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Nordkreis Der Weg in die Wolken
Landkreis Nordkreis Der Weg in die Wolken
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08:58 11.01.2020
Ein Segelflugzeug beim Start. Der Cölber Puria Omidi hat sich mit dem Segelflugschein einen Traum erfüllt – doch er will noch höher hinaus. Quelle: Tobias Hirsch
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Schönstadt

Der Kurhessische Verein für Luftfahrt (KVFL) unter dem Vorsitz von Dr. Edith Mohr ist einer von wenigen Vereinen, der keine Nachwuchsprobleme hat. Auch nach Saisonende Ende November wird zwar nicht mehr geflogen, dennoch geht das Hobby am ­
Boden weiter.

Rund 15 ­Nachwuchs-Segelflieger finden sich regelmäßig auf dem Flugplatz in Schönstadt zum Tüfteln und Austausch zusammen. Neben­ den üblichen Wartungs- und Reinigungsarbeiten, am Wochen­ende auch zu kleineren Reparaturen. Das Fliegen kostet eben Zeit.

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Vor kurzem wurde dabei auch noch gefeiert, denn es stand der wohl schönste Tag im Leben eines Flugschülers an – die Übergabe des Flugscheins. Den gibt es entweder für Motor- oder Segelflieger. Nachwuchsflieger Puria Omidi aus Cölbe hat vor einigen Wochen seinen Segelflugschein gemacht. Rund 18 Monate dauert die Ausbildung beim KVFL auf dem Flugplatz in Schönstadt.

Ausbildung

Die Segelflugausbildung kann bereits im Alter von 14 Jahren beginnen. Um die Segelflugprüfung zu machen, muss man 16 Jahre alt sein. Die Ausbildung bei einem Fluglehrer dauert rund 18 Monate.
Bereits nach den ersten 30 bis 40 Starts mit dem Fluglehrer, sind die meisten Schüler im Cockpit sicher genug, um einen ersten Alleinflug zu unternehmen. Es folgen weitere Übungsflüge. Ein von den Schülern selber vorbereiteter Flug von 50 Kilometern krönt die praktische Ausbildung.     

Stolz berichtet der 16-Jährige, dass er nach bestandener theoretischer Prüfung in Kassel seinen Prüfungsflug nach Bad Nauheim/Obermörlen gemeistert hat.

Damit habe er die vorgeschriebene Mindest-Distanz von 50 Kilometern spielend erreicht – er schaffte sogar rund 77 Kilometer. Auch die Landung ging reibungslos über die Bühne.

Diese wird bei den Prüfungsflügen genauestens unter die Lupe genommen. Später möchte er Berufspilot auf Linienmaschinen werden, am liebsten bei der Lufthansa, erzählt er. Schon mit 14 Jahren hat er mit dem Segelfliegen angefangen.

Seine Ausbildung begann auf dem Doppel-Sitzer ASK 13. Nach rund 60 Flügen, unter anderen mit Fluglehrer Rütger Rollenbeck, durfte er neben der parallel verlaufenden theoretischen Ausbildung, zum ersten Mal mit der K 8 – einem etwas schwereren Segelflugzeug – alleine fliegen, erzählte Omidi mit leuchtenden Augen.

  • Im kommenden Jahr wird der KVFL 111 Jahre alt, den Flugplatz gibt es seit 50 Jahren. Der Verein wird beide Jubiläen vom 19. bis 21. Juni auf dem Flugplatzgelände in Schönstadt feiern. Weitere Informationen unter www.flugplatz-marburg.de.

von Elvira Rübeling

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