekam die gebürtige Thüringerin während des Studiums in Marburg, studierte Geografie, Tourismus und Regionalentwicklung. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Thüringen übernahm sie vor eineinhalb Jahren die Stelle ihres langjährigen Vorgängers Stefan Schulte. Zum Jahresende verlässt auch sie die Region wieder und den Job, der zwar sehr viel Bürokratie mit sich bringt – das würde sie sich durchaus anders wünschen – aber auch viel Spaß gemacht hat. Es zieht sie gemeinsam mit ihrem Ehemann wieder zurück in ihre Heimat, wo sie aber ebenfalls im dortigen Verband arbeiten wird. Sie nehme einiges mit an Erfahrung aus „einer landschaftlich sehr schönen Region mit einer Struktur, die man entwickeln kann“, lautet ihr Fazit. Im Norden gebe es viele Dörfer, die noch sehr lebendig seien, bei anderen kleinen Orten gehe jedoch die Bevölkerung zurück. Da müsse man gegensteuern, etwa um junge Familien anzulocken, „es gibt immer mehr junge Leute, die es aufs Land zieht“.

Der Lockdown ist auf

dem Land erträglicher

Und die brauchen Infrastruktur, aber eine, die über ÖPNV und schnelles Internet hinaus geht, „man muss auch das fördern, das Menschen untereinander vernetzt“, sagt Ta Van. Sie meint jene Projekte, die eben darauf abzielen, „es geht immer um Treffpunkte und den sozialen Austausch“, erzählt sie aus Erfahrung.

Von der gemeinsam erarbeiteten Grillhütte, über Wanderwege bis zur Bank des Dorfvereins. In den letzten Jahren wurde auf den Dörfern viel in Freizeitangebote unter freiem Himmel investiert – das habe sich gerade in der Corona-Pandemie als Vorteil erwiesen, weil die Leute auf dem Land es im Lockdown einfacher hatten als Städter rauszugehen, etwas draußen zu unternehmen – mit Abstand.

Ta Vans Nachfolgerin Lena Bischoff-Stein steht schon in den Startlöchern, arbeitet sich seit Oktober im Regionalmanagement ein und wird ab dem 1. Januar übernehmen. Die 27-Jährige zog aus Kassel in den Landkreis und freut sich auf „einen sehr spannenden Job“. Sie hat Städte- und Regionalplanung studiert, wird als neue Regionalmanagerin nah dran sein an künftigen Projekten im Norden, Kontakt zu Projektträgern wie dem Landkreis halten und dabei helfen, neue Ideen umzusetzen. Davon kennt sie schon einige – hat sie Favoriten? „Nein, da kann man sich gar nicht festlegen, es gibt eine unglaublich große Fülle an Projekten“, lobt sie. Die wird sie als neue Ansprechpartnerin begleiten, Budgets abrechnen, Anträge ordnen und ein Auge auf die Umsetzung haben, „die ländliche Entwicklung soll weitergehen“.

Von Ina Tannert

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