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Nordkreis Rosa Lee aus Wenkbach startet musikalisch durch
Landkreis Nordkreis Rosa Lee aus Wenkbach startet musikalisch durch
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15:00 25.12.2021
Rosa Lee Martic und Ralf Erkel harmonieren. Der Profi-Musiker und Produzent half der 17-Jährigen vor einem Jahr dabei, eine CD einzuspielen. Nun verschaffte er ihr ein Wochenende mit einer Band. Das erste Ergebnis ist ein Video, das am 22. Dezember veröffentlicht wurde.
Rosa Lee Martic und Ralf Erkel harmonieren. Der Profi-Musiker und Produzent half der 17-Jährigen vor einem Jahr dabei, eine CD einzuspielen. Nun verschaffte er ihr ein Wochenende mit einer Band. Das erste Ergebnis ist ein Video, das am 22. Dezember veröffentlicht wurde. Quelle: Götz Schaub
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Goßfelden

Ralf Erkel lehnt sich in seinem Studio in Goßfelden zurück und beobachtet staunend die Aktion der 17-jährigen Rosa Lee Martic am Mischpult. Sie hat mittlerweile die komplette Kontrolle übernommen. „Sie weiß einfach, was richtig ist, was zu tun ist. Ich kann ihr eigentlich gar nichts mehr sagen“, sagt Keyboarder und Musikproduzent Ralf Erkel. Er hat viele Talente und Newcomer erlebt, ihnen geholfen, sie bei ihren ersten Schritten in der Musikszene unterstützt. „So eine Künstlerin wie Rosa ist mir noch nie untergekommen“, sagt er schwärmend. Rosa wird bei diesem Kompliment weder rot noch verlegen. Sie ist es gewohnt, dass Ralf Erkel so über sie spricht. Aber natürlich freut sie sich über das Lob eines Experten. Es bestärkt sie darin, auf dem richtigen Weg zu sein. Ein Lied zu schreiben, ihm eine Melodie zu geben, ist das eine, die tatsächliche Umsetzung das andere. Die Wenkbacherin Rosa beherrscht nun ein Jahr nach ihrer ersten CD (diese Zeitung berichtete) beides aus dem Effeff.

Sie muss nicht nuscheln oder Silben verschlucken, damit man aufmerksamer auf ihren Songtext wird. Sie singt deutlich, klar und sehr ausdrucksstark. „Nachdem wir Rosas erste CD fertig hatten, ist mit ihr noch einmal sehr viel passiert“, sagt Erkel und meint damit ihre Entwicklung zu einer selbstbewussten Singer-Songwriterin, die ihn immer wieder mit „sensationellem Output“ und „unglaublichen Texten“ überrascht. Ihre zielgerichtete musikalische Arbeit macht ihn im positiven Sinne immer wieder fassungslos. „Früher habe ich ihr noch Sachen und Kniffe gezeigt, den Ton im Studio angegeben. Jetzt bin ich nur noch Zuarbeiter“, lacht er. Es macht ihm nach wie vor sehr viel Spaß und Freude, mit ihr zu arbeiten.

Seine Begeisterung verschaffte ihr nun eine wirklich einmalige Gelegenheit. Erkel nutzte seine guten Kontakte in der Musikerszene und überzeugte drei weitere Profi-Musiker davon, Rosa ein Wochenende lang Aufmerksamkeit zu schenken, und zwar ein Wochenende lang in der Tonbox in Roßdorf von Ito Grabosch. Was innerhalb einer doch sehr überschaubaren Zeitspanne möglich ist, wurde nicht nur in Ton, sondern auch in Bild, sprich Musikvideos, festgehalten. 

Wer glaubt, hier werde eine junge Frau zu sehr gehypt, der mag sich erst mal das Video ansehen, auf den Text achten und sich dabei vergegenwärtigen, dass nicht nur dieses Video an einem Wochenende eingespielt wurde, sondern noch vier weitere, die nach und nach in den nächsten Monaten veröffentlicht werden sollen.

Die Sache mit der Schnelligkeit hat in erster Linie auch was mit Rosas Talent zu tun. „Natürlich war ich aufgeregt, als ich die Band, meine Band fürs Wochenende, zum ersten Mal sah“, sagt Rosa. Doch die vier Männer, neben Keyboarder Erkel waren das Bassist Nico Klein, Gitarrist Ole Lintschnig und Drummer Max Jung Poppe, wollten sie eigentlich nur darin unterstützen, was sie kann: singen.

Die lockere Art der Musiker, die ganze Atmosphäre am Set, denn es waren ja noch mehr dabei, habe sie schnell ruhiger werden lassen, erzählt sie. Alle waren einfach gut drauf, fröhlich gestimmt. Auch mit Ela Bechtel und Noemi Treude, die die Backing Vocals übernahmen, war es einfach nur gut. Rosa hat mit ihnen die entsprechenden Stellen gesungen, und sie haben es genau so umgesetzt. Für das Licht sorgten Carsten Wackernagel und Thomas Lemmrich, den Mix übernahm Uli Pfannmüller. Die Videos fertigt Nico Eifert an, Enkel des einstigen langjährigen OP-Fotografen Heinz Eifert. „Das war einfach unglaublich“, beschreibt Erkel die Zeit im Studio. Und Rosa zahlte das Vertrauen in sie zurück. Alle waren mit den Ergebnissen vollauf zufrieden.

„Man darf gar nicht darüber nachdenken, dass man Teil eines Ganzen ist und ein Fehler so nicht nur dich selbst betrifft“, sagt Rosa. Ralf Erkel winkt ab. „Was soll ich sagen, sie hat astrein gesungen, es war einfach nur top.“ Die Texte und Melodien sprudeln nur so aus Rosa heraus. Es ist also noch ein Fundus an Songs vorhanden. „In jedem Song steckt auch immer ein Funken Rosa-Wahrheit“, lacht die junge Singer-Songwriterin. Thematisch ist sie gar nicht festgelegt, und das macht auch den Reiz der Songs aus. Aktuell möchte sie also mit „Sonne oder Regen“ überzeugen. Wer daran Gefallen findet, kann sich schon auf ein würdiges Nachfolgelied freuen, das „Tautropfen“ heißen wird.

Rosas großer Wunsch ist es nun, ihre Lieder vor Publikum singen zu können. Wenn alles gut geht, was mit Corona-Auflagen zusammenhängt, dann ist sie am 29. April 2022 in der Alten Kirche in Niederweimar zu sehen und zu hören. „Ein schöner Gig irgendwo in Marburg, das wäre einfach supertoll“, sagt Erkel. Erste Argumente für einen Veranstalter liefert ganz sicher „Sonne oder Regen“.

Von Götz Schaub