Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Nordkreis Finanzlage bleibt „fragil und dynamisch“
Landkreis Nordkreis Finanzlage bleibt „fragil und dynamisch“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:57 08.10.2021
Das Cölber Parlament befasste sich am Dienstagabend mit dem Haushalt 2022, der nun in den Ausschüssen geprüft wird.
Das Cölber Parlament befasste sich am Dienstagabend mit dem Haushalt 2022, der nun in den Ausschüssen geprüft wird. Quelle: Ina Tannert
Anzeige
Cölbe

Die Gemeinde Cölbe ist überpünktlich mit der Einbringung des Haushaltsentwurfs für das Jahr 2022, der dennoch nicht für Freudentaumel im Parlament sorgen kann. Nicht umsonst läuft das umfangreiche Werk unter dem Titel „(Noch nicht) Zurück zur Normalität“.

Das Motto passt: Nachdem die Gemeinde schon im letzten Jahr mit einem dicken Pandemie-Minus durch sinkende Gewerbesteuereinnahmen zu kämpfen hatte, erholen sich die Steuereinnahmen nach aktuellem Stand nur langsam. Mit rund 57 Prozent bilden Steuern und gesetzliche Umlagen die größte Einnahmequelle von Cölbe. Zwar gibt es deshalb höhere Schlüsselzuweisungen des Landes, die Finanzlage bleibe aber auch für 2022 „fragil und dynamisch“. Allerdings fehlen auch noch die Orientierungsdaten vom Land.

Wie die Kassen am Ende aussehen, sei nur schwer vorherzusagen. Er sei daher sehr vorsichtig mit Einschätzungen und nur „vorsichtig optimistisch“, sagte Bürgermeister Dr. Jens Ried am Dienstagabend in der Gemeindevertretung. Eine allgemeine Verbesserung der Finanzsituation sei aber wohl erst 2025 zu erwarten. Der Ergebnishaushalt für 2022 weist einen Fehlbedarf in Höhe von 579 761 Euro auf. Dieses Minus muss durch Rücklagen gedeckt werden, über die die Gemeinde auch verfügt. Im Finanzhaushalt gibt es dagegen einen Gesamtüberschuss von 73 594 Euro. „Den brauchen wir auch“, betonte Ried. Der Überschuss existiert allerdings nur auf dem Papier, da die Kommune verpflichtet ist, Rücklagen zu bilden, die wiederum nicht gegengerechnet werden. An sich ergibt sich damit ein negatives Ergebnis. „Wir haben de facto Geld, dürfen es aber nicht ausgeben“, fasste Ried zusammen.

Geld für Straßen, Kitas und Hochwasserschutz

Dennoch stehen auch größere Investitionen auf dem Programm, teils aber nicht nur aus offenen Mitteln der Hessenkasse, denn die müssen für 2022 verplant werden. Unter anderem sind für den Straßenbau 300 000 Euro geplant. Im Sinne des Hochwasserschutzes steht eine Uferranderhöhung im Bereich der Kiesgrube Bürgeln an. Kostenpunkt: 175 000 Euro. Außerdem schlägt die Erneuerung einer Stützmauer in Cölbe mit 75 000 Euro zu Buche. Ein größerer Posten sind auch die Kindertagesstätten, bei denen 55 000 Euro in die Ausstattung investiert werden. Weitere 50 000 Euro fließen in die Spielplätze, wiederum 40 000 Euro in die Ausstattung der Gemeinschaftshäuser.

Außerdem sind 45 000 Euro für die Umstellung der öffentlichen Beleuchtung. zudem 35 000 Euro für die Errichtung einer Radabstellanlage geplant. Auch die Ladeinfrastruktur soll für 15 000 Euro ausgebaut werden.

Nach der erfolgten Einbringung wird der Entwurf des neuen Haushalts mit Zustimmung des Parlaments nun am 25. Oktober bei einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse verlesen und geprüft. Anfang November folgen noch Einzelsitzungen. Am 10. November steht dann der Beschluss des Haushalts an.

Von Ina Tannert