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Nordkreis Corona ringt die Tradition nieder
Landkreis Nordkreis Corona ringt die Tradition nieder
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19:58 21.06.2021
Diese Karten warben für den Grenzgang, der dann nicht stattfand, der nun nach einmaliger Verschiebung komplett abgesagt wird. So wird die Karte der Grenzgänger von 2020 einen besonderen Platz in der Geschichte des Grenzgangs in Wollmar bekommen.
Diese Karten warben für den Grenzgang, der dann nicht stattfand, der nun nach einmaliger Verschiebung komplett abgesagt wird. So wird die Karte der Grenzgänger von 2020 einen besonderen Platz in der Geschichte des Grenzgangs in Wollmar bekommen. Quelle: Archivfoto: Manfred Schubert
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Wollmar

In Wollmar ist eine Entscheidung getroffen worden. Eine sehr schmerzliche. Als Außenstehender könnte man nüchtern darüber schreiben, doch es würde den Kern nicht erfassen, was es für den Ort Wollmar wirklich bedeutet. Deshalb lassen es wir Klaus-Peter Fett vom Grenzgangverein selbst erläutern: „Unser Herzblut, alle sieben Jahre Grenzgang in Wollmar, das Fest der Generationen, Grenzgangfreunde und Nachbarn wird erst wieder in 2027 gefeiert. Mir ist bewusst, dass dieser Ausfall uns alle tief trifft. Insbesondere die Generation der Grenzgangburschen und jungen Akteure des Schauplatzes der Geschichte, welche das Weiterleben des Grenzgangs sichern, trifft es besonders hart.“

Fett weiter: „Für viele junge Menschen wäre es im vergangenen Jahr oder auch in diesem Jahr der erste richtig erlebte Grenzgang gewesen, doch wir werden eines Besseren belehrt. Das stimmt einen nachdenklich. Aber Wollmar hat eine sehr gute Struktur an jungen Menschen, die sich für ihr Dorf und damit auch für den Grenzgang einsetzen. Das macht Mut und lässt positiv denken.“

„Leider können wir in der momentanen Lage noch nicht einmal unseren Grenzgangburschen eine geeignete Plattform zur Verfügung stellen, um sich zu präsentieren. Wir hoffen, dass wir das im nächsten Jahr mit den dann anstehenden Festen nachholen können. Unseren Ausschüssen war es am Anfang des Jahres nicht möglich, ihre Planungen vernünftig fortzuführen und umzusetzen.“

Klaus-Peter Fett weiß: Es kommt schon alles aus dem gewohnten Rhythmus, wenn in 2022 unsere Nachbarn in Laisa den ,Rückersch’ feiern und unsere befreundeten Grenzgangvereine Münchhausen, Buchenau und Wetter ihre Grenzgänge. Zudem war uns bekannt, dass unser Festwirt noch mit in das Jahr 2021 gegangen wäre, aber 2022 nicht zur Verfügung steht.

Die Fragen türmten sich auf, die Antworten führten zur einzig logischen Konsequenz, so der Wollmarer. Es gehe schließlich an den Festtagen nicht um 100 oder 200 Personen, sondern um Tausende Besucher. „Man denke dann nur an unser Aushängeschild, den stehenden Festzug mit dem Schauplatz der Geschichte. Und darüber hinaus ist ein Grenzgang in der heutigen Zeit ohne Festplatz und Festzelt, ohne Abendveranstaltungen doch kaum vorstellbar.“

Klaus-Peter Fett setzt nun auf das Jahr 2027, auf dass es dann wieder möglich sein wird, Grenzgang in Tradition und vollumfänglich zu feiern. Den befreundeten Grenzgangvereinen wünscht er für 2022 bereits ein gutes Gelingen.

Bei allen, die in den Ausschüssen und in seinem Team mitgearbeitet haben, die geplant und gehofft haben, bedankt er sich sehr herzlich. Der Vorstand hatte bereits entschieden, dass, wenn eine erneute Planung für dieses Jahr aufgrund der Corona-Einschränkungen nicht möglich sein sollte, das Fest komplett ausfällt und man alle Energie in das nächste Fest stecken wird, das dann 2027 ansteht.

Von Götz Schaub