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Nordkreis Gewinner ist Verlierer, Verlierer Gewinner
Landkreis Nordkreis Gewinner ist Verlierer, Verlierer Gewinner
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21:36 16.03.2021
Die Gemeindeverwaltung von Lahntal in Sterzhausen. Foto: Thorsten Richter
Die Gemeindeverwaltung von Lahntal in Sterzhausen. Quelle: Thorsten Richter
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Lahntal

Wie fühlt es sich an, mit Abstand stärkste Fraktion zu sein und doch feststellen zu müssen, von den Sitzverlusten her gesehen, Wahlverlierer zu sein? Mit dieser Situation muss die SPD Lahntal jetzt klarkommen. „Verlieren gehört auch zum politischen Geschäft“, sagt Patricia Agricola, die hinter Bürgermeister Manfred Apell auf Platz zwei kandidierte.

Sicher werde man das intern zum Thema machen, doch müsse auch gesehen werden, dass sich die Liste stark verjüngt hat, dass einige erfahrene Sozialdemokraten, die aufgrund ihres Wirkens und ihres Bekanntheitsgrades in der Gemeinde einfach Stimmen gezogen haben, jetzt nicht mehr dabei sind. So beispielsweise Kurt Vogt, Florian Erle, Achim Batz und Wilfried Lies.

Patricia Agricola sieht aber auch einen klaren Auftrag der Wähler und möchte entsprechend motiviert an die kommenden Aufgaben gehen.

Okay, und wie fühlt es sich an, die meisten neuen Sitze dazugewonnen zu haben und trotzdem schwächste Fraktion zu sein?

Mit diesen Gefühlen müssen die Grünen umgehen. Immerhin von der Anzahl der Sitze her gesehen sind sie mit der CDU gleichauf. Listensprecher Dr. Claus Opper ist positiv gestimmt: „Natürlich freuen wir uns über die zwei zusätzlichen Sitze. Ich hoffe, dass wir damit ein paar Akzente mehr in Richtung Klimaschutz setzen können.“

Doch werde es auch keinen Bruch mit der bisherigen Politik geben. „Wir haben uns im Parlament immer darum bemüht, wichtige Entscheidungen so hinzubekommen, dass wir sie einstimmig fassen konnten.“ Diese Kompromissbereitschaft werde man jetzt nicht anders handhaben.

Carsten Laukel, Spitzenkandidat der Bürgerliste Lahntal, freut sich über den Zugewinn eines Sitzes. Die Bürgerliste kommt somit jetzt auf acht. „Auch wenn wir nur Kandidaten aus Sarnau, Goßfelden und Sterzhausen hatten, möchte ich herausstellen, dass wir alle Themen rein sachlich angehen und auch für die übrigen Ortsteile genauso da sind.“

Gerne hätte Laukel auch in Caldern Kandidaten für die Liste gewonnen, aber es sollte nicht sein. „Wir sind uns sehr bewusst, welche Verantwortung wir mit übernehmen, denn es stehen eine Reihe schwieriger Entscheidungen an, die auch mit hohen Kosten verbunden sind.“ Dabei sei es unter anderem wichtig, dass nach Caldern jetzt auch die Feuerwehr in Sterzhausen ein modernes Feuerwehrhaus bekomme.

Die CDU Lahntal hat gegenüber der Kommunalwahl von 2016 etwas zugelegt, die 20-Prozent-Marke wieder wie bereits 2011 überschritten. „Natürlich hätten wir uns über einen größeren Stimmenzuwachs gefreut, der sich auch in einem Sitz mehr niedergeschlagen hätte, aber angesichts der Ereignisse in Berlin und dem generellen Hoch der Grünen müssen wir auch mit dem Ergebnis so zufrieden sein“, sagt CDU-Spitzenkandidat Michael Nies. Politisch werde man den eingeschlagenen Weg weitergehen, Kritik dort anbringen, wo sie aus Sicht der CDU notwendig ist, aber auch den Weg suchen, wie wichtige Dinge möglichst gemeinsam umgesetzt werden können.

Von Götz Schaub

Gewählte Gemeindevertreter

CDU: Michael Nies, Holger Briel, Michael Prinz, Dieter Dersch, Kevin Jülich, Doris Hilberger.

Bündnis 90 / Die Grünen: Dr. Claus Opper, Stephanie Geißler, Dr. Lars Hildebrandt, Özlem Koc-Yilmaz, Guido Reichert, Michael Meinel.

SPD: Manfred Apell, Dirk Geißler, Ortrud Lauer, Patricia Agricola, Joachim Muth, Claudia Meyer-Bairam, Hans Jung, Jeanette Imhof, Steffen Köster, Matthias Felgenhauer, Anneliese Muth.

Bürgerliste Lahntal: Carsten Laukel, Thomas Rößer, Horst Schneider, Holger Boßhammer, Ulrich Onderka, Kai Schmidt, Tobias Henkel, Heinrich Pitz.

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